Einkommen-steuer-bescheid Beispiel

Einkommensteuerbescheid richtig lesen

Steuerbescheid vom Finanzamt richtig lesen

Alles, rund um den Einkommensteuerbescheid: Was ist der Steuerbescheid? Wie lese ich ihn richtig? Und was mache ich, wenn der Bescheid fehlerhaft ist?

Wie lang dauert es, bis ich den Einkommensteuerbescheid bekomme?

Das kann von Finanzamt zu Finanzamt unterschiedlich sein. Im Schnitt dauert es 6-8 Wochen.

Die schnellsten Finanzämter für den Steuerbescheid 2019 saßen in Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Hamburg. Die Bearbeitungszeit beträgt in diesen Bundesländern dort rund 48 Tage – vom Eingang der Erklärung bis hin zum Versand des Steuerbescheides.

Es kann allerdings auch deutlich länger dauern, bis man den Einkommensteuerbescheid in der Hand hält.

Ich habe meinen Steuerbescheid immer noch nicht erhalten – was tun?

Du wartest bereits seit mehr als einem Monat auf die Bearbeitung deiner Steuererklärung? Keine Scheu: Ruf einfach deinen persönlichen Bearbeiter an und fragen freundlich nach dem Bearbeitungsstand.

Übrigens: Wenn du diene Erklärung mit WISO Steuer abgibst, wird die Steuer meistens schneller bearebitet als wenn du z. B. per Papierformular abgibst.

Der Sachbearbeiter kann keinen triftigen Grund für die Verzögerung nennen? Vielleicht hilft ein Brief an den Vorgesetzten, den Sachgebietsleiter. Doch Vorsicht: Wer findet es schon toll, bei seinem Chef angeschwärzt zu werden? Genauere Nachfragen zu bestimmten Eintragungen in der Erklärung sollten dich daraufhin nicht verwundern.

Der Steuerbescheid ist auch nach einem halben Jahr nicht da?

Jetzt kannst du eine Untätigkeitsklage beim Finanzgericht einreichen. Dies ist jedoch als das allerletzte Mittel zu verstehen, um beim Finanzamt etwas zu bewegen. Kontaktiere vorher lieber erst dein Finzamat und frage freundlich nach dem Stand deiner Erklärung. Der Sachbearbeiter hat nämlich bei all seinen Entscheidungen einen Ermessungsspielraum. Webb du ihn Anschwärzt, kann es gut sein, dass er in den folgenden Jahren bei einer 50:50-Frage eher gegen dich entscheidet.

Wie lese ich die Angaben im Einkommensteuerbescheid richtig?

Einkommen-steuerbescheid richtig lesen Infografik

Alle Details auf der Rückseite des Steuerbescheids

Steuerbescheid lesen: Details Rückseite

Änderung eines Einkommensteuerbescheides

Ein bereits ergangener Steuerbescheid kann nicht wegen “neuer Tatsachen” zu deinen Ungunsten geändert werden. Das gilt dann, wenn die –  widersprüchlichen – Angaben des Steuerpflichtigen in seiner Steuererklärung vom Finanzamt bei der Veranlagung zunächst übernommen worden waren.

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Fehler im Steuerbescheid – wie reagiere ich?

Ein Steuerbescheid mit unerwartetem Ergebnis kann die private Finanzplanung mächtig aus dem Ruder laufen lassen. Nicht selten liegt der Fehler jedoch bei einem überlasteten Finanzbeamten. Doch selbst wenn du dich selbst verrechnet hast, musst du dafür nicht gnadenlos büßen. Recht einfach läuft das Verfahren ab, wenn du dich an die Einspruchsfristen hältst.

Das musst du wissen:

  • Jede dritte Steuerfestsetzung weist Fehler auf
  • Einspruch binnen eines Monats hält den Fall offen
  • Änderung eines bestandkräftigen Bescheids in Ausnahmefällen zulässig

Die Finanzbehörden sind restlos überfordert

Immerhin geben die Deutschen jedes Jahr mehr als 30 Millionen Steuererklärungen ab – Tendenz steigend. Neue Stellen werden in den Ämtern jedoch nicht geschaffen, und elektronische Prüfungsprogramme können erst in einigen Jahren tatsächlich für Erleichterung sorgen. Bis dahin heißt es: Augen zu und durch.

