Welche Versicherung Steuern absetzen Titelbild

Welche Versicherungen kann man von der Steuer absetzen?

In der SteuererklÀrung richtig eintragen und Geld sparen

Viele Versicherungen helfen dabei, weniger Steuern zu zahlen. Einige holen viel Geld bei der SteuererklĂ€rung zurĂŒck, andere hingegen haben nur selten einen Effekt. Wir erklĂ€ren die Regeln fĂŒr die unterschiedlichen Versicherungen und wo die Ausgaben einzutragen sind.

Kurz & knapp

  • Mit RentenversicherungsbeitrĂ€gen kannst du viel Geld sparen
  • Kranken- und PflegeversicherungsbeitrĂ€ge kannst du in voller Höhe absetzen
  • Weitere VersicherungsbeitrĂ€ge bringen wegen eines Höchstbetrags nur wenigen Steuerzahlern einen Steuervorteil
  • WISO Steuer hilft dir, die unterschiedlichen Versicherungen in die SteuererklĂ€rung einzutragen

Video: Diese Regeln gelten bei Versicherungen & Steuern

Neben Kranken- und Pflegeversicherungen und BeitrÀgen zur Altersvorsorge gibt es noch andere Versicherungen. Mit Haftpflicht und Co. kannst du auch Steuern sparen. Erfahre in unserem Video, welche Versicherungen die Steuer senken und was du noch absetzen kannst.

Diese Versicherungen kannst du absetzen

VersicherungsbeitrĂ€ge zĂ€hlen normalerweise zu den privaten Ausgaben und sind nur teilweise steuerlich absetzbar. Vor allem die Ausgaben fĂŒr die gesetzliche Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung senken deine Steuer deutlich.

Weitere Versicherungen kannst du zwar grundsĂ€tzlich von der Steuer absetzen, fĂŒhren aber weniger hĂ€ufig zu einem Anstieg bei deiner Erstattung. Denn das Finanzamt teilt die Versicherungen in 4 Kategorien ein, die sich unterschiedlich auf deine Steuer auswirken:

  1. Altersvorsorge (Basisversorgung)
  2. Riester-Rentenversicherung
  3. Kranken- und Pflegeversicherung
  4. Weitere sonstige Vorsorgeaufwendungen (beispielsweise Wahlleistungen bei der Krankenversicherung, Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung)

Viele Versicherungen sind steuerlich gesehen Vorsorgeaufwendungen und können als Sonderausgaben abgesetzt werden. FĂŒr Versicherungen aus den ersten 3 Kategorien ist hĂ€ufig eine hohe Steuerersparnis möglich.

Die in den Kategorien 3 und 4 genannten Versicherungen zĂ€hlen zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen. Und fĂŒr diese gilt ein Höchstbetrag. Das heißt: Auch wenn du mehr als diese Grenze angibst, steigt deine Erstattung nicht weiter. So hoch sind sie:

  • Arbeitnehmer und Beamte: 1.900 Euro pro Person (3.800 Euro fĂŒr zusammenveranlagte Ehepaare)
  • SelbststĂ€ndige und Selbstzahler: 2.800 Euro pro Person (5.600 Euro fĂŒr zusammenveranlagte Ehepaare)

Die BeitrĂ€ge fĂŒr die Basiskrankenversicherung und die Pflegeversicherung berĂŒcksichtigt das Finanzamt aber bei allen in voller Höhe, auch wenn sie den Höchstbetrag ĂŒberschreiten.

Nicht abziehbare Versicherungen

Insbesondere Sachversicherungen und Kapitalanlageprodukte kannst du nicht absetzen. Dazu zÀhlen beispielsweise:

  • Kapitallebensversicherung (ab 2006 abgeschlossen)
  • Private Rentenversicherung
  • Hausratversicherung
  • GebĂ€udeversicherung
  • Kfz-Kaskoversicherung
  • Fahrradversicherung
  • ReiserĂŒcktritts- und ReisegepĂ€ckversicherung
  • Rechtsschutzversicherung

Wenn die Versicherung jedoch dazu dient, deine Einnahmen zu sichern, kannst du sie eventuell doch bei der SteuererklĂ€rung anrechnen lassen. Das gilt zum Beispiel fĂŒr die WohngebĂ€udeversicherung eines Vermieters oder fĂŒr die Autoversicherung eines SelbststĂ€ndigen, wenn das Fahrzeug zum Betriebsvermögen gehört.

