4. Oktober 2017

So schützen Sie Ihre Daten in einem Smart Home

© mangpor2004/Shutterstock.com
Siri, Alexa, Cortana – diese Assistentinnen erobern immer mehr unseren Alltag. Sie sind hilfsbereit, schnell, direkt und reagieren bereits nach einem Knopfdruck und wenigen Worten. Die virtuellen Damen finden das nächste Restaurant, lesen die Sportergebnisse vom Wochenende vor und wissen, wann und von welchem Bahnsteig der nächste Zug fährt. Wissen? Sie wissen es nicht wirklich selbst, sie stellen lediglich eine Verbindung zur Datenquelle her, rufen Sie direkt ab und tragen die Suchergebnisse vor.

Künstliche Intelligenz beschränkt sich also inzwischen nicht mehr nur auf unsere Smartphones. Längst machen sich die Sprachassistenten daheim im Wohnzimmer breit. Welche Blüten das manchmal treiben kann, haben die Satiriker von extra 3 amüsant verdeutlicht. Die nächste Stufe der Vernetzung zieht bereits direkt in die Haushaltsgeräte ein. Sie fahren nicht mehr nur auf der WLAN-Datenautobahn zum heimischen Router, sondern nutzen auch die Nebenstraßen zur direkten Verbindung. Tablet, Fitnessuhr oder Kühlschrank wissen von ganz alleine, was am besten zu tun ist. Gut wenn dabei alles klappt und nicht das Klopapier im Kühlschrank landet, wie bei  der weiteren, köstlichen Inszenierung von extra 3. Technik erleichtert unser Leben also nicht immer. Die größeren Herausforderungen sind aber zwei andere.

Was passiert mit unseren Daten und wer haftet, wenn die eigenen Geräte geknackt und für kriminelle Taten missbraucht werden? Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) drängt die Politik seit Jahren zu Antworten auf diese und weitere Fragen. Anfang September bezogen die obersten Verbraucherschützer des Landes in einem Hintergrundpapier Stellung zur Frage: Wie digital werden wir wohnen? Für die Aspekte Produkthaftung, Langlebigkeit, Sicherheit der Daten und Schutz der Verbraucherdaten haben sie Empfehlungen aufgestellt.

Sollte es nach dem Willen des vzbv gehen, haben Verbraucher zukünftig beispielsweise nicht nur Haftungsansprüche gegenüber dem Verkäufer, sondern auch beim Hersteller, eine Gewährleistung von mehr als zwei Jahren sowie Update-Garantien für die gesamte Nutzungsdauer von Smart-Home-Geräten. Für die IT-Sicherheit sollten Mindeststandards und Gütesiegel ebenso wie Meta-Plattformen eingeführt werden, um eine Geräteabhängigkeit eines Herstellers zu verhindern. Bei allen technischen Entwicklungen darf eine Möglichkeit nicht untergehen: die des vollkommenen Verzicht auf die Technik. „Die Möglichkeit analog zu wohnen, muss unbedingt gewahrt bleiben“, bekräftigt vzbv-Vorstand Klaus Müller. In dieselbe Wunde legt auch Internet-Pionier und Blogger Sascha Lobo seine Finger. In der SPIEGEL-Kolumne stellte er seinen digitalen Marshallplan vor. Mit seinem 13-Punkte-Programm bringt Lobo die Gründung einer Körperschaft für Standards und Formate ins Spiel – einer DIN für Pflichtschnittstellen.

Was der Markt für Smart Home aktuell bietet und welche Standards aktuell zum Einsatz kommen, haben wir in unserem Beitrag „Das Zuhause im Griff – Wie clever und sicher ist Smart-Home?“ zusammengefasst.

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