So haben Mitarbeiter nach Schätzungen von Insidern teilweise noch eine knappe halbe Stunde, um die Steuererklärung eines normalen Arbeitnehmers zu bearbeiten. Laut Bund der Steuerzahler nehmen sich die Beamten im Mittel sogar nur acht Minuten pro Fall Zeit – und das, während gleichzeitig die Gesetze und Spezialvorschriften immer komplizierter werden. Das Ergebnis: Bei einigen Finanzämtern weist schon jetzt jede dritte Steuerfestsetzung Rechen- oder Übertragungsfehler auf.

Was tun, wenn der Bescheid falsch ist?

Du sollst mehr Steuern zahlen als ursprünglich berechnet? Hier solltest du sofort handeln und Einspruch gegen den Steuerbescheid einlegen – und das am besten so schnell wie möglich. Denn sonst geht dir unter Umständen sehr viel Geld verloren. Gründe für fehlerhafte Bescheide gibt es viele: Nicht anerkannte Ausgaben, Zahlendreher oder auch eine falsch angewandte Rechtsprechung.

Steuerbescheid immer prüfen!

Grundsätzlich gilt: Untersuche den Einkommensteuerbescheid genauestens und trage alle Unstimmigkeiten zusammen. Danach legst du Einspruch beim Finanzamt ein. In WISO Steuer stehen dir dafür alle wichtigen Musterschrieben zur Verfügung.

Falsche Eingabe oder Zahlendreher

Diese Fehler sind die häufigsten in Steuerbescheiden: Schnell ist man in der Zeile eines Formulars verrutscht oder hat die Tasten in der falschen Reihenfolge angeschlagen. Da Finanzbeamte auch nur Menschen sind, passieren auch ihnen diese Fehler. Das Gute daran: Fehler im Steuerbescheid sind meist offensichtlich. Daher heißen sie im Steuersprech auch „offenbare Unrichtigkeiten“.

Das Beste hierbei: Einen Einspruch braucht man bei solchen Fehlern gar nicht einzulegen! Es genügt ein Anruf oder ein formloser Brief beim Finanzamt. Solche Irrtümer werden meist problemlos geändert.

Experten Tipp

Auf Nummer sicher gehen?

Dann empfehlen wir trotzdem, den formlosen Einspruch per Brief einzureichen. Bitte im Schreiben auch darum, den Eingang zu bestätigen. So hast du auch wirklich Gewissheit, dass die richtige Stelle Bescheid weiß. Alle Schreiben, die du dafür brauchst, kannst du in WISO Steuer herunterladen. So brauchst du dir keine Sorgen über die Formulierung machen.

Einkommensteuerbescheid prüfen

Ein Tipp lautet daher für jeden Steuerpflichtigen: Wer seine Erklärung ohne Hilfe eines Steuerberaters erstellt, sollte sich eine Kopie gut aufheben. Diese kann er später mit dem erteilten Bescheid vergleichen.

Die Suche ist oft schnell erledigt. Wurden etwa Angaben zu den Kindern falsch eingetragen oder Daten falsch übernommen, liegt der Fehler auf der Hand. Dann kann schon ein Telefonat mit dem Sachbearbeiter für Klarheit sorgen.

Experten Tipp

Bescheidprüfung in WISO Steuer

WISO Steuer prüft deinen Bescheid automatisch und zeigt dir, welche Angaben das Finanzamt geändert hat. So siehst du alles auf einen Blick und kannst entscheiden, ob du Einspuch einlegs.

Ja oder nein – Was sagt die Rechtsprechung?

Das Finanzamt hat eine Ausgabe gestrichen? Du bist aber sind der Meinung, dass dir der Ansatz der Kosten rechtlich zusteht? Wenn das Gesetz nicht eindeutig greift, scheuen sich Finanzbeamte gerne mal, Kosten anzuerkennen. Die besten Chancen, sich zur Wehr zu setzen, hast du mit der Angabe von Gerichtsurteilen im Einspruch. Gute Erfolgsaussichten versprechen die Angabe von Urteile folgender Gerichte:

  • des Europäischen Gerichtshofes (EuGH)
  • des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG)
  • des Bundesfinanzhofes (BFH)

Auch Urteile der deutschen Finanzgerichte (FG) kannst du beim Einspruch angeben. Der Haken dabei: Diese Urteile gelten nicht generell für jeden Steuerfall, sondern nur im verhandelten Einzelfall. Oft widersprechen sich auch viele Finanzgerichte. Aber: versuche unbedingt trotzdem deinGlück! Denn deinem Sacharbeiter im Finanzamt steht es frei, ob er das angebrachte Urteil anwendet oder nicht.

