18. April 2018

Mehr Klarheit bei Lebensmitteln

Essen und Trinken. Alltäglich. Jeder macht es. Es muss sein und es muss schmecken. Im Ernährungsreport 2018 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft antworten 99 Prozent der befragten Bürger auf die Frage, was beim Essen wichtig ist, „dass es gut schmeckt“. Für immerhin 92 Prozent ist es wichtig oder sehr wichtig, dass das Essen gesund ist. Das ist doch mal eine gute Nachricht. Gesundes Essen ist fast allen wichtig und es soll schmecken.

Aber woran erkennt man gesundes Essen? Etwa an der Werbung, die Gesundheit suggeriert oder an der Verpackung mit Gesundheitsbotschaften oder an Empfehlungen von Bekannten und Prominenten? Denn so leicht scheint es dann doch nicht zu sein, dieses Bestreben in die Tat umzusetzen. Immerhin nehmen Übergewicht, Adipositas und damit verbundene Folgeerkrankungen stetig zu. Entsprechend des Ernährungsberichtes der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sind knapp 59 Prozent der Männer und circa 37 Prozent der Frauen in Deutschland übergewichtig.

Was braucht es also, um Wunsch und Wirklichkeit zueinander zu bringen? In einer aktuellen Befragung im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverband vzbv kann man Lösungsansätze erkennen: So werden staatliche Maßnahmen im Bereich der gesunden Ernährung von immerhin 66 Prozent der Menschen befürwortet. Zu solchen Regelungen gehören eine verbindliche farbliche Ampelkennzeichnung auf der Vorderseite von Lebensmittelverpackungen mit immerhin 79 Prozent Zustimmung. Aber auch ein Verbot von an Kinder gerichtete Werbung für Lebensmittel mit viel Zucker, Fett und Salz oder Steuern auf ungesunde Lebensmittel wie Softdrinks, wenn gleichzeitig für gesunde Lebensmittel wie Gemüse und Obst die Steuern gesenkt werden.

Die neue Bundesregierung hat ordentlich zu tun, ernährungspolitisch voran zu kommen und wirksame, verbindliche Maßnahmen zu ergreifen. Es braucht eben gesetzliche Regelungen und nicht allein freiwillige Maßnahmen, um gesundheitsfördernde Lebensmittel zu erkennen und auswählen zu können. Zudem kann eine bessere Lebensmittelkennzeichnung Qualität verdeutlichen. Beispiele: Lebensmittel aus tierfreundlicher Haltung – sind nur selten erkennbar. Regionale Lebensmittel – die verbindliche und allgemein akzeptierte Definition für „regional“, fehlt noch immer. Das sorgt regelmäßig für Empörung bei Verbrauchern, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden.

Fazit: Verbraucher interessieren sich für Zusammensetzung, Herkunft und Herstellung ihrer Lebensmittel. Viele nutzen die zur Verfügung stehenden Informationen für ihre Kaufentscheidung. Deshalb sind verpflichtende, transparente und aussagefähige Informationen längst überfällig, um dem Wunsch nach „gesundem Essen“ näher kommen zu können.

Verbraucherzentrale hilft und berät unter: www.verbraucherzentrale.de.

Ralph Walther - Verbraucherzentrale Thüringen - verbraucherblickDr. Ralph Walther ist seit 2007 Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Thüringen. Nach dem Studium der Chemie in Leipzig und Jena arbeitete er zunächst als Referent für Umwelt / Produkte / Dienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Thüringen.

 

 

 

 

 

 

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