26. April 2016

Geldanlegen in Null-Zins-Zeiten

© Romolo Tavani/Fotolia.com
Aktien, Fonds, Immobilien, Edelmetalle, Versicherungen oder das gute alte Sparbuch? In Zeiten von null Zinsen denken viele über ihre Finanzen nach und wie sie ihr Geld anlegen können. Wie schwer Verbrauchern der Umgang damit fällt, zeigt unter anderem der Blick auf den Schuldneratlas Deutschland. Das Inkassounternehmen Creditreform ermittelte im vergangenen Jahr einen erneuten Anstieg der Schuldnerquote auf 6,7 Millionen Deutsche. Zudem belegt eine Studie, wie schlecht es ums Wissen über Wirtschaft und Finanzen steht.

Geldanleger haben in den vergangenen Jahren so einiges erlebt – meist Negatives: Börsencrashs, Schrottimmobilien, geplatzte Schiffsfonds. Das sind nur einige Beispiele, bei denen Anleger Geld verloren haben, viele sogar ihre gesamten Ersparnisse. Kein Wunder, dass deutsche Sparer zu viel Angst beim Geldanlegen haben. Gemischt mit mangelndem Wissen über Finanzen und Wirtschaft, wie das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in einer Studie 2012 herausgefunden hat, verwundert es kaum, dass deutsche Anleger laut Bundesbank 1,2 Billionen Euro lieber bar oder auf dem Girokonto herumliegen lassen – mit fatalen Folgen.

Wie Deutschlands oberste Banker ermittelt haben, liegt der durchschnittliche Zins für Girokonten bei 0,12 Prozent. Die Inflationsrate, welche die Verteuerung beschreibt, liegt im Februar bei null Prozent. Die Folge: Die Vermögen schmelzen dahin. Ein Ende ist nicht in Sicht. Erst am 10. März hat die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt den Leitzins – also den Zins, zu dem sich Banken Geld leihen – auf null Prozent gesenkt. Gefährlich wird dieser Cocktail, wenn die Institutionen, die eigentlich mit den richtigen Produkten für Abhilfe sorgen und selbst davon profitieren könnten, das Gegenteil erreichen. Wie die Stiftung Warentest feststellen musste, ist die Bankberatung katastrophal: Nur drei von 23 Banken empfahlen ihren Kunden die passenden Finanzprodukte. Es bleibt also nur, sich selbst ein Grundwissen anzueignen und Anlageprodukte kritischer zu hinterfragen. Mit einfachen Regeln und kleinen Tricks lassen sich auch kleine Beträge vermehren.

verbraucherblick 04/2016 zeigt, was Sie beim Geldanlegen beachten sollten.

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