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Welche Versicherungen kann man von der Steuer absetzen?

Absichern und Steuern sparen

Ob Haus, Auto oder Gesundheit – Versicherungen sind oft nicht gerade günstig und können vor allem in der Summe zu einer großen finanziellen Belastung werden. Da bleibt die Frage:  “Welche Versicherung kann man von der Steuer absetzen?” Wir zeigen, wie Versicherungen die Steuerlast senken können.

Kurz & knapp

  • Einige Versicherungen sind bis zu 1.900 Euro bzw. 2.800 Euro pro Jahr von der Steuer absetzbar
  • Berufliche Versicherungen sparen als Werbungskosten Steuern
  • Wer ein Arbeitszimmer hat, kann auch die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung anteilig absetzen

Welche Versicherungen kann ich absetzen?

Versicherungen, die der Vorsorge dienen, kannst du von der Steuer absetzen. Dazu zählen die Versicherungen, die deine Gesundheit oder dein Vermögen absichern:

  • Krankenversicherung
  • Pflegeversicherung
  • Arbeitslosenversicherung
  • Rentenversicherung
  • Risikolebensversicherung
  • Unfallversicherung
  • Haftpflichtversicherung

Aber Achtung: Du kannst zwar all die oben genannten Versicherungen absetzen – allerdings nur bis zu einem bestimmten Höchstbetrag. In der Regel erreichst du den schon mit den Beiträgen zu deiner Krankenversicherung. In den meisten Fällen laufen alle anderen Versicherungen also ins Leere.

Video: Steuervorteil durch Versicherungen

Steuervorteil durch Versicherungen

Im Video zeigen wir dir, wie du dir mit Versicherungen einen steuerlichen Bonus sicherst.

Versicherungen als Sonderausgaben

Beiträge zu den Versicherungen sind Vorsorgeaufwendungen. Diese kannst du in deiner Steuererklärung als Sonderausgaben angeben. Leider gibt es hier aber einen Höchstbetrag:

  • Für Angestellte, Beamte und Rentner: 1.900 Euro / 3.800 Euro für Ehepaare
  • Für Selbstständige: 2.800 Euro

Aber Achtung: Der Höchstbetrag gilt nicht pro Versicherung – sondern für alle zusammen. Wenn du also beispielsweise mit deinen Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung bereits die 1.900 Euro erreichst, profitierst du von weiteren Versicherungsbeiträge steuerlich nicht mehr. Du musst aber nicht selbst ausrechnen, ob du die Grenze erreicht hast oder nicht. Gib einfach alle absetzbaren Versicherungsbeiträge an. Das Finanzamt prüft dann automatisch, welche Beiträge sich steuerlich auswirken.

Kranken- und Pflegeversicherung absetzen

Bei der Kranken- und Pflegeversicherung gilt: Die Beiträge für den Basistarif gibst du vollständig in deiner Steuererklärung an. Dazu zählen auch die Beiträge für deinen Ehepartner und deine Kinder. Das gilt übrigens nicht nur für gesetzlich Versicherte – bist du privat versichert, sparst du ebenfalls Steuern.

Du hast noch eine Zusatzversicherung, beispielsweise für die Zahnvorsorge oder eine Auslandskrankenversicherung? Dann kannst du auch diese Kosten absetzen – allerdings nur, wenn du den Höchstbetrag von 1.900 Euro bzw. 2.800 Euro noch nicht ausgeschöpft hast.

Leider ist das aber nur selten der Fall. In der Regel erreichen Arbeitnehmer bereits mit den Beiträgen zur Krankenversicherung den Höchstbetrag. Das gilt dann auch für alle anderen Versicherungen wie Unfallversicherung und Co.

Experten Tipp

Höchstbetrag soll abgeschafft werden

Aktuell laufen einige Beschwerdeverfahren beim Bundesverfassungsgericht. In denen wird unter anderem gefordert, den Höchstbetrag für Vorsorgeaufwendungen abzuschaffen. Gib also trotzdem all deine absetzbaren Versicherungen an – auch, wenn du den Höchstbetrag bereits erreicht hast. Sollte es zu einem positiven Urteil kommen, kannst du auf Antrag innerhalb von 4 Jahren deine Steuererklärung anpassen lassen.

Wo finde ich meine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung?

Du möchtest herausfinden, wie hoch deine Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung sind? Die Beiträge zur Basisversicherung findest du in deiner Lohnsteuerbescheinigung. Die Beiträge für Zusatzversicherungen stehen in der Regel in der Rechnung deiner Versicherung.