Versicherungen in die SteuererklÀrung eintragen

WĂ€hrend die Daten zum Riester-Vertrag in die Anlage AV der SteuererklĂ€rung gehören, mĂŒssen die anderen VersicherungsbeitrĂ€ge in den meisten FĂ€llen in die Anlage Vorsorgeaufwand eingetragen werden.

Am einfachsten setzt du deine VersicherungsbeitrĂ€ge mit WISO Steuer ab. Die Angaben dafĂŒr machst du im Abschnitt Allgemeine Ausgaben.

Versicherungen absetzen Steuer
Versicherungen absetzen Steuer App

Unser Tipp: Mit dem Steuer-Abruf werden sĂ€mtliche Daten aus deiner Lohnsteuerbescheinigung (auch die zu deiner Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung) automatisch vom Finanzamt ĂŒbermittelt und in deine SteuererklĂ€rung eingetragen. Du selbst musst hierzu keine Angaben mehr machen. Das bringt dir nicht nur Geld zurĂŒck – sondern spart auch jede Menge Zeit.

Rentenversicherungen in der SteuererklÀrung

Altersvorsorgeaufwendungen, die der Staat als Basisversorgung betrachtet, können seit 2023 zu 100 Prozent abgesetzt werden. 2022 nur zu 94 Prozent und davor noch weniger.

Inzwischen geht das vollstĂ€ndig bis zu einem jĂ€hrlich steigenden Höchstbetrag. 2023 betrĂ€gt dieser 26.528 Euro fĂŒr Ledige und 53.056 Euro fĂŒr Ehepaare, die ihre SteuererklĂ€rung gemeinsam abgeben. Im Jahr 2024 liegen die HöchstbetrĂ€ge bei 27.566 Euro bzw. 55.132 Euro. Das bedeutet: Viele können ihre kompletten RentenversicherungsbeitrĂ€ge absetzen.

Zur Basisversorgung gehören folgende BeitrÀge:

  • Gesetzliche Rentenversicherung (PflichtbeitrĂ€ge und freiwillige BeitrĂ€ge)
  • BerufsstĂ€ndisches Versorgungswerk und landwirtschaftliche Alterskasse
  • RĂŒrup-Rentenversicherung (Basisversorgung)

Nur deine selbst bezahlten BeitrÀge kannst du als Sonderausgaben abziehen, nicht aber den steuerfreien Arbeitgeberbeitrag.

Einzahlungen in Riester-Vertrag als Sonderausgaben

Als zusĂ€tzlichen Baustein der Altersvorsorge besparen viele einen Riester-Vertrag. Zum einen gibt es hierfĂŒr staatliche Zulagen, zum anderen einen Sonderausgabenabzug bis zu 2.100 Euro.

TrĂ€gst du deine Riester-BeitrĂ€ge in deiner SteuererklĂ€rung ein, berechnet das Finanzamt, ob die Zulage oder ein zusĂ€tzlicher Sonderausgabenabzug fĂŒr dich gĂŒnstiger ist. Im Steuerbescheid verrechnet es den Steuervorteil mit der Zulage. Vor allem fĂŒr Besserverdiener und Personen ohne Kinder ist der Abzug als Sonderausgabe vorteilhafter als die Zulage.

Die BeitrÀge zu einem Riester-Vertrag zÀhlen nicht zu den oben beschriebenen Vorsorgeaufwendungen.

Krankenversicherung und Pflegeversicherung sind vollstÀndig absetzbar

Egal, ob gesetzlich oder privat: Die BeitrĂ€ge fĂŒr die Krankenversicherung und Pflegeversicherung gibst du in deiner SteuererklĂ€rung an. Dazu zĂ€hlen die BeitrĂ€ge fĂŒr:

  • dich selbst
  • deinen Ehepartner
  • deine Kinder

Die BeitrĂ€ge zur Basiskranken- und Pflegeversicherung sind in unbegrenzter Höhe absetzbar. Die Basiskrankenversicherung deckt die Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung ab. Nicht zum Basisschutz gehört der Anspruch auf Krankengeld. Deshalb kĂŒrzt das Finanzamt bei Pflichtversicherten den Krankenversicherungsbeitrag pauschal um 4 Prozent.

