Tierbetreuung steuerlich absetzen

So sparen Sie mit Ihrem Haustier Steuern


Gute Nachrichten für Tierbesitzer: Der Fiskus beteiligt sich an der Versorgung und Betreuung Ihres geliebten Vierbeiners. Denn die Ausgaben für den Katzen- oder Hundesitter sind steuerbegünstigt. Und zwar mit einem Steuervorteil von bis zu 4.000 Euro. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Tierbetreuung von der Steuer absetzen.

Tierbetreuung als haushaltsnahe Dienstleistung

Absetzbar ist dies als sogenannte haushaltsnahe Dienstleistung. Wichtig hierbei ist, dass Sie Ihr Haustier zu Hause betreuen lassen. Eine Tierpension ist zwar praktisch, jedoch entfällt hier die Steuerermäßigung. Denn es heißt ja schließlich „haushaltsnah“. Daher sind die Ausgaben – einschließlich der Anfahrtskosten – nur dann abziehbar sein, wenn die Betreuung in Ihrem Haushalt bzw. auf Ihrem Grundstück erfolgt.

Sie erhalten hingegen keinen Steuervorteil, wenn Sie das Haustier aus der Wohnung abholen lassen und es nach der Betreuung wieder zurückgebracht wird. Auch nicht begünstigt sind daher Tierarztkosten. Aber es gibt eine lohnende Ausnahme: Das Gassi gehen! Für das Ausführen des Haustieres außerhalb der Wohnung erhalten Sie den Steuervorteil. Der Fiskus begründet dies damit, dass der Steuerbonus ja auch für „die Begleitung von Kindern, kranken, alten oder pflegebedürftigen Personen bei Einkäufen und Arztbesuchen sowie für kleinere Botengänge“ durch eine Haushaltshilfe außerhalb der Wohnung gewährt wird. Also gleiches Recht für alle – zur Freude der Hundebesitzer!

FĂĽr welche Haustiere gilt der Steuervorteil?

Aktuell akzeptiert die Finanzverwaltung die Betreuung und Pflege von allen Tieren als haushaltsnahe Dienstleistung an.

20 Prozent der Tier-Betreuungskosten absetzbar

Für die Tierbetreuung gibt es eine Steuerermäßigung von 20 Prozent (BMF-Schreiben vom 09.11.2016).

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Barzahlen? Lieber nicht!

Die Kosten für den Tiersitter erhalten Sie nur mit Rechnung vom Fiskus. Und diese Rechnung dürfen Sie nur mittels Banküberweisung auf dessen Konto begleichen. Da ist das Finanzamt ganz strikt. Bei Barzahlung gibt’s keine Steuerermäßigung. Ob mit oder ohne Quittung ist dem Finanzamt egal! Mit der Überweisung sind Sie immer auf der richtigen Seite

Betreuung im Haushalt

Kürzlich hat das Finanzgericht Münster entschieden, dass Leistungen zur Betreuung und Versorgung eines Hundes im Haushalt „haushaltsnah“ sind. Die Kosten für den Dogsitter – einschließlich der Anfahrtskosten – sind allerdings nur dann abziehbar, wenn die Betreuung im Haushalt bzw. auf dem Grundstück erfolgt. Die Steuervergünstigung gibt’s hingegen nicht, wenn das Tier an der Wohnung abgeholt und nach der Betreuung wieder zurückgebracht wird. (Urteil des Finanzgerichts Münster, Aktenzeichen 14 K 2289/11)

Kann ich Tierarztkosten von der Steuer absetzen?

Nun hat das Finanzgericht Nürnberg entschieden, dass Tierarztkosten nicht steuerbegünstigt sind. Denn die Behandlung von Verletzungen und Krankheiten gehöre nicht zu den haushaltsnahen Dienstleistungen, gleichgültig ob bei Mensch oder Tier. (Urteil des Finanzgerichts Nürnberg vom 04.10.2012, Aktenzeichen 4 K 1065/12)

Häusliche Behandlung absetzbar?

In einem anderen Fall begehrte ein Hundebesitzer die Anerkennung der Kosten für eine tierärztliche Behandlung in seiner Wohnung – einschließlich der Anfahrtskosten des Tierarztes. Es kam jedoch nicht zu einem Urteil, denn noch vor einer gerichtlichen Entscheidung lenkte das Finanzamt ein und erkannte die Aufwendungen antragsgemäß an.

Tierarzt als Handwerker?

Sind die Leistungen des Tierarztes vielleicht mit Handwerkerleistungen vergleichbar, für die es eine Steuerermäßigung von 20 Prozent, höchstens 1.200 Euro gibt? Kommt nämlich ein Mechaniker ins Haus und repariert die Waschmaschine, besteht Anspruch auf den Steuerbonus. Gleiches müsste gelten, wenn der Tierarzt nach Hause kommt und den Dackel behandelt, oder?

Tiere sind zwar keine Sachen, doch „auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist“ (§ 90a Bürgerliches Gesetzbuch). Da der Gesetzgeber Tiere nicht ausgenommen hat, müsste der Hausbesuch des Tierarztes begünstigt sein. Doch nach Auffassung des FG Nürnberg stellen die Leistungen des Tierarztes keine Handwerkerleistungen dar.

Vorsicht beim Hunde-Betreuungsservice

Anders sieht es aus, wenn ein Hunde-Betreuungsservice den Hund vom Haushalt abholt und nach Ablauf der Betreuungszeit dort wieder abliefert. Dann sind die Kosten dafĂĽr nicht steuerbegĂĽnstigt. Denn in diesem Fall findet eine Betreuung nicht in der Wohnung oder auf dem GrundstĂĽck des Steuerpflichtigen statt.

Die längerfristige außerhäusliche Betreuung eines Haustiers, z.B. über einen ganzen Tag oder während der Ferien, ist nicht mit dem bloßen Ausführen eines Hundes für ein bis zwei Stunden vergleichbar, die auch während der gewöhnlichen häuslichen Betreuung des Tieres durch den Steuerpflichtigen oder andere haushaltsangehörige Personen anfällt (Urteil des Finanzgericht Münster, Aktenzeichen 14 K 2289/11 E).

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