Was jeder Verein über die Lokalpresse als Medienpartner wissen sollte

Bei größeren Veranstaltungen eines Vereins entscheidet nicht selten die Pressearbeit über Erfolg und Misserfolg. Da liegt es nahe, die Lokalpresse als Medienpartner mit ins Boot zu nehmen. Das hat zwar nicht von der Hand zu weisende Vorteile, aber es gibt auch einige Punkte, die man beachten sollte, bevor man in dieser Frage eine endgültige Entscheidung trifft. Dies zeigt unser Erfahrungsbericht.

Lokalpresse als Medienpartner: Die führende Regionalzeitung

Ein Kulturverein organisierte ein viertägiges Festival. Da es sich um einen kleineren Verein handelte, war die Sponsoren- und Partnersuche schwierig. Umso mehr freute man sich, dass sich die führende Regionalzeitung als Medienpartner engagierte. Darüber hinaus stiftete die Zeitung noch einen Preis, der während des Festivals vergeben wurde.

Die Konkurrenzsituation der Zeitungen wurde zum Problem

Zunächst war alles im grünen Bereich: Die Zeitung berichtete nicht nur im lokalen sondern auch im überregionalen Bereich sehr ausführlich und sorgte auch für hervorragendes Bildmaterial. Doch schon bald zeigte sich die Kehrseite der Medaille in Form einer anderen Tageszeitung, die durchaus eine wichtige Anzahl von Leserinnen und Lesern hatte, aber über das Festival nicht berichtete, weil man keine Unterstützung der Konkurrenz wollte.
Zwar ging es ja eigentlich um ein Festival, somit nicht um einen Kampf der Zeitungen. Doch nicht zuletzt durch den immensen Druck, unter dem die lokalen Printmedien stehen, werden diese immer sensibler, wenn einer der Mitbewerber als Mitveranstalter, Medienpartner oder in einer anderen Art und Weise vermeintlich bevorzugt wird.

Die Werbetrommel rühren

Das Festival-Team versuchte vergeblich die Wogen zu glätten. Aufgrund der getroffenen Abmachungen mit der einen Zeitung, war es nicht mehr möglich, die andere mit ins Boot zu nehmen. Die Versuche, eine gemeinsame Basis zum Wohle des Festivals zu schaffen, scheiterten.
Darum entschloss man sich im Team, die Werbung in anderen Medien zu forcieren. Hier kam das Internet ins Spiel. Eine eigene Website wurde geschaffen und nahezu täglich mit neuen Informationen und Berichten gefüllt. Die Information über die sozialen Netzwerke wurde verstärkt. Die Auflage der Werbeflyer und Plakate wurde ebenfalls erhöht. Pressemitteilungen wurden jedoch weiter verschickt – auch an Zeitungen, die das Festival wegen der Zusammenarbeit mit der Konkurrenz boykottierten.

Durch die umfangreiche Werbung und die großzügige Berichterstattung der als Medienpartner gewonnenen Zeitung war die Aufmerksamkeit für das Festival sehr hoch. Das große Interesse führte dazu, dass die nicht als Medienpartner beteiligte Zeitung ihren Boykott aufgab. Sie berichtete nun auch über die Veranstaltung. Wahrscheinlich lag dies daran, dass es gelungen war, das Festival in der Region zum Thema zu machen, über das überall gesprochen wurde.

Fazit

Wenn auch in diesem Fall alles gut ausging, so besteht doch bei einer engen Partnerschaft mit einem lokalen oder regionalen Medium ein gewisses Risiko. Man läuft Gefahr, es sich mit anderen, ebenso wichtigen Medien zu verderben. Eine solche Kooperation, wie sie hier geschildert wurde, sollte deshalb nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen eingegangen werden:
Die Kooperation sollte von vorneherein auf ein besonderes Ereignis begrenzt sein. Eine dauernde Kooperation schneidet die Verbindung zu anderen Medien ab. Bereits im Vorfeld sollte man sich über Ersatzstrategien Gedanken machen, die den etwaigen Verlust der Berichterstattung einer anderen Zeitung ausgleicht. Hier sind soziale Netzwerke interessant, weil man über sie schnell und vor allem kostengünstig viele Interessenten finden kann. Auch wenn eine Kooperation besteht, so müssen doch auch alle anderen Medien weiter informiert werden. Deshalb von vorneherein vereinbaren, dass man weiterhin die Pressemitteilungen an alle Medien verschickt.

 

Wenn du mehr über das Thema „Öffentlichkeitsarbeit und PR im Verein“ erfahren möchtest, dann schau doch mal in unserer Vereinslounge vorbei. Dort entsteht eine dynamische und umfassende Sammlung zu bestimmten Teilbereichen dieses Themas. 

Lena Kullmann

Mein Name ist Lena Kullmann. Als Studentin habe ich im Marketing von MEINVEREIN gearbeitet. In dieser Zeit habe ich über verschiedene Themen rund um die Vereinswelt geschrieben.

Schreibe einen Kommentar