Hast du eine private Krankenversicherung, ist auch nur der Basis-Krankenschutz voll abzugsfĂ€hig. Er entspricht dem Basisschutz der gesetzlichen Krankenkassen. EnthĂ€lt dein Vertrag Wahlleistungen, zum Beispiel Chefarztbehandlung oder eine Zahnzusatzversicherung, zĂ€hlen diese Beitragsanteile nicht zum Basisschutz. Die Aufteilung ĂŒbernimmt deine Krankenkasse. In der Regel bekommst du bis zum Februar des Folgejahres eine Aufstellung.

Falls du mit deinen BeitrĂ€gen den Höchstbetrag von 1.900 Euro fĂŒr Vorsorgeaufwendungen noch nicht ĂŒberschreitest, kannst du den KĂŒrzungsbetrag bei gesetzlichen Krankenkassen oder den Wahlleistungen bei einer privaten Krankenversicherung bei den sonstigen Vorsorgeaufwendungen ansetzen.

Tipp: Sparen mit Vorauszahlungen bei der Krankenversicherung

Bist du privat krankenversichert oder ĂŒberweist als freiwillig gesetzlich Versicherter deine BeitrĂ€ge selbst an die Krankenversicherung, statt sie durch den Arbeitgeber abziehen zu lassen?

Dann solltest du bei deiner Krankenkasse nachfragen, ob du BeitrĂ€ge fĂŒr die Folgejahre vorauszahlen kannst. Einige Versicherer gewĂ€hren hierfĂŒr einen Beitragsrabatt, hinzu kommt eine Steuerersparnis.

Der Gesetzgeber erlaubt dir, die jĂ€hrlichen Kranken- und PflegeversicherungsbeitrĂ€ge plus Vorauszahlungen bis zur 3-fachen Höhe der regulĂ€ren BeitrĂ€ge in der SteuererklĂ€rung abzusetzen. In einem Jahr kannst du also bis zum 4-fachen Jahresbeitrag der Basiskrankenversicherung absetzen. So kannst du in diesem Steuerjahr also richtig viel Geld sparen. Und in den Folgejahren ist es möglich, den Höchstbetrag fĂŒr Vorsorgeaufwendungen fĂŒr andere Versicherungen zu nutzen.

Damit das Finanzamt die kompletten Vorauszahlungen bereits im Steuerjahr 2024 berĂŒcksichtigt, musst du sie bis spĂ€testens zum 21. Dezember 2024 leisten.

Das Steuersparmodell können vor allem privat krankenversicherte Beamte und SelbststĂ€ndige nutzen. Die Vorauszahlung bietet sich insbesondere dann an, wenn in einem Jahr dein Steuersatz aufgrund hoher EinkĂŒnfte sehr hoch ist.

Ein freiwillig gesetzlich krankenversicherter Arbeitnehmer mĂŒsste mit seinem Arbeitgeber und seiner Krankenkasse vereinbaren, dass er selbst die KrankenversicherungsbeitrĂ€ge ĂŒberweist. Nach der Umstellung auf Selbstzahler könnte auch er mit Vorauszahlungen fĂŒr mehrere Jahre diesen Steuer-Tipp anwenden.

Beispiel 1: Keine Vorauszahlungen

Du bist als Arbeitnehmer privat krankenversichert. Die BetrĂ€ge zur Basiskranken- und Pflegeversicherung betragen 2024 bis 2027 jeweils 5.000 Euro. FĂŒr weitere VersicherungsbeitrĂ€ge (zum Beispiel Wahlleistungen) zahlst du jĂ€hrlich 3.000 Euro.

Der Höchstbetrag von 1.900 Euro ist mit den BetrĂ€gen zur Basiskranken- und Pflegeversicherung von 5.000 Euro bereits erreicht. Die Wahlleistungen und weitere VersicherungsbeitrĂ€ge zĂ€hlen zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen und bleiben daher unberĂŒcksichtigt.

2024 bis 2027 kannst du also insgesamt 20.000 Euro als Sonderausgaben abziehen und 12.000 Euro laufen ins Leere.

Beispiel 2: Vorauszahlungen geleistet

Du leistet 2024 Vorauszahlungen fĂŒr 2025 bis 2027: Der Höchstbetrag von 1.900 Euro ist 2024 mit den BetrĂ€gen zur Basiskrankenversicherung von 20.000 Euro bereits erreicht. Diese 20.000 Euro werden auch bei der Steuer berĂŒcksichtigt. Deine weiteren VersicherungsbeitrĂ€ge als sonstige Vorsorgeaufwendungen bleiben 2024 zunĂ€chst außen vor. Aber 2025 bis 2027 werden sie dann mit dem Höchstbetrag von jeweils 1.900 Euro abgezogen.

