Verspätungszuschlag

Verspätungszuschlag

Auch in Erstattungsfällen möglich


Wer mit seiner Steuererklärung nicht bis zum 31. Mai fertig wird, sollte vorsorglich um eine Fristverlängerung bitten – auch wenn man mit einer Erstattung rechnet.

Betroffen sind nur Pflichtveranlagungen

Ein Verspätungszuschlag kann nur dann festgesetzt werden, wenn Sie gesetzlich zur Abgabe einer Erklärung verpflichtet sind. Gründe für eine Abgabepflicht bei Arbeitnehmern können beispielsweise sein:

  • Auf Ihrer Lohnsteuerkarte wurde ein Freibetrag eingetragen (ausgenommen Behinderten- und Hinterbliebenenpauschbetrag).
  • Sie und Ihr Ehepartner haben die Steuerklassen III/V oder IV/IV mit Faktor gewählt.
  • Sie haben Lohnersatzleistungen (Krankengeld, Arbeitslosengeld, Elterngeld) bezogen.
  • Sie haben einen Betrieb und erzielen damit einen Gewinn von mehr als 410 Euro. Dabei ist es unerheblich, ob Sie diesen nur nebenbei betreiben.
  • Sie vermieten Wohneigentum und erzielen damit einen Überschuss von mehr als 410 €.

Druck- und Erziehungsmittel

Der Verspätungszuschlag dient dem Finanzamt als Sanktion für eine Pflichtverletzung – der verspäteten Abgabe der Steuererklärung. Wenn Sie bereits die letzten Jahre Ihre Erklärung verspätet abgegeben haben und auch dieses Jahr unpünktlich sind, ist die Festsetzung eines Verspätungszuschlags wahrscheinlich. Bei erstmaliger Verspätung drückt der Bearbeiter aber meist ein Auge zu.

Wenn Sie jedoch keine Schuld an der verspäteten Abgabe haben, muss das Finanzamt von der Festsetzung absehen. Hier können nicht vorhersehbare Umstände wie Krankheit oder Tod ein Entschuldigungsgrund sein. Dies muss jedoch im Einzelfall von der Behörde entschieden werden.

Höhe des Verspätungszuschlages

Der Verspätungszuschlag wird anhand der festgesetzten Steuer ermittelt. Bei der Berechnung außer Acht bleiben dabei gezahlte Beträge wie Vorauszahlungen, Lohnsteuer oder Kapitalertragssteuer.

Die Höhe liegt im Ermessen des Finanzbeamten, willkürlich sein darf er jedoch nicht: Der Verspätungszuschlag darf höchstens 25.000 Euro betragen sowie 10 Prozent der festgesetzten Steuer nicht übersteigen. Ein Verspätungszuschlag von über 5.000 Euro kann jedoch nur in Ausnahmefällen festgesetzt werden.

Fristverlängerung beantragen

Besteht bei Ihnen eine Abgabepflicht und Sie können bereits absehen, dass Sie es bis zum 31. Mai nicht schaffen? Dann zögern Sie nicht und bitten Sie beim Finanzamt um eine Fristverlängerung- schriftlich oder per Telefon. In der Regel gewähren die zuständigen Beamten eine ausreichend lange Frist – in Ausnahmefällen sogar bis Silvester. Bis zum gewährten Termin sollte die Erklärung dann aber beim Finanzamt sein, da meist keine weitere Fristverlängerung gewährt wird.

 

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