Phishing & Betrug im Namen des Finanzamts

Gefälschte Nachrichten erkennen und richtig reagieren

Vorsicht bei Nachrichten vom Finanzamt

Kriminelle nutzen gefälschte E-Mails, SMS oder Briefe im Namen der Finanzverwaltung, um an deine Daten oder dein Geld zu kommen. Hier findest du aktuelle Warnungen – damit du verdächtige Nachrichten sofort erkennst.

Merke: Finanzamt, ELSTER und das Bundeszentralamt für Steuern fordern dich niemals per E-Mail, SMS oder Telefon zur Zahlung oder zur Preisgabe persönlicher Daten auf.

Echt oder Fake: So unterscheidest du

Die gute Nachricht: Echte Post vom Finanzamt und ein Betrugsversuch lassen sich meist auf den ersten Blick auseinanderhalten – wenn du weißt, worauf du achten musst. Die folgenden beiden Übersichten zeigen dir die typischen Merkmale.

✓ So meldet sich das Finanzamt wirklich

  • Wichtige Schreiben kommen in der Regel per Post – nicht überraschend per E-Mail oder SMS.
  • Bankdaten und Passwörter werden nie digital „bestätigt“ oder abgefragt.
  • Deine Steuer-ID liegt der Behörde längst vor – sie wird kurz nach der Geburt vergeben.
  • Offizielle Nachrichten landen im gesicherten ELSTER-Portal nach dem Login.

✗  Daran erkennst du einen Betrug

  • Zeitdruck und Drohungen – etwa mit Pfändung, Ermittlungen oder Kontosperrung.
  • Aufforderung zur Zahlung oder zur „Bestätigung“ von Bank- oder Kontodaten.
  • Links oder Buttons zur „Validierung“ oder „Datenprüfung“.
  • Rechtschreibfehler, unpersönliche Anrede oder eine fremde Absenderadresse.

Aktuelle Warnungen

 

Das Finanzministerium Schleswig-Holstein warnt vor betrügerischen Anrufen: Unbekannte geben sich als Finanzbeamte aus und versuchen, dich zu einer Zahlung zu drängen oder sensible Daten aus dir herauszulocken. Die Masche setzt auf den Überraschungsmoment am Telefon – doch so arbeitet das Finanzamt nicht.

So erkennst du die Fakes

  • Du wirst unvermittelt angerufen und zu einer Zahlung aufgefordert – das macht dein Finanzamt nie telefonisch.
  • Am Telefon sollst du sensible Daten nennen, etwa deine Bankverbindung oder Steuernummer.
  • Es wird Druck aufgebaut oder mit Konsequenzen gedroht, damit du schnell und unüberlegt handelst.

So solltest du reagieren:

  • Leg einfach auf und gib keine persönlichen Daten preis.
  • Nenne weder Kontodaten noch Steuernummer und sag keine Zahlung zu.
  • Bist du unsicher, ob der Anruf echt war? Wende dich direkt an dein örtliches Finanzamt – über die offizielle Telefonnummer, die du selbst heraussuchst, nicht über eine Rückrufnummer aus dem Anruf.

Wichtig: Dein Finanzamt fordert dich nie unvermittelt am Telefon zu einer Zahlung auf und fragt dort keine Bankverbindung oder Steuernummer ab.

👉 Finanzämter in Schleswig-Holstein

👉 Welches Finanzamt ist für mich zuständig?

Das Bayerische Landesamt für Steuern warnt erneut vor gefälschten E-Mails im Namen der Steuerverwaltung. Als Absender geben sich die Betrüger als ELSTER, als Finanzamt oder als Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) aus. In der Mail wirst du aufgefordert, eine angehängte Datei zu öffnen. Das soll angeblich dein Steuerbescheid oder eine Rechnung sein. In Wirklichkeit wollen die Betrüger an deine Zugangsdaten und an deine Konto- oder Kreditkartendaten.