Achtung Icon

Selbst gemachte Fehler

Ein Einspruch ist auch möglich, wenn man selbst einen Fehler gemacht hat. Hast du also beispielsweise vergessen, Ausgaben für Fachliteratur geltend zu machen, kannst du dies problemlos im Einspruchsverfahren nachholen. Auch wenn du einfach verbummelt hast, absetzbare Belege einzureichen, können die Ausgaben noch nachträglich berücksichtigt werden.

Fehler im bescheid, der mir Vorteile bring

Was, wenn sich das Finanzamt zu meinen Gunsten verrechnet hat? Erhältst du einen offensichtlich fehlerhaften Einkommensteuerbescheid und machst das Finanzamt nicht darauf aufmerksam, kannst du deswegen nicht wegen Steuerhinterziehung belangt werden.

Auch wenn statt einer erwarteten Nachzahlung plötzlich eine satte Erstattung winkt, bist du nicht verpflichtet, dies dem Finanzamt mitzuteilen. Voraussetzung für die Straffreiheit ist, dass die zuvor abgegebene Steuererklärung richtig war und darin alle Daten vollständig angegeben wurden. Du darfst also weder Tatsachen weggelassen, noch Zahlen verfälschen, die dann zum Fehler des Finanzamtes führen. Mit der vollständigen und ordnungsgemäßen Abgabe der Steuererklärung hast du deine Pflichten als Steuerzahler erfüllt.

Auch wenn du den Fehler des Finanzamtes stillschweigend hinnimmst und diesen sogar noch in den kommenden Jahren ausnutzt, begehst du keine Steuerhinterziehung. Es ist keine Straftat, wenn man den Fiskus nicht auf einen fehlerhaften Bescheid hinweist. Doch Vorsicht: Die Behörde kann von sich aus den Bescheid noch vier Jahre lang korrigieren.

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Was passiert, wenn das Finanzamt zu viel zurückerstattet hat?

Urlaub, Musik-Anlage, ein neues Fahrrad – sofort hat man viele Ideen, was man alles mit dem unerwarteten Geldsegen anstellen kann. Doch dann meldet sich das schlechte Gewissen: Darf man  das Geld einfach behalten? Oder droht sogar Strafe, wenn man nichts sagst?! Legal kann das doch nicht sein? Es ist ja schließlich nicht wirklich mein Geld.

Die gute Nachricht zuerst: Überweist das Finanzamt mehr Geld und man sagt nichts, kann man nicht wegen Steuerhinterziehung belangt werden.

Also fast nicht. Denn das funktioniert nur einer Bedingung: Die Steuererklärung muss komplett richtig sein. Also wirklich komplett richtig. Du musst alle Daten vollständig angegeben haben. Auch Tatsachen dürfen nicht weggelassen werden. Und Zahlen dürfen auch nicht verfälscht sein. Mit einer korrekten Steuererklärung hast du deine Pflichten als Steuerbürger erfüllt.

Einkommensteuerbescheid falsch: Trotzdem nachzahlen?

Trotz Einspruch musst du die im Bescheid festgesetzte Steuer grundsätzlich zunächst zahlen. Das gilt selbst dann, wenn der Bescheid eindeutig falsch ist.

Aber es gibt eine Möglichkeit, unnötige Zahlungen zu vermeiden:

Bezüglich der strittigen Steuerbeträge solltest du gleichzeitig mit dem Einspruch immer einen Antrag auf Aussetzung der Vollziehung stellen. Stimmt das Finanzamt diesem Antrag zu, musst du die strittige Steuer (erst einmal) nicht zahlen. Was du jedoch bedenken solltest: Wird der Einspruch später abgelehnt, werden Zinsen fällig.

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Einspruch gegen den Einkommensteuerbescheid einlegen

Du erkennst gleich, dass der Steuerbescheid falsch ist? Dann lege Einspruch ein. Auch wenn du gerade viel zu tun hast, vergiss nicht die Einspruchsfrist. Sie beträgt einen Monat nach Erhalt des Einkommensteuerbescheides.

