18. Oktober 2020

Da steht ein Pferd aufm Flur

© Vereshchagin Dmitry/Shutterstock

Das Schuhregal, die Getränkekisten, der Kinderwagen oder im Winter die Pflanzen: Im Treppenhaus, Fahrrad- oder Wäschekeller sowie in Fluren stolpert man in Mehrparteienhäusern gerne mal über eine ganze Menge Dinge, die an diesen Stellen eigentlich nichts verloren haben. Manchmal dürfen sie trotzdem dort stehen. Was erlaubt ist und was nicht, lässt sich selten allgemein beantworten. Oft müssen sich Vermieter und Mieter einigen – doch auch das ist nicht immer einfach. 

Es ist keine Frage: Spannt jemand kurz den nassen Schirm im Flur auf, weil in der Wohnung dafür der Platz fehlt, wird sich selten jemand beschweren. Auch wenn der Müllbeutel dort wenige Minuten steht, weil man ihn sowieso gleich mitnehmen möchte, sollte das kein Problem sein. „Aber sobald im Hausflur oder Treppenhaus Gegenstände abgestellt werden, die länger bleiben sollen, kommt es oft zum Ärger“, weiß Helena Klinger, promovierte Juristin aus der Rechtsabteilung von Haus & Grund Deutschland. Das kann das Fahrrad sein, einzelne – im schlimmsten Fall stinkende – Schuhe oder gleich ein ganzes Schuhregal, ein Schirmständer, Pflanzen oder auch eine Garderobe.

Ausnahme vom Abstellverbot

Der Grund für Gegenstände im Flur ist eigentlich offensichtlich, erläutert die Rechtsexpertin: „Der Mieter hat die Wohnung gemietet, und er darf Gemeinschaftsflächen wie einen Fahrrad- oder Wäschekeller nutzen. Der Flur und das Treppenhaus dürfen aber ohne Genehmigung nicht einfach so zu eigenen Zwecken genutzt werden. Sie sind Durchgangs- und Fluchtwege, darum müssen sie frei von Stolperfallen bleiben.“ Außerdem will sich niemand vorstellen, wie es in einem Flur oder Treppenhaus aussehen würde, wenn alle Bewohner eines Hauses den Platz vor ihrer Tür als Wohnraum nutzen würden. Es ist also auch eine Frage der Ästhetik – und der gegenseitigen Rücksichtnahme.

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blass
Bettina Blaß
Bettina Blaß ist seit über 15 Jahren selbstständige Verbraucherjournalistin und Trainerin für Internetthemen. Zuvor war sie Redakteurin für die WISO Monats-CD und bei der G+J Wirtschaftspresse Online stellvertretende Redaktionsleiterin. Ihr Fokus liegt auf den Themen Internet, Finanzen und Immobilien. Privat schreibt sie für ihr Reise- und Genussblog Op jück.