Umsatzsteuervoranmeldung 10-Tage-Regelung

  • Hallo liebe Gemeinde,


    bei der Erstellung meiner EÜR für 2016 habe ich folgendes Problem. Bei der automatischen Belegerfassung werden hier nur die Umsatzsteuervorauszahlungen der Quartale 1-3 berücksichtigt obwohl die Umsatzsteuervorauszahlung des 4. Quartals 2016 am 10.01.2017 gebucht wurde. Laut 10-Tage-Regelung müsste diese aber doch noch in der EÜR 2016 berücksichtig werden, oder nicht?


    Andere Überweisungen zwischen 01.01. und 10.01.2017 werden ebenso nicht berücksichtigt.


    Kann mir das jemand erklären?


    VIelen Dank schonmal

  • Moin,
    Du müsstest die entsprechenden Umsätze über das Verrechnungskonto am 31.12. in der entsprechenden Kategorie buchen und bei der tatsächlichen Zahlung wieder das Verrechnungskonto ansprechen.
    Automatisch macht MB das nicht.

  • Danke für die Antwort. Bei der Recherche dazu bin ich auf die Info gestoßen, dass auch die Fälligkeit am 10.01. sein muss, was bei einer Dauerfristverlängerung nicht der Fall ist. Heist das, dass ich die Vorauszahlung nicht in 2016 buchen darf?

  • Nein, ich meinte schon 2016. Also, die Buchung der Umsatzsteuervorauszahlung 4/16 (Quartalszahler) ist vom 10.01.2017. Die Fälligkeit ist der 10.02.2017 da Dauerfristverlängerung. Damit darf ich die Zahlung nicht in der EÜR 2016 berücksichtigen sondern erst in der EÜR 2017 und da gibt es auch keine andere Möglichkeit, korrekt?

  • Damit darf ich die Zahlung nicht in der EÜR 2016 berücksichtigen sondern erst in der EÜR 2017 und da gibt es auch keine andere Möglichkeit, korrekt?

    korrekt

    Ergänzung: Basis ist hier § 11 Abs. 2 EStG. Hierfür ist nach Auffassung der Finanzverwaltung nicht nur der Zahlungszeitpunkt, sondern auch die Fälligkeit innerhalb des 10-Tages-Zeitraumes zu beachten.

  • Noch ein kurzer Nachtrag - gerade heute in einer Fachzeitschrift gelesen. Es gibt ein Verfahren vor dem BFH X R 44/16, da das FG Thüringen die Fälligkeit an einem Samstag oder Sonntag anerkannt hat, Urteil vom 27.1.2016 3 K 791/15). Nach diesem Urteil gehören Zahlungen bis zum 10.1. zum "alten" Jahr, auch wenn der 10.1. auf einen Samstag oder Sonntag fällt.

  • Noch ein kurzer Nachtrag - gerade heute in einer Fachzeitschrift gelesen. Es gibt ein Verfahren vor dem BFH X R 44/16, da das FG Thüringen die Fälligkeit an einem Samstag oder Sonntag anerkannt hat, Urteil vom 27.1.2016 3 K 791/15). Nach diesem Urteil gehören Zahlungen bis zum 10.1. zum "alten" Jahr, auch wenn der 10.1. auf einen Samstag oder Sonntag fällt.

    Da in diesem Jahr der 10.01. ein Sonntag ist, also es wieder aktuell ist, mal eine Frage: Ist das BFH Urteil nun für die jetzige Ust-VA des letzten Quartals nun bindend? Habe keine DFV und eine Einzugsermächtigung erteilt.


    Trotz des Urteils schreiben einige Steuerberater noch:

    Zitat

    10-Tage-Regel zur Umsatzsteuer 2020/2021

    Da der 10.1.2021 auf einen Sonntag fällt, verschiebt sich die Fälligkeit auf den 11.1.2021. Die 10-Tage-Regel ist dadurch in diesem Kontext grundsätzlich nicht anwendbar. Urteile der Finanzgerichte in den letzten Jahren haben dies wiederholt in Frage gestellt. Eine Entscheidung des BFH (Az VIII R 1/20) steht dazu noch aus.