2024 bis 2027 kannst du also insgesamt 25.700 Euro abziehen und nur 6.300 Euro wirken sich steuerlich nicht aus.

Durch die Vorauszahlungen kannst du fĂŒr 2025 bis 2027 insgesamt 5.700 Euro höhere Ausgaben abziehen. Bei einem Steuersatz von 42 Prozent bringt das einen Steuervorteil von rund 2.400 Euro.

Erstattungen der Krankenversicherung

Privat Krankenversicherte können eine BeitragsrĂŒckerstattung bekommen, wenn sie keine Leistungen in Anspruch genommen haben. Eine Beitragserstattung musst du in der SteuererklĂ€rung angeben. Sie wird in dem Jahr von deinen Sonderausgaben abgezogen.

Solltest du Arztrechnungen selbst bezahlt haben und hast auf die Kostenerstattung durch die Krankenversicherung verzichtet, kannst du diese nicht als außergewöhnliche Belastungen absetzen.

Eine Selbstbeteiligung, um einen gĂŒnstigeren Beitrag zu bekommen, ist aus steuerlicher Sicht nachteilig, weil du weniger Sonderausgaben absetzen kannst.

Auch bei gesetzlichen Krankenkassen ist es möglich, einen Wahltarif mit Selbstbehalt abzuschließen. Eine PrĂ€mienzahlung der Kasse gilt aber auch hier als Beitragserstattung, die du dann von den gezahlten KrankenversicherungsbeitrĂ€gen in dem Jahr abziehen musst.

Bonuszahlung als Kostenerstattung

Wenn du selbst Geld fĂŒr Gesundheitsmaßnahmen ausgegeben hast (zum Beispiel BeitrĂ€ge fĂŒr ein Fitnessstudio) und dafĂŒr einen Bonus von der Krankenkasse erhĂ€ltst, zĂ€hlt das als Kostenerstattung und nicht als BeitragsrĂŒckerstattung. Der Bonus muss also nicht von deinen BeitrĂ€gen zur Krankenversicherung abgezogen werden.

Nach einer bis Ende 2024 gĂŒltigen Vereinfachungsregel der FinanzĂ€mter gilt ein pauschaler Bonus bis 150 Euro als Kostenerstattung. UnabhĂ€ngig, ob du dafĂŒr eigene Ausgaben hattest oder nicht. Nur wenn der Betrag höher ist, muss er grundsĂ€tzlich als BeitragsrĂŒckerstattung in der SteuererklĂ€rung eingetragen werden. Allerdings sollen die Krankenkassen solche BetrĂ€ge automatisch an die FinanzĂ€mter ĂŒbermitteln. Ansonsten mĂŒsstest du nachweisen können, dass die Kasse nur die von dir bezahlten Kosten erstattet hat.

Übernommene Kranken- und PflegeversicherungsbeitĂ€ge fĂŒr Kinder

Die Übernahme von VersicherungsbeitrĂ€gen kann sich steuerlich lohnen, wenn dein Kind so wenig verdient, dass es keine oder kaum Steuern zahlt. Ein Sonderausgabenabzug wirkt sich dann bei ihm nicht aus.

Die Kranken- und PflegeversicherungsbeitrĂ€ge, die du fĂŒr dein unterhaltsberechtigtes Kind zahlst, kannst du immer als Sonderausgaben in deiner eigenen SteuererklĂ€rung absetzen. Das ist der Fall, wenn:

  • Du Anspruch auf Kindergeld hast
  • Du die KrankenversicherungsbeitrĂ€ge wirtschaftlich getragen hast

Dabei zÀhlen neben Bar- auch Sachleistungen ans Kind, also die GewÀhrung von Unterkunft und Verpflegung. Du musst nicht direkt den Beitrag an die Kasse zahlen, auch eine Kostenerstattung ans Kind ist möglich.

Die BeitrĂ€ge zur Basisabsicherung trĂ€gst du dann in die Anlage Kind ein. In WISO Steuer machst du diese Angaben im Bereich Persönliches > Kinder > Übernommene Kranken- und PflegeversicherungsbeitrĂ€ge.

