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Smartphone & Handy absetzen

So bekommen Sie Geld zurĂĽck


Ob schnell eine E-Mail beantworten oder unterwegs den Kunden zurĂĽckrufen — nicht selten ist das private Handy auch fĂĽr den Job im Einsatz. Das Gute daran: Sobald der Job im Spiel ist, können Sie auch das Finanzamt mit ins Boot holen. Sparen Sie mit unseren Tipps Steuern mit Ihrem Smartphone. Wie Sie Ihr Handy absetzen erfahren Sie hier.

Privates Smartphone fĂĽr die Arbeit?

Wussten Sie, dass das Finanzamt Geld fürs Smartphone zurückzahlt? Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie die Kosten von der Steuer absetzen.

Und die wichtigste Voraussetzung heißt: berufliche Nutzung. Denn nur, wenn Sie Ihr Handy auch tatsächlich für Ihre Arbeit benutzen, können Sie damit Steuern sparen. Ein „Chef, ich komme heut später“-Anruf reicht dafür leider nicht aus. Ihre berufliche Tätigkeit muss zum Smartphone-Einsatz passen. Bei Kommunikations- und Medienberufen ist das klar gegeben. Auch bei Außendienstmitarbeitern besteht in der Regel kein Zweifel. Andere müssen dem Finanzamt jedoch plausibel nachweisen, dass das Gerät auch für Berufszwecke genutzt wird.

Wie weise ich nach, dass das Handy beruflich genutzt wird?

Schreiben vom Chef

Die einfachste Möglichkeit, den Nachweis fürs Finanzamt zu bringen: fragen Sie Ihren Chef, ob er ein Schreiben ausstellt. In diesem bescheinigt er, dass das Handy auch beruflich genutzt wird. Dies legen Sie Ihrer Steuererklärung bei. So können Sie die Hälfte der Kosten absetzen, bei einer guten Begründung sogar bis zu 80 Prozent vom Kaufpreis!

Smartphone-Tagebuch

Das Fahrtenbuch beim Dienstwagen ist keine Seltenheit. Aber ein Smartphone-Tagebuch? Auch, wenn das vermutlich nicht viele kennen — beim Steuern sparen hilft es dennoch. Diese Variante ist zwar etwas aufwendiger, erhöht aber Ihre Chancen auf den Steuervorteil. Schreiben Sie drei Monate lang ein Smartphone-Tagebuch. Vermerken Sie darin Datum, Dauer und Grund fĂĽr jeden Anruf. Mit einem Einzelverbindungsnachweis geht das natĂĽrlich noch einfacher. Findet das Finanzamt die Aufzeichnungen glaubhaft, können Sie in der Regel die Hälfte des Kaufpreises absetzen.

Setzen Sie die Handy-Anschaffungskosten ab

Sie haben ein echtes Schnäppchen gemacht und ein Smartphone bis 952 Euro brutto (800 Euro netto) gekauft? Dann können Sie den Beitrag komplett im Jahr des Kaufs als Werbungskosten von der Steuer absetzen.

Natürlich können Sie auch teurere Handys absetzen. Dann heißt es aber: Kosten verteilen. Und zwar über einen Zeitraum von 5 Jahre, genauer 60 Monate. Denn diesen Zeitraum gibt die amtliche AfA-Tabelle als übliche Nutzungsdauer von Smartphones vor. Mehr zum Thema Abschreibung finden Sie in unserem Beitrag zur AfA.

Beispiel

Im April letzten Jahres haben Sie ein Smartphone fĂĽr 900 Euro brutto gekauft. Geteilt durch 60 Monate sind das Kosten von 15 Euro pro Monat. Dies multipliziert mit 9 Monaten, da das Handy ja erst im April gekauft haben.

Laufende Kosten? Absetzen!

Doch das ist nicht alles! Denn wird das Handy auch beruflich genutzt, können auch laufende Kosten abgesetzt werden. Das sind beispielsweise Kosten für Telefonate und Internetnutzung. Mehr lesen Sie hier: Telefonkosten absetzen

Hier gilt als Faustregel: Ohne Nachweis, aber mit glaubhafter Begründung, können Sie pauschal 20 Prozent Ihrer Kosten absetzen. Es gibt jedoch eine monatliche Höchstgrenze von 20 Euro. Möchten Sie mehr absetzen, brauchen Sie auch hier entweder ein Schreiben vom Chef oder ein Smartphone-Tagebuch.

Steuer-Abruf

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11 Kommentare

Kommentar hinterlassen
  1. 1
    Simon Schöfthaler

    Wie ist die Lage, wenn ich das Smartphone gebraucht gekauft habe, also zum Beispiel ĂĽber eBay Kleinanzeigen?

    Danke fĂĽr die Hilfe!
    Liebe GrĂĽĂźe,
    Simon

  2. 2
    Shahla Shahriari

    Ein Smartphone, dass ich mir 2020 zugelegt habe, um damit an der Uni an Zoom teilnehmen zu können, ist das unter Sonderausgaben abesetzbar für Studenten?

