13. Juni 2016

Kinder, legt die Handys weg!

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© iko/Shutterstock.com
Die Kleinen sitzen wieder ewig vor der Glotze, auf dem Handy wird ständig getippt und abends im Bett wird wieder zu lange auf dem Tablet ein Film geschaut. Es gibt viele Situationen, in denen Eltern am Multimediakonsum ihrer Kinder verzweifeln.

Die digitale Welt ist nicht mehr wegzudenken. Viel zu sehr vereinfacht sie unser Leben – ob beim Einkaufen, Behördengängen oder nur beim Heraussuchen einer Bahnverbindung. Die Kinder von heute stehen zukünftig einer noch stärker digital geprägten Welt gegenüber. Bereits heute nutzen Kinder die Palette sämtlicher Geräte intensiv – oder schon exzessiv? Immerhin besitzen laut einer Studie des Elektronikbranchenverbandes BITKOM drei von vier Grundschüler bereits ein Handy, jeder dritte 10- bis 11-Jährige einen PC oder Laptop. Manche Mamas und Papas müssen sich gelegentlich selbst an die Nase fassen, wenn sie beim gemeinsamen Essen oder Autofahren auf ihr Smartphone starren. Schnell gerät der Familienfrieden dann in Gefahr.

Was die Studie von BITKOM zeigt, ist nicht dramatisch, die Zahlen der vergangenen 5 Jahre sind konstant. Dennoch sind viele Kinder bereits in sehr jungen Jahren online. 39 Prozent der 6- bis 7-Jährigen nutzen das Internet. Die 10-Jährigen sind fast alle im Netz unterwegs – zumindest mehrmals in der Woche. Geschieht das mit altersgerechten Inhalten, ist das alles harmlos. Wenn Mobbing, Stalking oder sexuelle Belästigungen ins Spiel kommen, wird es aber gefährlich. Solche negativen Erfahrungen hat bereits jeder Dritte im Alter von 10 bis 18 Jahren im Internet gemacht. Fatal, wenn Eltern davon spät oder gar nichts bemerken oder gar nicht erst wissen, wo und wie lange ihr Nachwuchs digital unterwegs ist.

Die Aufgaben für Eltern sind umfangreicher geworden. Wo sich früher die Kontrolle überwiegend auf den Fernsehkonsum konzentrierte, sind heutzutage die Regulierung von Spielkonsolen, Tablets, Computern, und Smartphones dazugekommen. Das überfordert zunehmend. Nur 39 Prozent der 12- bis 13-Jährigen, so die BITKOM-Studie, sprechen mit ihren Eltern regelmäßig über ihre Interneterfahrungen. Alarmierend sei der Anteil an Erwachsenen, die offenbar wenig bis gar nicht über das Veröffentlichen von Fotos, Datenschutz und Urheberrechte mit ihrem Nachwuchs sprechen.

Ein totales Verbot der elektronischen Helfer für alle Familienmitglieder erscheint allerdings wenig sinnvoll. Mit ein paar einfache Regeln lassen sich Streits um Fernbedienung, Tablet und Smartphone vermeiden. Welche das sind, zeigt verbraucherblick 06/2016.

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