9. Januar 2016

Bei Anruf Abzocke. Vorsicht vor neuer Masche

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Betrüger aus dem Ausland nutzen in jüngster Zeit verstärkt deutsche Telefonnummern, um an das Geld ihrer Opfer zu kommen. Eine neue Masche: Sie missbrauchen die Internettelefonie, um seriöse Nummern vertrauter Ämter und Institutionen zu kopieren. Und so rufen angebliche Staatsanwälte oder Kriminalbeamte an. Wer einen verdächtigen Anruf erhält, sollte am besten direkt auflegen.

Ein versprochener Gewinn, ein Enkel in Not – die Tricks der Betrüger sind vielfältig. Sie rufen bevorzugt ältere Menschen an und nutzen deren Hilfsbereitschaft aus. So ging es auch Harald Hueber. Dabei ist der pensionierte Architekt keineswegs leichtgläubig. Er kennt die alten Maschen der Telefonbetrüger, auf angebliche Gewinne fällt er nicht rein. Dennoch hat ihn ein Betrüger um seine gesamte Altersvorsorge gebracht. Der Rentner überwies 24.000 Euro im guten Glauben, dass die Polizei damit Gauner festnehmen und einen Betrug aufdecken kann. Dafür wurde ihm eine Belohnung von fast einer Viertel Millionen Euro versprochen. „Nachdem ich gemerkt habe, dass ich auf einen Betrug reingefallen bin, habe ich mich gefragt: Wie kann dir so was nur passieren?“

Die Betrüger sitzen im Ausland, viele von ihnen in der Türkei. Doch das erkennt der Angerufene nicht, denn die angezeigte Telefonnummer scheint aus Deutschland zu stammen. Möglich macht das die Internettelefonie. Sie sind als Callcenter organisiert, mit bis zu 60 Beschäftigten, die im Schichtdienst arbeiten. Die Zentrale Kriminalinspektion Oldenburg ermittelte in 3500 Verfahren eine Schadenssumme von 14 Millionen Euro. Der tatsächliche Schaden dürfte noch höher liegen, denn viele Opfer schweigen oft aus Scham.

In verbraucherblick 01/2016 erklären wir neue und alte Betrugsmaschen am Hörer und geben Tipps, wie Sie den Gaunern nicht in die Falle gehen.

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