Ist das Kind bei dir mitversichert, aber du hast keinen Anspruch mehr auf Kindergeld, gehören die von dir gezahlten BeitrÀge in die Anlage Vorsorgeaufwand. In WISO Steuer geht das unter: Allgemeine Ausgaben > Kranken- und Pflegeversicherungen.

Hast du keinen Kindergeldanspruch, dein Kind ist Versicherungsnehmer und du ĂŒbernimmst die VersicherungsbeitrĂ€ge, kannst du die Aufwendungen nicht als Sonderausgaben absetzen. Aber: Du kannst die ĂŒbernommenen BeitrĂ€ge zur Basisabsicherung als außergewöhnliche Belastungen absetzen und in der Anlage Unterhalt eintragen. In WISO Steuer gibst du sie ein unter: Allgemeine Ausgaben > Unterhalt an BedĂŒrftige.

Normalerweise gilt fĂŒr Unterhaltsleistungen ein Höchstbetrag in Höhe des Grundfreibetrags. Übernommene Kranken- und PflegeversicherungsbeitrĂ€ge kommen noch hinzu. Eine zumutbare Belastung wird nicht angerechnet, aber eigene EinkĂŒnfte des Kindes schon.

Zusatz- und Auslandskrankenversicherung: Höchstbetrag beachten

WĂ€hrend du den Basistarif deiner Krankenversicherung in voller Höhe absetzen kannst, gilt das nicht fĂŒr die BeitrĂ€ge fĂŒr abgeschlossene Zusatzleistungen wie:

  • Ambulante Krankenzusatzversicherung
  • Auslandskrankenversicherung
  • Zahnzusatzversicherung
  • Brillenversicherung
  • Krankenhaustagegeldversicherung
  • Krankentagegeldversicherung
  • Private Pflegezusatzversicherung

Hier musst du nÀmlich folgende HöchstbetrÀge beachten:

  • 1.900 Euro pro Person: fĂŒr Angestellte, Beamte und Rentner, die steuerfreie ZuschĂŒsse zu ihrer Krankenversicherung oder Beihilfe zu den Krankheitskosten erhalten und auch fĂŒr beitragsfrei mitversicherte Familienmitglieder
  • 2.800 Euro pro Person: fĂŒr SelbststĂ€ndige

Warst du einen Teil des Jahres selbststÀndig, und einen Teil angestellt? Dann gilt nur der niedrigere Höchstbetrag von 1.900 Euro.

Der Höchstbetrag gilt nicht pro Versicherung – sondern fĂŒr alle zusammen, außer fĂŒr Altersvorsorgeaufwendungen. Wenn du mit deiner Basiskranken- und Pflegeversicherung bereits die 1.900 Euro erreichst, profitierst du von weiteren VersicherungsbeitrĂ€gen steuerlich nicht mehr. Wenn der Höchstbetrag noch nicht ausgeschöpft ist, kannst du im verbleibenden Spielraum weitere VersicherungsbeitrĂ€ge absetzen.

Die Zusatzversicherungen laufen aber in der Praxis hÀufig steuerlich ins Leere. Du musst aber nicht selbst ausrechnen, ob du die Grenze erreicht hast oder nicht. Gib einfach alle absetzbaren VersicherungsbeitrÀge in deiner SteuererklÀrung an, so bist du immer auf der sicheren Seite.

Weitere Vorsorgeaufwendungen zahlen sich seltener aus

Weitere Versicherungen aus der oben genannten Kategorie 4 sind grundsÀtzlich als Sonderausgaben absetzbar. Doch wegen der Höchstbetragsregelung (1.900 Euro bzw. 2.800 Euro) profitieren nur wenige Steuerzahler mit sehr geringen KrankenversicherungsbeitrÀgen davon.

Zu den weiteren Versicherungen zÀhlen:

  • Arbeitslosenversicherung
  • Unfallversicherung
  • Haftpflichtversicherung (zum Beispiel Privathaftpflichtversicherung und Kfz-Haftpflichtversicherung)
  • Risikolebens-, Kapitallebens- und private Rentenversicherung mit Abschluss vor 2005
  • Krankenzusatzversicherung (zum Beispiel Zahnzusatzversicherung)
  • Kranken(haus)tagegeldversicherung
  • Pflegezusatzversicherung
  • Erwerbs- und BerufsunfĂ€higkeitsversicherung
  • Sterbegeldversicherung (bei Leistung nur im Todesfall)

Haftpflichtversicherung in der SteuererklÀrung

Zumindest theoretisch kannst du eine Privat-Haftpflichtversicherung, Tierhalter-Haftpflichtversicherung und die Kfz-Haftpflichtversicherung als Sonderausgaben absetzen.