Per E-Mail

Mittlerweile ist ein Einspruch auch per E-Mail möglich. Aber nur, wenn auf dem Bescheid eine offizielle E-Mail-Adresse genannt ist. Ansonsten bleibt Ihnen der klassische Weg auf Papier, also der Einspruch in schriftlicher Form. Als weitere Alternative können Sie sich auf den Weg zu Ihrem Finanzamt machen. Dort geben Sie Ihren mündlichen Einspruch zu Protokoll.

Verböserung bei Einspruch

Das hört sich schlimmer an als es ist. Habt man mit dem Einspruch Recht, kann es trotzdem sein, dass der Bearbeiter weitere Fehler entdeckt. Wenn sich bei Berichtigung aller Fehler die Steuerlast erhöhen würde, kannst du den Einspruch wieder zurücknehmen. Dann bleibt der alte Einkommensteuerbescheid gültig.

Ich habe selbst Fehler gemacht – was nun?

Auch andere Gründe können zu einer nachträglichen Änderung der Steuerfestsetzung führen: Findest du noch Quittungen, die erdu nicht eingereicht hast, hilft der Einspruch. Genauso können auch noch günstigere Wahlrechte ausgeübt werden. Ist die einmonatige Einspruchsfrist jedoch erst einmal abgelaufen, wird es komplizierter.

Hat das Finanzamt, wie in den vergangenen Jahren immer häufiger, den Einkommensteuerbescheid unter dem Vorbehalt der Nachprüfung erlassen, ändert sich nichts. Du kannst – solange der Vorbehalt besteht – auch von deiner Seite her Änderungen vornehmen lassen. Gleichzeitig ist das Finanzamt berechtigt, die Steuerschuld noch zu erhöhen.

Das sind die am häufigsten vergessenen Angaben der Steuerzahler:

  1. Vergessene Quittungen
  2. Fahrkosten
  3. Pauschbeträge vergessen
  4. Kirchensteuer bei Austritt aus der Kirche
  5. Behindertenausweis vergessen
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Rechnungen einfach per Foto in die Steuer einfügen

Sobald du eine Rechnung bekommst, machst du einfach ein Foto mit dem Smartphone und die App liest das Dokument automatisch als PDF für deine Steuererklärung ein. Wie ein Scanner, nur viel schlauer!

Kilometer rückwirkend geltend machen

Unter Vorbehalt galten die Steuerbescheide zuletzt auch bei der Pendlerpauschale: Das Bundesverfassungsgericht hat bekanntlich die Regelung gekippt, erst einen Arbeitsweg ab 21 Kilometern steuerlich zu berücksichtigen. Nun können rückwirkend zum 1. Januar 2007 – und bis zu einer erneuten Änderung der Rechtslage – wieder Fahrten zum Arbeitsplatz voll abgesetzt werden. Wer in seiner Steuererklärung 2007 keine Angaben zur Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte und der Zahl der Arbeitstage gemacht hat, sollte das schnellstens nachholen. Der Fiskus wird von Amts wegen die Änderung der Steuerfestsetzung für 2007 veranlassen.

Pauschbeträge nachträglich geltend machen

Ein weiterer häufiger Grund sind beispielsweise Kirchensteuererstattungen im Folgejahr, die dann nach einem Kirchenaustritt nicht mehr mit gezahlter Kirchensteuer verrechnet werden können. Auch wer etwa einen Behindertenausweis beantragt, diesen aber erst nach Zugang des Steuerbescheides erhält, kann noch nachträglich zumindest die entsprechenden Pauschbeträge für Behinderte geltend machen.

Endgültig unabänderbar wird der Bescheid mit Ablauf der steuerlichen Festsetzungsverjährung

Hier spielt dann wieder der Jahreswechsel eine wichtige Rolle. Im Regelfall beginnt die vierjährige Festsetzungsverjährung zum 31. Dezember des Jahres, in dem die entsprechende Steuererklärung beim Finanzamt eingereicht wurde. Wer so beispielsweise seine Steuererklärung für 2003 pflichtgemäß 2004 abgegeben hat, konnte einen Änderungsantrag in der Regel nur noch bis Ende 2008 stellen. Denn entscheidend für die Frist ist immer, wann der Antrag beim Finanzamt eingeht.

Gleichzeitig bedeutet die Regelung, dass alle späteren Bescheide weiterhin angegangen werden können. Ein Blick in die alten Steuerunterlagen könnte sich so auch jetzt lohnen.