So erkennst du die Fakes

  • Die Mail hat einen Anhang, der ein Steuerbescheid oder eine Rechnung sein soll. Die Steuerverwaltung verschickt solche Dokumente nie als E-Mail-Anhang.
  • Du wirst nach Steuernummer, Kontoverbindung, Kreditkartennummer, PIN oder der Antwort auf deine Sicherheitsabfrage gefragt. Danach fragt die Steuerverwaltung nie per E-Mail.
  • Absenderadresse und Text ändern sich ständig. Eine seriös wirkende Adresse ist deshalb kein Beweis für eine echte Mail.

So solltest du reagieren:

  • Öffne keine Anhänge und klicke keine Links an.
  • Antworte nicht und gib keine Daten ein.
  • Lösche die Nachricht.

Wenn du unsicher bist, melde dich direkt bei Mein ELSTER an und schau dort in dein Postfach. Gib die Adresse dafür selbst im Browser ein und nutze nie den Link aus der Mail. Alternativ fragst du bei deinem Finanzamt nach.

Wichtig: Echte E-Mails von ELSTER sind nur Benachrichtigungen. Steuerdaten, Bescheide oder Rechnungen kommen nie als Anhang.

Mehrere Finanzverwaltungen warnen vor gefälschten E-Mails, die eine angebliche „Außenprüfung gemäß § 193 Abgabenordnung“ ankündigen. Der Fachbegriff ist vielen Selbstständigen und Unternehmen vertraut und soll gezielt Vertrauen schaffen. In der Mail wird auf einen vermeintlichen PDF-Anhang verwiesen – tatsächlich steckt dahinter eine manipulierte HTML-Datei, die dich zur Eingabe deines Passworts verleiten soll. So wollen die Betrüger an deine Zugangsdaten gelangen.

So erkennst du die Fakes

  • Eine Prüfungsanordnung kommt per E-Mail – echte Anordnungen schicken die Finanzämter ausschließlich per Post oder über dein ELSTER-Postfach, nie per unverschlüsselter E-Mail.
  • Du sollst einen Anhang öffnen und anschließend ein Passwort oder persönliche Daten eingeben.
  • Der Absender wirkt offiziell – doch Absendername und -adresse lassen sich fälschen und sind kein Beweis für eine echte Nachricht.
  • Die Mail bleibt vage: Eine echte Prüfungsanordnung nennt konkrete Angaben zur Prüfung und den Namen der prüfenden Person.

So solltest du reagieren:

  • Öffne den Anhang nicht und klicke keine Links an.
  • Gib kein Passwort und keine Daten ein.
  • Lösche die Nachricht.
  • Bist du unsicher, ob tatsächlich eine Prüfung ansteht? Frag ausschließlich über die bekannte, offizielle Telefonnummer bei deinem Finanzamt nach – nicht über die Kontaktdaten aus der Mail.

Wichtig: Das Finanzamt kündigt eine Außenprüfung nie per einfacher E-Mail an und fordert dich darin niemals zur Eingabe von Passwörtern oder Zugangsdaten auf.

Aktuell warnt die Verbraucherzentrale vor einer Phishing-Welle im Namen von ELSTER. Die gefälschten E-Mails tragen den Betreff „Ihr elektronischer Steuerbescheid für 2026 ist abrufbar“ und behaupten, ein Bescheid mit Steuerguthaben liege für dich bereit. Über einen Link sollst du eine angebliche Prüfung durchlaufen oder deine IBAN „bestätigen“, um die Auszahlung freizuschalten. Tatsächlich sollen so deine Zugangs- und Bankdaten abgegriffen werden.

So erkennst du die Fakes

  • Der Betreff nennt das Jahr 2026 – aktuell werden aber die Erklärungen für 2025 bearbeitet. Ein „Bescheid für 2026″ ergibt zeitlich keinen Sinn.
  • Allgemeine Anrede ohne deinen Namen.
  • Fragwürdige Absenderadresse, die nur auf den ersten Blick offiziell wirkt.
  • Aufforderung, über einen Link Daten oder deine IBAN einzugeben.
  • Zeitdruck, etwa die Drohung, „offene Transaktionen“ zu stornieren.