Deckt die Versicherung berufliche Risiken ab, kannst du sie in voller Höhe absetzen. Bei Arbeitnehmern gehört eine Berufshaftpflichtversicherung zu den Werbungskosten, bei SelbststÀndigen und Gewerbetreibenden zu den Betriebsausgaben.

Unfallversicherung ist steuerlich absetzbar

Folgende BeitrĂ€ge zĂ€hlen zu Unfallversicherungen und können im Rahmen des Höchstbetrags fĂŒr VersicherungsbeitrĂ€ge abgesetzt werden:

  • Private Unfallversicherung
  • Kfz-Unfallversicherung
  • Autoinsassen-Unfallversicherung
  • Kinder-Unfallversicherung
  • Reise-Unfallversicherung

Sichert die Unfallversicherung jedoch ausschließlich berufsbedingte beziehungsweise betriebliche Risiken ab? Dann sind die BeitrĂ€ge als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abzugsfĂ€hig. Vorteil: Die BeitrĂ€ge sind hier nicht durch HöchstbetrĂ€ge gedeckelt, sondern unbegrenzt absetzbar.

Berufliche Versicherungen sind Werbungskosten oder Betriebsausgaben

Deckt deine Versicherung berufliche Risiken ab? Dann kannst du die BeitrÀge ebenfalls in der SteuererklÀrung angeben. Vorteil: In diesem Fall sind das sogar Werbungskosten. Du kannst die BeitrÀge also ohne Höchstbetrag absetzen.

Bist du selbststĂ€ndig oder Gewerbetreibender, kannst du die BeitrĂ€ge als Betriebsausgaben absetzen. Dann reduzieren die Kosten deinen Gewinn – und somit auch die Steuern, die darauf anfallen.

Zu diesen Versicherungen können folgende gehören:

  • Berufshaftpflichtversicherung
  • Teile der Rechtsschutzversicherung (Arbeitsrechtsschutz)
  • berufliche Unfallversicherung

Handelt es sich um eine Unfallversicherung, die teilweise auch deinen Beruf abdeckt? Dann kannst du nur den beruflichen Anteil des Gesamtbetrags als Werbungskosten absetzen. HierfĂŒr kannst du den genauen beruflichen Anteil bei deiner Versicherungsgesellschaft erfragen. Oder du teilst den Beitrag pauschal jeweils zur HĂ€lfte in private und berufliche Versicherungen. Dann kannst du 50 Prozent als Werbungskosten absetzen, der Rest gehört zu den Sonderausgaben.

Arbeitsrechtsschutz ist steuerlich absetzbar

Eine Rechtsschutzversicherung ist grundsĂ€tzlich nicht absetzbar. Anders schaut es aber aus, wenn der Vertrag Arbeitsrechtsschutz beinhaltet. Wenn du dich damit gegen KĂŒndigungen schĂŒtzen willst, kannst du die VersicherungsprĂ€mie als Werbungskosten absetzen.

Sollte deine Rechtsschutzversicherung aus mehreren Komponenten mit weiteren Schutzbereichen bestehen, benötigst du den PrĂ€mienanteil fĂŒr den Arbeitsrechtsschutz. Du solltest deine Versicherungsgesellschaft anschreiben und sie darum bitten, dir den entsprechenden Anteil schriftlich mitzuteilen.

Nehmen wir an, in dem Schreiben teilt sie dir mit, dass laut ihrer Schadensstatistik 40 Prozent einer Familienrechtsschutzversicherung auf Arbeitsrechtsschutz entfÀllt. Dann kannst du 40 Prozent des Gesamtbeitrags bei den Werbungskosten ansetzen.

Hausrat- und WohngebÀudeversicherung bei Arbeitszimmer teilweise absetzbar

Arbeitest du ĂŒberwiegend von zu Hause und hast ein steuerlich anerkanntes Arbeitszimmer? Dann kannst du deine Hausrat- und WohngebĂ€udeversicherung in der SteuererklĂ€rung angeben. Das Arbeitszimmer muss dabei der Mittelpunkt deiner Arbeit sein.

