24. Juni 2019

Grünes Licht für die Hygieneampel

Mehr Transparenz in der Gastronomie

Mal schön essen gehen, das ist ein häufiger Wunsch, nicht nur für verliebte Pärchen. Es gibt viele Anlässe, die eigene Küche zu schonen oder den Großeinkauf ausfallen zu lassen. Überall im Lande, in den Stadtzentren, in den Badeorten am Meer und im Binnenland findet man für jeden Geschmack ein nettes Restaurant, einen Gasthof oder eine rustikale Schankwirtschaft. Nicht selten wurde einem eine Gaststätte sogar empfohlen. Die Speisekarten versprechen Gaumenfreuden in allen Preiskategorien. Wenn dann noch das Interieur Gemütlichkeit vermittelt und die Bedienung freundlich und kompetent zu sein scheint, tritt die Vorfreude beim Betreten der Lokalität wie von selbst ein.

Zwei Fragen können aber erst beim Verzehr der angepriesenen Gerichte beantwortet werden: die nach Geschmack und Preis-Leistungsverhältnis. Da die Geschmäcker verschieden sind und die Auswahl à la Carte nicht immer leicht ist, kann es über die Qualität der gewählten Speisen mehr oder weniger Lob geben. Neben dem Geschmack und der Zubereitungsart der Speisen – das Auge isst mit! – ist auch der Preis ein wichtiges Kriterium für die Bewertung. Ist alles zum Besten, gibt es meist Trinkgeld und die Botschaft über das gelungene Menü wird weitergetragen. Meist unbeantwortet bleibt eine weitere Frage: Wie sieht es in der Küche aus? Wie und wo werden die Zutaten gelagert? Wie hält es das Küchenteam mit Sauberkeit und Hygiene? Und wird das überhaupt regelmäßig kontrolliert? Man muss nicht „Rach, der Restauranttester“ im TV gesehen haben, um sich vorzustellen, dass es hinter den Kulissen auch mal ganz deftig bis eklig zugehen kann. Der Gast hat hierzu selten Informationen. Oft genug kursieren Gerüchte, wonach man dort und dort nicht hingehen sollte. Aber ist das wirklich so?

Nicht nur Verbraucherschützer fordern mehr Transparenz über die Ergebnisse von Kontrollen. Offenbar reicht die Veröffentlichung von Kontrollmaßnahmen und deren Ergebnissen im Internet kaum aus, um diese Transparenz herzustellen. Der Ruf nach einer offiziellen Hygieneampel wird zwar lauter, aber ein erstes Projekt in Nordrhein-Westfalen wurde zurückgezogen. Zuletzt war die Hygieneampel auch ein Thema im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, führte aber noch nicht zu einem Ergebnis. Umstritten ist nicht die Frage, ob es mehr Transparenz geben sollte, sondern wie dies umgesetzt werden könnte. Dabei funktioniert dieses Instrument in unserem nördlichen Nachbarland Dänemark und Norwegen ausgezeichnet. Nicht nur die Gäste fühlen sich besser informiert, sondern die Betreiber gastronomischer Betriebe sind für Sauberkeit und Hygiene stärker sensibilisiert. Hoffen wir, dass es auch bald bei uns so ist.

 

Jürgen Fischer - verbraucherblickDr. Jürgen Fischer

Seit August 2004 ist er geschäftsführender Vorstand der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern mit Sitz in Rostock. Schwerpunkte des Juristen sind Mietrecht und Energie, speziell das Thema Heizkosten.

 

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