14. August 2019

Augen auf beim Eierkauf

© 585265235 LightField Studios/Shutterstock

Bilder von zerrupften Hühnern und dunklen Ställen, in denen die Tiere zusammengepfercht ihre Eier legen, haben Spuren hinterlassen. Viele Verbraucher greifen inzwischen zu Eiern aus artgerechter Haltung. Die Lebensmittelindustrie hat sich angepasst. In den meisten Supermärkten werden Eier aus Kleingruppenkäfighaltung gar nicht mehr angeboten. Eine Kennzeichnungspflicht sorgt dafür, dass Verbraucher am Stempel frischer Eier erkennen, woher sie kommen und wie die Tiere gehalten wurden. Für manche Eier und Produkte mit Eiern ist das gesetzlich allerdings nicht vorgeschrieben.

Aus welcher Haltungsform ein Ei stammt, kann der Verbraucher aus dem aufgestempelten Zifferncode auf dem Ei erkennen. Die konventionelle Käfighaltung ist in Deutschland bereits seit 2010 verboten. Nachfolger dieser Legebatterien sind sogenannte Kleingruppenkäfige, die ein wenig mehr Platz pro Henne bieten, in einigen Jahren aber ebenfalls verboten werden sollen. Die Mehrheit der Verbraucher verzichtet auf Eier aus Käfighaltung, wenn die Haltungsform für sie klar erkennbar ist – und das trotz der deutlich höheren Preise. Bio-Eier kosten im Schnitt mehr als doppelt so viel wie Käfig-Eier. Beim Kauf der Eier kann außerdem darauf geachtet werden, dass diese von Produzenten kommen, die männliche Küken nicht schreddern. Dabei muss der Verbraucher zwar einige Cent mehr pro Ei zahlen, jedoch wird die aufwendige Aufzucht von männlichen Küken dadurch finanziert.

Es gibt also einige Kriterien, die man in den Eierkauf einfließen lassen kann. Welches Ei nun gekauft werden sollte, um möglichst fair zu Tieren, Umwelt und sich selbst zu sein, beantwortet die Verbraucherschützerin Susanne Umbach von der Verbraucherzentrale Mainz. Sie sagt, dass diejenigen Eier, die aus tiergerechter Haltung stammen, durchaus auch Vorteile für die Umwelt bringen und damit eine gute Wahl sind. Betrachtet man die ökologischen Auswirkungen der Tierhaltung, muss man beispielsweise auch den Boden einbeziehen, auf dem die Hennen ihren Auslauf genießen. Leben die Hühner nicht auf engstem Raum, sondern haben Platz, verteilen sich auch die Exkremente der Hühner. Somit wird der Boden geschont und kann sich schneller erholen. Am besten für den Boden sind Hühnermobile: Die Hühner leben in regelmäßigen, zeitlichen Abständen immer wieder auf neuem Boden. Dadurch, dass es in der ökologischen Haltung strenge Kriterien für die Arzneimittelvergabe gibt und die Hennen nur Nahrung aus biologischem Anbau zu sich nehmen, sind Bio-Eier eine gute Wahl beim Einkauf, so Umbach.

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Anouk Henkhaus
Anouk Henkhaus ist Sozialarbeiterin, an sozialen Themen und daran interessiert, was Menschen bewegt. Sie reist gern durch verschiedene Länder der Welt. Ihre Erlebnisse und Tipps lesen Sie in der Rubrik unterwegs.