Absetzbar sind die VersicherungsbeitrĂ€ge zu dem Teil, der auf dein Arbeitszimmer fĂ€llt. Dabei unterstĂŒtzt dich WISO Steuer. Trag einfach deine gesamten Kosten ein und das Programm rechnet dir den absetzbaren Anteil aus.

Die Berechnung könnte zum Beispiel so aussehen:

Du wohnst in einer Wohnung mit einer WohnflĂ€che von 100 mÂČ. Einen 20 mÂČ großen Raum nutzt du als Arbeitszimmer. Es macht also 1/5 deiner gesamten WohnflĂ€che aus. Ergebnis: Du kannst 1/5 der JahresbeitrĂ€ge fĂŒr die Hausratversicherung und die WohngebĂ€udeversicherung als Arbeitszimmerkosten bei den Werbungskosten absetzen. Das gilt analog auch fĂŒr SelbststĂ€ndige, die den entsprechenden Anteil als Betriebsausgaben ansetzen.

Vermieter, die die WohngebĂ€udeversicherung fĂŒr ihre vermietete Immobilie finanziell ĂŒbernehmen und nicht auf die Mieter umlegen, können sie als Werbungskosten absetzen.

Bist du Freiberufler oder Gewerbetreibender? Dann kannst du die BeitrĂ€ge, die du fĂŒr eine Immobilie als Unternehmenssitz zahlst, ebenfalls von der Steuer absetzen. Und zwar in voller Höhe als Betriebsausgaben.

FAQ: Versicherungen absetzen

In welcher Höhe kann ich Versicherungen von der Steuer absetzen?

Altersvorsorgeaufwendungen (zum Beispiel BeitrĂ€ge fĂŒr die gesetzliche Rentenversicherung, RĂŒrup-Rente etc.) sowie BeitrĂ€ge fĂŒr die Kranken- und Pflegeversicherung kannst du in deiner SteuererklĂ€rung als Sonderausgaben absetzen. Das bringt in vielen FĂ€llen eine hohe Steuerersparnis. Oft wird aber bereits mit den Kranken- und PflegeversicherungsbeitrĂ€gen der Höchstbetrag von 1.900 Euro bzw. 2.800 Euro ĂŒberschritten. Dann wirken sich die Ausgaben fĂŒr weitere Versicherungen steuerlich nicht mehr aus.
Mit WISO Steuer erledigst du das einfach: Das Programm befĂŒllt automatisch deine SteuererklĂ€rung mit relevanten Daten aus deiner Lohnsteuerbescheinigung. Dazu gehören Informationen zu deiner Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Du sparst dir Tipparbeit und vermeidest Eingabefehler.
FĂŒr sonstige Vorsorgeaufwendungen (Wahlleistungen deiner Krankenversicherung, Unfall, Haftpflicht etc.) gelten folgende HöchstbetrĂ€ge:

  • 1.900 Euro pro Person fĂŒr Angestellte, Beamte und Rentner
  • 2.800 Euro pro Person fĂŒr SelbststĂ€ndige

FĂŒr Altersvorsorgeaufwendungen wie den BeitrĂ€gen zur gesetzlichen Rentenversicherung gibt es einen eigenen, deutlich höheren Höchstbetrag. Dieser wird jĂ€hrlich erhöht. 2024 betrĂ€gt er:

  • 27.566 Euro fĂŒr Ledige
  • 55.132 Euro fĂŒr zusammen veranlagte Ehepaare
Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung kannst du als Sonderausgaben absetzen. Diese bringen eine hohe Steuerersparnis. Deshalb solltest du sie immer in der SteuererklĂ€rung eintragen. Wer mit seinen BeitrĂ€gen fĂŒr die Basiskranken- und Pflegeversicherung den Höchstbetrag von 1.900 Euro bzw. 2.800 Euro noch nicht ausgeschöpft hat, sollte auch noch weitere Versicherungen wie die Arbeitslosen-, Krankenzusatz-, Unfall- und Haftpflichtversicherung angeben.
Viele Versicherungen gehören in die Anlage Vorsorgeaufwand, doch es gibt einige FĂ€lle, in denen bestimmte Versicherungen woanders einzutragen sind. Am besten nutzt du WISO Steuer, das dich dabei unterstĂŒtzt, die Angaben an der richtigen Stelle in der SteuererklĂ€rung zu machen. Dann trĂ€gt das Programm die BetrĂ€ge an den richtigen Stellen der unterschiedlichen Formulare ein.
Die BeitrĂ€ge zur Basiskranken- und Pflegeversicherung kannst du vollumfĂ€nglich als Vorsorgeaufwendungen absetzen. Die Basiskrankenversicherung deckt die Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung ab. Nicht zum Basisschutz gehört der Anspruch auf Krankengeld. Deshalb kĂŒrzt das Finanzamt bei Pflichtversicherten den Krankenversicherungsbeitrag pauschal um 4 Prozent.