So solltest du reagieren:

  • Klicke keine Links und öffne keine Buttons in der E-Mail.
  • Gib keine persönlichen Daten und keine Bankverbindung ein.
  • Verschiebe die Nachricht direkt in den Spam-Ordner bzw. lösche sie.
  • Rufe deinen Steuerbescheid ausschließlich über das offizielle ELSTER-Portal ab – Adresse selbst im Browser eingeben, nie über die Mail.

Wichtig: Das Finanzamt verschickt keine Steuerbescheide per E-Mail und auch keine Mails mit Anmelde-Button. Du erhältst höchstens den kurzen Hinweis, dass in deinem ELSTER-Postfach eine Nachricht bereitliegt – abrufbar nur nach Login im echten Portal.

Das Bundesfinanzministerium (BMF) warnt aktuell vor mehreren Betrugsversuchen im Namen von Behörden. Kriminelle verschicken gefälschte Briefe und E-Mails, um an Geld oder persönliche Daten zu gelangen.

Besonders häufig taucht derzeit ein angebliches Schreiben des BMF mit dem Titel „Formal Notice of Final Statutory Tax Clearance Requirement and Reinstatement Assurance“ auf. Empfänger sollen rund 550 Euro zahlen, um eine angebliche Kontosperrung aufzuheben. Das Schreiben ist gefälscht.

Außerdem kursieren:

  • gefälschte E-Mails zu angeblich nicht zustellbaren Steuererstattungen,
  • Schreiben mit vermeintlichen Anlageangeboten im Namen des Bundesfinanzministers,
  • falsche Zahlungsaufforderungen mit Bankverbindungen der Bundeskasse,
  • sowie Fake-Schreiben im Namen des Bundeszentralamts für Steuern (BZSt).

So solltest du reagieren 

  • Öffne keine verdächtigen Anhänge oder Links.
  • Leiste keine Zahlungen aufgrund solcher Schreiben oder E-Mails.
  • Gib keine persönlichen Daten oder Bankdaten weiter.
  • Prüfe Absender und Inhalte genau.
  • Kontaktiere im Zweifel direkt die zuständige Behörde.

Wichtig:  Behörden fordern sensible Daten oder Zahlungen nicht überraschend per E-Mail an.

Derzeit wird verstärkt eine betrügerische E-Mail versendet, die vermeintlich von ELSTER stammt. Unter dem Betreff „Amtliche Benachrichtigung zur Steuererstattung“ behauptet das Schreiben, eine Rückerstattung sei für dich vorgesehen. Über einen Button „Validierung starten“ sollst du deine aktuellen Bankdaten bestätigen und damit die Auszahlung „freischalten“. Tatsächlich handelt es sich um eine Phishing-Masche, mit der Kriminelle deine sensiblen Kontoinformationen abfangen wollen.

 

Screenshot einer gefälschten ELSTER-Phishing-Mail mit dem Betreff ‚Amtliche Benachrichtigung zur Steuererstattung'

So erkennst du die Fakes

  • Der Absender verwendet keine offizielle ELSTER-Adresse, sondern von einem gewöhnlichen Anbieter.
  • Es wird zur schnellen Eingabe von Bankdaten aufgefordert („Validierung Ihrer aktuellen Bankdaten notwendig“).
  • Offizielle Behörden würden nie per E-Mail die Bankverbindung bestätigen lassen oder Rückerstattungen ankündigen.
  • Rechtschreib- und Grammatikfehler sind häufig vorhanden sowie ein externer Link („mendylscourt.com“).