    • 3
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      leider darf ich Ihnen aus rechtlichen GrĂĽnden keine Antworten auf Fragen geben, die Ihren individuellen Steuerfall betreffen. Das dĂĽrfen nur bestimmte Berufsgruppen, wie z. B. Steuerberater oder Lohnsteuerhilfevereine.
      Grundsätzlich sind als Studienkosten alle Kosen abzugsfähig, die im Rahmen des Studiums anfallen, wie z. B. Fahrten zur Uni, Studiengebühren, Büromaterial oder das fürs Studium genutzte Arbeitszimmer. Dabei gelten für die meisten Ausgaben die gleichen Vorschriften wie für Arbeitnehmer.
      Mehr zum Thema lesen Sie in unserem Beitrag: Studienkosten absetzen.

      Viele GrĂĽĂźe
      Carina Hagemann von Steuern-Sparen

  3. 4
    David

    Hallo, wie verhält es sich eigentlich, wenn das Telefon ein Teil des Vertrags ist, man die Gerätekosten also quasi über 24 Monate abstottert.

    Ein Beispiel:

    Ein teures Telefon, das separat – also ohne Vertrag – beim Hersteller 1.600 Euro kostet, wird nun im Bundle bei einem Mobilfunkprovider mit Vertrag angeboten. Hier werden dann einmal zu Beginn des Vertrages 600 Euro – als eine Art An- bzw. Zuzahlung aufgerufen … und dann der Rest im Folgenden ĂĽber die Vertragslaufzeit i. d. R. 24 Monate mit den MobilfunkgebĂĽhren abbezahlt.

    Meine Frage(n): Handelt es sich hiermit daher nun um ein GwG unter den 800 Euro (netto)? Oder wie ist so etwas nachvollziehbar in der Steuererklärung anzugeben? Die Thematik, wie allgemein damit verfahren wird, wenn das Gerät ein Teil des Vertrages ist, der über mehrere Jahre läuft, ist mir an dieser Stelle noch nicht ganz klar. Danke.

    • 5
      Carina Hagemann

      Hallo David,

      vielen Dank fĂĽr Ihre interessante Frage. Leider darf ich Ihnen aus rechtlichen GrĂĽnden keine Auskunft zu Ihrem Anliegen geben.
      Ich möchte Sie aber gerne auf unseren Beitrag zum Thema Telefonkosten absetzen sowie die Steuer-Hilfe von WISO Steuer verweisen. Hier finden Sie zahlreiche weitere Informationen rund um das Thema Mobilfunk- und Telefonkosten absetzen.

      Viele GrĂĽĂźe
      Carina Hagemann von Steuern-Sparen

  4. 6
    Andre Oberdorf

    Hallo,
    ich habe im Jahr 2020 ein Handy gekauft, welches 1200 € gekostet hat. Dieses nutze ich aber nur zu 50% für die Arbeit.
    Muss ich das jetzt über 5 Jahre absetzen oder kann ich das auf einmal, weil ja die 800€ Brutto bei 50% dann nicht überschritten werden ?

    • 7
      Alexander MĂĽller

      Hallo Herr Oberdorf,
      leider dĂĽrfen wir im Einzelfall keine Steuerberatung vornehmen. Daher allgemein gesprochen: Ja, es kommt auf die tatsächlichen Anschaffungskosten an. Liegen diese ĂĽber der “magischen” Grenze von 800€ netto, muss das Handy ĂĽber die “betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer” (Handy 5 Jahre) abgeschrieben werden. Auch wenn der ausgerechnete berufliche Anteil (z.B. 50%) unter 800€ netto liegt. So sehen es die Steuergesetze leider vor.
      Viele GrĂĽĂźe,
      Alexander MĂĽller
      Tax Specialist

  5. 8
    Kamran Ahmed

    Falls das Unternehmen / der Chef aus rechtlichen Gründen kein Beweisschreiben vorlegen kann. Können Sie die Kosten für das Smartphone noch in der Steuererklärung abziehen?

    • 9
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      im Beitrag weisen wir auf 2 Möglichkeiten hin, wie der Nachweis der beruflichen Nutzung erbracht werden kann. Die erste Möglichkeit ist die schriftliche Bestätigung des Arbeitgebers. Die zweite Möglichkeit ist die Dokumentation von beruflichen Gesprächen mit dem Smartphone über einen gewissen Zeitraum.

      Viele GrĂĽĂźe
      Carina Hagemann von Steuern-Sparen

  6. 10
    Vladimir

    Es wäre nicht schlecht, wenn man auch dazu noch schreiben wĂĽrde an welcher Stelle genau. Zum Beispiel Werbungskosten–>Arbeitsmittel–>usw. oder Werbungskosten–>Telefonkosten? Also im Video oder mit Bildern die Eingabemaske zeigen!

    • 11
      Anna Maringer

      Hallo Vladimir,

      vielen Dank fĂĽr Ihre Anregung. Ihren Vorschlag nehmen wir sehr gerne auf.

      Viele GrĂĽĂźe
      Anna Maringer
      Content Editor bei steuernsparen

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