Überweisungen mit QR-Code

  • Gibt es denn schon irgendein Unternehmen, das Rechnungen auf Wunsch nach dem ZUGFeRD-Standard an Endkunden verschickt? Ich lese es so, dass es sich eigentlich um einen Standard zwischen Unternehmen und Staat handelt. Da ich meine Rechnungen in ELO Office ablege wäre zumindest bei den elektronisch erhaltenen natürlich schon praktisch, wenn Metadaten aus einer enthaltenen XML-Datei ausgelesen werden können. Dann sollte Wiso Mein Geld auch damit umgehen können.


    Für mich schließt das eine das andere aber nicht aus. Es wird wohl noch lange Papierrechnungen geben und da hilft es dann auch nicht weiter, wenn das XRechungsformat akzeptiert wird. Schließlich bekommt man das XML-File ja nicht ausgedruckt zugeschickt :-)

  • Ich habe letztens 2 Papierrechnungen, vollständig unterschiedlicher Aussteller, mit QR-Code bekommen ...

    Ist also auch im Privatverkehr in Verwendung. Sollte evtl. dann doch mittelfristig mal implementiert werden.


    Was ZUGFerd / X-Rechnung angeht, so sind, meines Wissens nach, derzeit wohl noch keine Rechnungen an Privatkunden "unterwegs". Jedenfalls sind mir noch keine untergekommen. Jetzt das große "aber":

    Da diese Art von Rechnungsstellung im Geschäftsverkehr mit Behörden Pflicht ist, wird sich dieses Format (alle für Behörden zulässigen), massiv verbreiten. Also eine Art Normierung darstellen. Wenn diese dort gelesen und verarbeitet werden, werden diese Behörden ihrerseits Bescheide/Zahlungsaufforderungen/Rechnungen ebenso ausstellen.

    Warum sollte ein Unternehmen dann im weiteren Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen (die das Format ja auch beherrschen müssten) etwas anderes verwenden? Und warum nicht auch im Verkehr mit "Privatkunden"? Mann weiß ja nie, ob derjenige nicht auch als Einzelunternehmer tätig ist ...


    Ja. Ich gehe davon aus, dass sich die XML-Standards (ZUGFerd, X-Rechnung) grundsätzlich bei elektronischen Rechnungen dursetzen werden. Das ist ja auch beabsichtigt. Deshalb wird dieses wohl langfristig vermehrt Verwendung finden und sollte von Buhl implementiert werden.

  • Das aktuell verwendete ZUGFeRD 1.0 Format ist nicht konform zur EU-Verordnung, da es ein PDF-Dokument mit eingebetteter XML ist. Es wird jedoch ein Format gefordert beim dem die Daten nicht in ein anderes Format eingebettet sind. Daher gibt es aktuell zwei Formate, ZUGFeRD 2.0 und das XRechnungsformat. Das letztere Format wird aktuell in der Bundesverwaltung implementiert. Ab November 2018 müssen die obersten/unmittelbaren Bundesbehörden dieses Format empfangen und verarbeiten können. Ab November 2019 kommen die mittelbaren/nachgeordneten Behörden dazu. Ab November 2020 ist es dann verpflichtend, dass wenn man mit der Bundesverwaltung zusammenarbeit, man Rechnungen im XRechnungsformat erstellen muss. Eine Verpflichtung seitens der Bundesverwaltung ebenfalls dieses Format für Ausgangsrechnungen zu verwenden, gibt es nicht. Daher gehe ich auch nicht von einer Verbreitung im privaten Bereich aus. Ob die Wirtschaft zukünftig auf XRechnung oder ZUGFeRD 2.0 setzt, ist ebenso unklar.

  • Bekannte Info. Wenn aber elektronische Rechnungen vermehrt verwendet werden sollen (Digitalisierung lässt grüßen), dann macht es für die Verwaltung keinen Sinn unterschiedliche Formate zu verwenden. Also werden sie das verpflichtende Eingangsformat auch im Ausgang verwenden. Und das Zug um Zug auch für alle Rechnungen. Dementsprechend auch als Amtsechnungen im Eingang der Unternehmen und Privatleute. Und bei den Unternehmen dann auch wieder als Rechnungsformat für alle ...


    Es wird dauern ...

  • Es ist ein großer Unterschied zwischen Eingangs- und Ausgangsrechnungen, denn es geht nicht so schnell und bringt erst einmal für die Verwaltung keinen Vorteil. Zunächst geht es darum die gesetzliche Vorgabe zu erfüllen alles andere ist Nebensache. Der Rechnungseingang lässt sich dank des ZRE mit geringem Aufwand realisieren. Bei den Systemen, die Rechnungen, Bescheide o. ä erstellen handelt es sich meist um spezielle Fachanwendungen, die alle angepasst werden müssen, ohne das dazu eine gesetzliche Verpflichtung besteht. Damit spart man auch erst einmal nur Porto und Papier. Hierzu muss erst einmal die Wirtschaftlichkeit betrachtet werden. Es wird auf jeden Fall dauern.

  • In der entsprechenden Richtlinie 2014/55/EU ist im Titel zwar die Rechnungsstellung bei öffentlichen Aufträgen genannt, aus der Erwägung der Gründe ist aber definitiv keine Beschränkung auf die öffentlichen Auftraggeber zu erkennen. Ganz im Gegenteil werden hier auch explizit andere mit genannt: Beachte hierzu Ziffer 35, Satz 2 ff der Gründe.

  • Es behauptet ja auch keiner, dass es eine Beschränkung gibt. Letztendlich kann jeder machen was er will. Die einzige Vorgabe ist, dass die Rechnung von öffentlichen Auftraggebern elektronisch entgegengenommen werden muss und ab 2020 eine Verpflichtung besteht diese zu übermitteln. Alles andere ist "kann".


    Allein das XRechnungsformat wird viele Firmen vor eine Herausforderung stellen, da dies nicht so einfach wie eine PDF-Datei aus einem Wordokument zu erstellen ist.


    Und glaube mir, ich bin näher an diesem Thema dran, als du dir vorstellen kannst. Aber wie immer musst du das letzt Wort haben. Ich bin jetzt raus.