11. Juni 2017

Wie gefährlich ist ein Smart-TV wirklich?

Schön groß, schön flach und ganz schön smart. Moderne TV-Geräte können mehr als nur Fernsehen. Sie sind zur multimedialen Schnittstelle im Wohnzimmer geworden. Sie kommunizieren wie ein Computer mit anderen Geräten und sogar mit dem Internet: liefern Zusatzinformationen zum laufenden Programm, bieten allerhand nützliche Apps und streamen Inhalte von Online-Portalen ins Wohnzimmer. Doch die smarte Seite des TVs hat ihren Preis, denn sie öffnet Spionen Tür und Tor.

In Deutschland werden derzeit rund 7 Millionen Fernsehgeräte pro Jahr verkauft. Einen Großteil davon machen sogenannte Smart-TVs aus, also internetfähige Fernsehgeräte. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr laut Statista rund 4,4 Millionen davon verkauft. Und es dürften noch mehr werden: Sportgroßereignisse oder die Umstellung auf DVB-T2 würden für weiteren Absatz sorgen, vermutet das Meinungsforschungsinstitut GfK. In den ersten 4 Monaten des aktuellen Jahres besaßen demnach bereits 60 Prozent aller in Deutschland verkauften TV-Geräte eine Smart-TV-Funktion. Das heißt, die Geräte lassen die Grenzen zwischen Fernsehen und Internet verschmelzen. Die auch Hybrid-TVs genannten Modelle basieren alle auf dem HbbTV-Standard. Die Programmbetreiber können Sendungen so beispielsweise mit interaktiven Inhalten anreichern.

Smart und neugierig ist das Smart-TV

Fast jeder zweite deutsche Haushalt besitzt dem Meinungsforschungsinstitut GfK zufolge bereits einen Smart-TV. Rund ein Viertel nutze die Internetverbindung am Gerät aktiv. Diese Nutzer greifen also auf Angebote wie Video-Streaming-Portale oder Mediatheken regelmäßig zu.

Smart-TV, das heißt vor allem, es fließen Datenströme übers Netz. „Heutzutage hat man ja viele smarte Geräte im Haushalt“, sagt Jan Böttcher, IT-Experte aus Hamburg. Bei Smartphones habe man eigentlich schon gelernt, dass sie viele Daten raussenden, wenn man auch Apps verwendet. Böttcher aber warnt vor den Gefahren, die mit Smart-TVs einhergehen. „Bei Smart-TVs wissen viele Leute noch gar nicht, was da passiert, und machen sich auch gar keine Gedanken, ob man sich einen Spion ins Haus geholt hat.“

Tatsächlich sind Smart-TVs aufgrund ihrer großen Verbreitung eines der attraktivsten Ziele für Hacker, um in den vernetzten Haushalt einzudringen. Lesen Sie alles, was Sie zum Thema Sicherheit und Datenschutz beim Smart-TV wissen sollten in verbraucherblick 06/2017.

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