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Was gilt für Versicherungen für den Beruf?

Deckt deine Versicherung deinen Beruf ab? Dann kannst du die Beiträge ebenfalls in der Steuererklärung angeben. Und das Beste daran: In diesem Fall sind das sogar Werbungskosten. Du kannst die Beiträge also ohne einen Höchstbetrag absetzen. Bist du selbstständig, kannst du die Beiträge als Betriebsausgaben absetzen. Dann reduzieren die Kosten deinen Gewinn – und somit auch die Steuern, die darauf anfallen.

Zu diesen Versicherungen können folgende gehören:

  • Berufshaftpflicht
  • Teile der Rechtschutzversicherung (Arbeitsrechtschutz)
  • Berufliche Unfallversicherung

Handelt es sich um eine private Versicherung, die teilweise auch deinen Beruf abdeckt? Dann kannst du nur den beruflichen Anteil als Werbungskosten absetzen. Bis zu 50 Prozent sind dabei möglich.

Beispiel Arbeitnehmer

Beispiel: Versicherung privat und beruflich

Stefan hat eine Unfallversicherung abgeschlossen. Diese deckt gleichermaßen seinen privaten als auch beruflichen Bereich ab. Für die Steuererklärung gilt:

  • 50 Prozent der Beitragskosten kann Stefan als Werbungskosten ansetzen.
  • 50 Prozent kann er als Vorsorgeaufwendungen bei den Sonderausgaben angeben – aber nur, wenn er den Höchstbetrag von 1.900 Euro noch nicht erreicht hat.

Kann ich die Kfz-Haftpflichtversicherung für mein Auto absetzen?

Hier kommt es ganz darauf an, ob du angestellt oder selbstständig bist:

  1. Selbstständige können die Kfz-Haftpflichtversicherung für den betrieblichen PKW in voller Höhe als Betriebsausgaben angeben. Das gilt auch für die Kaskoversicherung.
  2. Bei Arbeitnehmern ist es ähnlich. Auch sie dürfen ihre Kfz-Haftpflichtversicherung in der Steuererklärung angeben. Allerdings wirkt sie sich wegen der Höchstgrenze meistens steuerlich nicht mehr aus. Beiträge für eine Kaskoversicherung kannst du allerdings nicht absetzen – das bleibt reines Privatvergnügen und spart keine Steuern.

Hausrat- und Wohngebäudeversicherung – wann kann ich sie absetzen?

Eigentlich zählt die Hausratversicherung und die Wohngebäudeversicherung nicht zu den Vorsorgeaufwendungen – und kann grundsätzlich auch nicht von der Steuer abgesetzt werden. Eine Ausnahme gibt es beim häuslichen Arbeitszimmer.

Arbeitest du von zu Hause und hast ein steuerlich anerkanntes Arbeitszimmer? Dann kannst du deine Hausrat- bzw. Wohngebäudeversicherung doch noch in der Steuererklärung angeben. Allerdings nur zu dem Teil, der auf Ihr Arbeitszimmer fällt.

Beispiel Arbeitnehmer

Beispiel: Hausrat- und Wohngebäudeversicherung

Stefanie wohnt in einer Wohnung mit einer Wohnfläche von 100 m². Einen 20 m² großen Raum nutzt sie als Arbeitszimmer. Es macht also 1/5 ihrer gesamten Wohnfläche aus.

Ergebnis: Sie kann also 1/5 ihrer Jahresbeiträge für die Hausratversicherung und die Wohngebäudeversicherung als Werbungskosten absetzen.

Versicherungen absetzen mit WISO Steuer

Am einfachsten setzt du deine Versicherungsbeiträge mit WISO Steuer ab. Die Eingaben dafür machst du unter Allgemeine Ausgaben > Versicherungen und Altersvorsorge.

Unser Tipp: Mit dem Steuer-Abruf werden sämtliche Daten zu deiner Kranken- und Pflegeversicherung automatisch vom Finanzamt übermittelt und in deine Steuererklärung eingetragen. Du selbst musst keine Angaben mehr machen. Das bringt dir nicht nur Geld zurück – sondern spart auch jede Menge Zeit!

Starte, wie und wo du willst

Per App, im Web oder als Download – du kannst überall starten und mit deinem Benutzerkonto jederzeit auf einem anderen Gerät weitermachen. Deine Daten sind immer aktuell. Du zahlst nichts extra!

Steuererklärung machen alle Geräte WISO Steuer
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Quelle: BMF