    Die o.g. ausstehende BFH Entscheidung bezieht sich aber auf die monatliche VA mit DFV, also auf die Ust. vom vorherigen November die am 10.01. bzw. dieses Jahr am 11.01. fällig ist.


    ich finde auch kein aktuelleres Urteil. Gilt das nur in Thüringen oder deutschlandweit??

    • Offizieller Beitrag

    ....eine Einzugsermächtigung erteilt.

    Zitat

    Ausnahme Lastschriftverfahren

    Erteilt der Steuerpflichtige eine Lastschrifteinzugsermächtigung für die Umsatzsteuervoranmeldungen, gilt die Zahlung als bereits am Fälligkeitstag abgeflossen i.S.d. § 11 Abs. 2 Satz 1 bzw. Satz 2 EStG. Eine spätere Abbuchung durch das Finanzamt ist unerheblich (Urteil BFH vom 8.3.2016 VIII B 58/15 BFH/NV 2016 S. 1008).

  • Zitat

    Fälligkeitstag

    i.d.R. ist doch der 10.01. der Fälligkeitstag. Nur heute ist ein Sonntag, somit ist die Fälligkeit doch erst morgen (11.01.) und eigentlich nicht mehr innerhalb der 10 Tage.

    Laut BFH X R 44/16 solle, falls der 10.01. ein Samstag oder Sonntag ist, die Ust. noch zum alten Jahr, also der 10 Tagesregel gelten. Es wird aber irgendwie anders gedeutet oder ich verstehe dies falsch.


    Sofern also heute noch die Usterklärung abgegeben wird, dann gilt letztes Jahr und wenn es morgen (trotz Fristeinhaltung) dann nicht mehr gelte oder spielt das bei Einzugsermächtigung auch keine Rolle?

  • das ist mir generell bewusst und so handhabe ich das auch. Was ich aber meine ist, dass man dieses Jahr bis 11.01. die UstVA abgeben kann. Somit wäre der „Zeitpunkt der Fälligkeit“ der 11.01. der also nicht mehr in den 10 Tagen ist, aber laut BFH X R 44/16 es zwar nicht relevant sein soll, dass der 10. ein Sa. oder So. ist, aber genau die Situation wird in „RE: USt-Voranmeldung Zahlung 10 Tages-Regelung richtig buchen“aber nicht explizit erwähnt. Demnach würde ich es so verstehen, dass an einem verlängerten Fälligkeitstag wegen Wochenende 1 oder 2 Tage später es nicht mehr innerhalb der 10 Tage ist, sodass es gar nicht gilt oder nur wenn man die UstVA bis zum 10.01. abgegeben hat.

    • Offizieller Beitrag
  • aus dem Link von SAMM

    und für die ungläubig reagierenden


    Zitat


    Bei Erteilung einer Lastschrifteinzugsermächtigung ist der Abfluss unabhängig von einer späteren tatsächlichen Inanspruchnahme durch das Finanzamt und einer Widerrufsmöglichkeit des Stpfl. im Zeitpunkt der Fälligkeit der USt-Vorauszahlung anzunehmen, soweit das betreffende Konto im Fälligkeitszeitpunkt eine hinreichende Deckung aufweist.

    Der Stpfl. hat zu diesem Zeitpunkt von sich aus durch Erteilung der Lastschrifteinzugsgenehmigung und Abgabe der entsprechenden Umsatzsteuer-Voranmeldung alles Erforderliche getan, um den Leistungserfolg herbeizuführen. Auf den tatsächlichen Erfüllungszeitpunkt kommt es dabei nicht an. Daher ist die Zahllast einer am 10. Januar fälligen, aber später eingezogenen USt-Vorauszahlung regelmäßig im Kalenderjahr der wirtschaftlichen Zugehörigkeit als Betriebsausgabe zu berücksichtigen.


    mit hinreichende Deckung

    ist das gemeint.

    wenn das Konto nicht gedeckt ist, hast du Pech.

    und mit Erteilung des Lastschrifteneinzugs und Abgabe der der entsprechenden .......

    ist das gemeint

    die müssen nur wissen wieviel sie einziehen sollen