Krankenzusatzversicherungen sind nur absetzbar, wenn du mit den BeitrÀgen zur Basiskranken- und Pflegeversicherung den Höchstbetrag von 1.900 Euro bzw. 2.800 Euro noch nicht ausgeschöpft hast.

Folgende private Versicherungen sind grundsÀtzlich absetzbar: Arbeitslosenversicherung, Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung (zum Beispiel Privathaftpflichtversicherung, Hunde-Haftpflichtversicherung und Kfz-Haftpflichtversicherung), Risikolebens-, Kapitallebens- und private Rentenversicherung mit Abschluss vor 2005, Krankenzusatzversicherung, Kranken(haus)tagegeldversicherung, Pflegezusatzversicherung, Erwerbs- und BerufsunfÀhigkeitsversicherung und Sterbegeldversicherung.

TatsÀchlich ist das aber nur möglich, wenn du mit den BeitrÀgen zur Basiskranken- und Pflegeversicherung den Höchstbetrag von 1.900 Euro bzw. 2.800 Euro noch nicht ausgeschöpft hast. Und dann auch nur in dem noch verbliebenen Spielraum.

Der Beitrag fĂŒr die Pkw-Haftpflichtversicherung ist grundsĂ€tzlich als sonstige Vorsorgeaufwendung im Rahmen des Höchstbetrags (1.900 Euro bzw.2.800 Euro) absetzbar. Allerdings nicht der Anteil fĂŒr eine Kasko-Versicherung. SelbststĂ€ndige können die kompletten Kfz-VersicherungsprĂ€mien fĂŒr ihr im Betriebsvermögen gehaltenes Auto als Betriebsausgaben absetzen.
BeitrĂ€ge fĂŒr eine Privathaftpflichtversicherung und eine Pkw-Haftpflichtversicherung sind grundsĂ€tzlich als sonstige Vorsorgeaufwendungen im Rahmen des Höchstbetrags (1.900 Euro bzw. 2.800 Euro) absetzbar.

Eine Berufshaftpflichtversicherung kann als Werbungskosten beziehungsweise Betriebsausgaben in voller Höhe abgezogen werden.

Falls du ĂŒberwiegend von zu Hause im steuerlich anerkannten Arbeitszimmer arbeitest, kannst du deine Hausrat- und WohngebĂ€udeversicherung in der SteuererklĂ€rung bei den Werbungskosten mit angeben. Vorausgesetzt ist, dass das Arbeitszimmer der Mittelpunkt deiner Arbeit ist.
Eine Rechtsschutzversicherung ist grundsĂ€tzlich nicht absetzbar. Anders ist die Situation, wenn der Vertrag Arbeitsrechtsschutz beinhaltet. Wenn du dich damit gegen KĂŒndigungen schĂŒtzen willst, kannst du die VersicherungsprĂ€mie als Werbungskosten absetzen.

Besteht deine Rechtsschutzversicherung aus mehreren Komponenten mit weiteren Schutzbereichen, benötigst du den PrĂ€mienanteil fĂŒr den Arbeitsrechtsschutz. Diesen Anteil von der GesamtprĂ€mie kannst du bei den beruflichen Ausgaben ansetzen.

Liegst du mit deinen sonstigen Vorsorgeaufwendungen (z. B. Wahlleistungen zur Krankenversicherung, Unfallversicherung, Pkw- und Privathaftflicht) nicht ĂŒber dem Höchstbetrag von 1.900 Euro, kannst du auch die BeitrĂ€ge zur Tierhalter-Haftpflicht als Sonderausgabe absetzen.

Du möchtest WISO Steuer ausprobieren?

Starte jetzt einfach deinen kostenlosen Test. Anonym, ohne Verpflichtungen und so lange du möchtest. Erst bei der Abgabe an das Finanzamt fallen GebĂŒhren an.
Das heißt: Null Risiko fĂŒr dich.

Kostenlos testen Kostenlos testen
Steuer-App Beispiel