15. September 2020

Endlich volljährig

© RossHelen/Shutterstock

Auf diesen Tag hat Leonie lange gewartet. Seit heute darf sie machen, was sie will, denn sie ist endlich 18 Jahre alt. Die erste eigene Wohnung mieten, selbst entscheiden, wie man sich versichert: Mit der Volljährigkeit kommen viele Rechte, aber auch Pflichten auf junge Erwachsene zu. So erhält man zum Beispiel das volle Wahlrecht, wird strafmündig und in vieler Hinsicht unabhängig von den Eltern. Im Einzelfall kann es allerdings sinnvoll und kostensparend sein, nicht gleich alles selbst in die Hand zu nehmen.

Endlich 18 – Leonie fährt morgens das erste Mal allein mit dem Auto einkaufen. Abends kommen Freunde und für die Party kauft sie jede Menge ein: Sekt, Bier, Säfte, Knabbersachen. Ihre Eltern hat sie zu Freunden geschickt, nur ihr 16-jähriger Bruder Tim darf dabei sein. Leonie ist nun volljährig. Damit verfügt sie über alle Rechte, darf allein mit dem Auto fahren, ausgehen, so lange sie möchte, bei Krankheit, sich selbst die Entschuldigung für die Schule schreiben. Sie kann Verträge aller Art abschließen. Sie hat das volle Wahlrecht. Sie kann von der elterlichen Wohnung ausziehen, eine Weltreise machen, so ziemlich alles, was sie sich vorstellt, solange es nicht gegen Gesetze verstößt.

Volljährig heißt nicht unbedingt erwachsen

Die Volljährigkeit bringt jedoch auch Pflichten mit sich. So ist Leonie nun strafmündig, bei Straftaten kann der Richter aber noch das Jugendstrafrecht anwenden. Das ist bis zum 21. Lebensjahr möglich. Denn es gibt einen Unterschied zwischen Volljährigkeit und Erwachsensein. Der erste Begriff bezeichnet lediglich eine Tatsache, die von einem Datum abhängt. Der zweite bewertet, ob ein Mensch tatsächlich über die nötige Reife verfügt, die man wegen seines Lebensalters voraussetzen könnte. Und bei jungen Menschen hat der Richter die Möglichkeit, die persönliche Entwicklung zu berücksichtigen.

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Angelika Schröger
Ob über Musik, Literatur, Psychologie und Gesundheit oder auch intelligente Technologien wie Finanztechnologien oder smarte Häuser, Angelika Schröger schreibt seit 1996 über Themen, die ihr am Herzen liegen. Die Münchnerin studierte Germanistik und Psychologie und lernte ihr journalistisches Handwerk bei der Berliner Morgenpost und Berliner Zeitung. Dem Leser auch komplexe Sachverhalte leicht verständlich zu vermitteln, um sich schneller informieren und orientieren zu können, ist ihr Anliegen.