So solltest du reagieren:

  • Klicke keine Links und öffne keine Buttons in solchen E-Mails.
  • Gib keine persönlichen Daten, insbesondere keine Konto- oder Kreditkartendaten, weiter.
  • Lösche die Nachricht sofort aus deinem Postfach.
  • Bei Unsicherheit: Kontaktiere dein zuständiges Finanzamt telefonisch oder über das offizielle Portal.
  • Speichere Belege (zum Beispiel Screenshot) und melde den Vorfall der Polizei oder einer Verbraucherschutzstelle.

Wichtig: ELSTER oder dein Finanzamt fordert niemals per E-Mail zur Bestätigung von Bankdaten oder Steuererstattungen auf – offizielle Nachrichten erhältst du ausschließlich über das gesicherte Portal nach dem Login.

Aktuell ist eine gefälschte E-Mail im Umlauf, die sich auf das „Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens“ bezieht. Der Absender nennt sich „Michael Weber, Fachdienst Leistungsbearbeitung“. Unter dem Vorwand einer „notwendigen Bestätigung der Steuerdaten“ sollen Empfänger auf einen Link klicken und persönliche Angaben übermitteln.

Die Nachricht wirkt offiziell, führt jedoch zu einer betrügerischen Website („mendylscourt.com“), über die sensible Daten abgegriffen werden sollen.

 

So solltest du reagieren:

  • Klicke keine Links an und öffne keine Anhänge.
  • Gib keine persönlichen Daten ein.
  • Lösche die Nachricht umgehend.
  • Melde den Betrugsversuch an dein zuständiges Finanzamt oder an die Polizei.
Die Thüringer Finanzverwaltung warnt vor einer aktuellen Phishing-Welle: Betrüger versenden täuschend echte E-Mails im Namen des Bundeszentralamts für Steuern. Darin werden Steuerpflichtige aufgefordert, ihre Steuer-Identifikationsnummer über einen Link einzugeben – verbunden mit dem Versprechen einer Rückzahlung. Tatsächlich handelt es sich um eine Betrugsmasche, mit der sensible Daten abgegriffen oder Schadsoftware eingeschleust werden soll.

So solltest du reagieren:

Die Täter nutzen täuschend echte Webadressen, hinter denen sich Fälschungen verbergen. Deshalb gilt: Keine Links anklicken, keine Daten eingeben und im Verdachtsfall die Polizei informieren.

Wichtig: Das Bundeszentralamt für Steuern fordert solche Angaben niemals per E-Mail. Die Steuer-ID wird bereits kurz nach der Geburt vergeben, sodass der Behörde die Daten ohnehin vorliegen.

Im Ernstfall

Was tun, wenn du eine verdächtige Nachricht bekommst?

1Nicht reagieren
Nichts anklicken, keine Daten eingeben, keine Zahlung leisten.

2Beweise sichern
Screenshot machen und die Original-Nachricht aufbewahren.

3Behörde fragen
Beim Finanzamt telefonisch oder über das ELSTER-Portal nachfragen.

4Bei Schaden melden
Anzeige bei der Polizei erstatten und die Bank informieren.

5Nachricht löschen
Die verdächtige Nachricht anschließend aus dem Postfach entfernen.

Melden & Hilfe

Wo du einen Betrugsversuch melden kannst

Wenn du eine verdächtige Nachricht erhalten oder bereits Daten übermittelt hast, wende dich an eine dieser Stellen:

  • Dein Finanzamt: Rückfragen zu Schreiben oder Nachrichten klärst du am sichersten direkt über die offizielle Telefonnummer oder das ELSTER-Portal.
  • Bundeszentralamt für Steuern (BZSt): informiert über aktuelle Maschen und nimmt Hinweise entgegen – bzst.de.
  • Polizei: Bei finanziellem Schaden Anzeige erstatten – online über die Onlinewache deines Bundeslandes oder über polizei.de.
  • Verbraucherzentrale: ordnet Betrugsmaschen ein und berät im Zweifelsfall – verbraucherzentrale.de.