Einkommensteuerbescheid andechten

Greifen die oben genannten Ausnahmen nicht, musst du schon tiefer in die Trickkiste greifen. Denn eine Änderung des dann bestandskräftigen Bescheids ist nur noch in speziell geregelten Ausnahmefällen zulässig. Die wichtigsten Gründe sind hierbei nachträglich bekannt gewordene Tatsachen sowie sogenannte rückwirkende Ereignisse.

Der Unterschied zwischen diesen beiden Gründen erschließt sich auf den ersten Blick zwar nicht. Im Steuerrecht ist aber genau geregelt, wann die beiden Ausnahmen greifen. Eine genaue Begründung und Unterscheidung ist zumindest dann sinnvoll, wenn es später zu Streitigkeiten mit dem Finanzamt kommt.

Erkennt der Steuerpflichtige beispielsweise erst Monate nach der Abgabe seiner Erklärung, dass er aus Versehen abzugsfähige Kosten bei der Berechnung seiner Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung anstatt von den Mieteinnahmen abzuziehen, addiert hat, kann dies ein Fall einer nachträglich bekannt gewordenen Tatsache sein. Wichtig ist hierbei nur, ob der Fehler dem Sachbearbeiter im Finanzamt hätte auffallen können oder nicht. Wenn der Beamte die fehlerhafte Berechnung nicht gesehen hat, ist eine Korrektur möglich.

Zweiter Grund für eine Korrektur sind die sogenannten rückwirkenden Ereignisse. Dies ist der Fall, wenn der Steuerzahler erst nach dem Ablauf der Einspruchsfrist einen Kinderfreibetrag übertragen bekommt oder wenn der ehemalige Ehepartner nachträglich dem Realsplitting zustimmt.

Antrag auf Aussetzung der Vollziehung des Bescheids (AdV)

Die “Vollziehung” des Einkommensteuerbescheides kann man nur vermeiden, wenn man gleichzeitig mit dem Einspruch einen “Antrag auf Aussetzung der Vollziehung” (AdV) gemäß § 361 AO stellt. Gibt das Finanzamt dem Antrag statt, wird die Steuer vorläufig bis zur endgültigen Entscheidung wie von dir gewünscht festgesetzt. Erhältst du später allerdings eine ablehnende Einspruchsentscheidung und wird diese rechtskräftig, musst du die ausgesetzte Steuer nachzahlen und für den Aussetzungszeitraum auch noch Aussetzungszinsen zahlen.

Nur in lukrativen Fällen

Angesichts des derzeit niedrigen Zinsniveaus am Kapitalmarkt verzichten Steuerpflichtige vernünftigerweise auf einen AdV, wenn der Erfolg ihres Einspruchs unsicher ist. Denn es rechnet sich nicht, eine vorläufige Steuererstattung zu weit unter 3 % p.a. kurzfristig anzulegen und dann bei einer Zurückweisung des Einspruchs 6 % p.a. ans Finanzamt zahlen zu müssen. Etliche Finanzämter sind nun dazu übergegangen, bei lukrativen Fällen dem Einspruchsführer einfach eine Aussetzung der Vollziehung zu gewähren, obwohl diese von ihm gar nicht beantragt wurde. Der Grund dafür ist klar: Rechnet das Finanzamt damit, dass der Einspruch unbegründet ist, kassiert es später satte 6 % p.a. Aussetzungszinsen.

Aufgezwungene AdV rechtswidrig

Ein Steuerpflichtiger wollte sich das nicht gefallen lassen und klagte gegen die ihm von seinem Finanzamt aufgezwungene AdV. Er bekam vor dem Finanzgericht Köln Recht. Nach Ansicht der Richter ist eine aufgezwungene AdV rechtswidrig, da dieses Instrument dem Bedürfnis der Steuerpflichtigen nach vorläufigem Rechtsschutz diene und nicht dazu, dem Fiskus Zinsvorteile zu sichern (FG Köln vom 8.9.2010, 13 K 960/08, EFG 2011 S. 105). Das unterlegene Finanzamt hat gegen das Urteil Revision beim Bundesfinanzhof eingelegt (Az. I R 91/10). Betroffene Steuerzahler sollten somit gegen eine zwangsweise Aussetzung der Vollziehung unter Hinweis auf das Aktenzeichen der Revision Einspruch einlegen.

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Wo finde ich den Steuerbescheid in WISO Steuer?

Deinen Steuerbescheid findest du in WISO Steuer in deiner Steuererklärung unter Punk 4 „Steuerbescheid prüfen“. Dort kannst du den Steurbescheid abrufen:

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