Das Leitbild des Vereins dient als Richtlinie für sein Handeln nach innen und nach außen. Wie ein Kompass hilft es, den künftigen Kurs zu bestimmen und zu halten. So kommt Dein  Verein auch in stürmischen Zeiten nicht ins Schlingern

Warum sollte ein Verein ein Leitbild besitzen? Welche Vorteile bietet ein Leitbild? Wer profitiert davon? Was ist überhaupt das Leitbild des Vereins?

Ein Leitbild ist die Summe schriftlich fixierter Aussagen zum Zweck und zu den allgemeinen Grundsätzen einer Organisation oder eines Unternehmens. Es prägt das gesamte Denken und Handeln. Das Unternehmen und alle internen Systeme richten sich danach aus. Ein Leitbild enthält die gemeinsamen Ziele, Werte und Normen, an denen sich das Unternehmen orientiert. Es enthält Aussagen über das Verständnis von Menschen, über die interne Zusammenarbeit und externe Kooperationen, über die Kommunikation, die Mitbestimmung und den Führungsstil. Ein Leitbild gibt Antworten auf Fragen wie …

– Wer sind wir?
– Was tun wir?
– Was wollen wir erreichen?
– Wie sehen wir unser Miteinander und unsere Zusammenarbeit?
– Was zeichnet uns aus?
– Wie definieren wir Führungsarbeit?
– Wie treffen wir Entscheidungen?

Das Leitbild des Vereins definieren – Wer ist dein Verein?

Leitbildarbeit in Etappen

Jedes Leitbild hat zwei Bestandteile:

  • Die Leitideen …
    definieren Sinn und Zweck des Vereins (Gesunderhaltung, Stadtteilförderung, Förderung bestimmter Aktivitäten). Sie beschreiben den Nutzen für Mitglieder und Gesellschaft. Legen Werte und Ziele fest. Und eröffnen Visionen für die Zukunft.
  • Die Leitsätze …
    halten diese Ideen und Visionen fest, konkretisieren sie und formen sie zu Kernaussagen. Im Zusammenwirken der einzelnen schriftlich fixierten Leitsätze entsteht das Leitbild des Vereins.

 

Leitbildarbeit im Team 

Egal, ob ihr schon ein Leitbild habt, das ihr erneuern möchtet oder erst eines schaffen wollt: Ein Leitbild (weiter) zu entwickeln, ist Projektarbeit. Und das heißt:

  1. Das Leitbild sollte von einem Projektteam entwickelt werden, das sich aus Vertretern aller Abteilungen und Bereiche zusammensetzt: Mitgliedern, Mitarbeitern und Ehrenamtlichen. Schließlich soll es für alle gelten, also muss es auch alle einbeziehen.
  2. Es muss einen Verantwortlichen geben, der die Richtung bestimmt und das Ziel im Auge behält. Sonst wird Deine Suche nach dem Leitbild leicht zur Odyssee.
  3. Es braucht eine Instanz, die sicher stellt, dass bei aller Selbstbetrachtung die Objektivität nicht verloren geht. Deshalb macht es Sinn, einen externen Moderator einzuschalten, der als Außenstehender einen neutralen Blick bewahrt.

Leitbildarbeit in der Praxis

Und jetzt genug der Theorie – das Abenteuer kann beginnen! Ihr werdet sehen, Leitbild-Arbeit kann spannend sein!

Mit diesen sieben goldenen Regeln an Bord umschiffst Du sicher jede Klippe:

  1. Das Leitbild sollte in einem demokratischen Prozess entstehen.
    Was gemeinsam entwickelt wird, hat gute Chancen, von allen akzeptiert zu werden. Im Gegensatz dazu erzeugen von oben aufgezwungene Vorschriften nur Widerstand und Ablehnung! Macht Vorschläge für das Leitbild im Verein bekannt: Stellt es auf internen Veranstaltungen und in den Vereinsmedien vor.
  2. Es soll für alle gelten, also muss es auch für alle passen.
    Das Leitbild muss alle Zielgruppen eures Vereins erreichen. Entsprechend viele unterschiedliche Vorstellungen müsst ihr unter einen Hut bringen.
  3. Es muss alles ausdrücken, was dem Verein wichtig ist:
    Ein Leitbild, das Stückwerk bleibt, ist kein Leitbild. Um eurem Verein Orientierung zu geben, muss es alle wichtigen Koordinaten bestimmen: Werte, Normen, Ziele – sein gesamtes Selbstverständnis.
  4. Es muss mit der gelebten Vereinskultur in Einklang stehen.
    Versucht nicht, euch mit einem Federstrich neu zu erfinden – das funktioniert nicht und zerstört statt aufzubauen. Infolgedessen muss bei allem Wunsch nach Verbesserung das Gesicht eures Vereins erkennbar bleiben.
  5. Angestrebte Veränderungen müssen realistisch sein:Dementsprechend braucht ihr eine konkrete Zielsetzung, überschaubare Teilschritte und einen realistischen Zeitplan.
  6. Das Leitbild soll motivieren und mitreißen.
    Dazu muss es Kopf und Herz gleichermaßen ansprechen. Entwickelt verständliche Perspektiven, die im Vergangenen verwurzelt sind, aber in die Zukunft weisen. Vermeidet daher leere Phrasen und langweilige Gemeinplätze. Formuliert klar und anschaulich. Werdet so konkret, dass die Einhaltung kontrolliert werden kann.
  7. Der Vorstand hat Vorbildfunktion!
    Ihr könnt von anderen nur verlangen, was ihr selbst erfüllt. Deshalb: Lebt das Leitbild vor, in jeder Situation, in allen Lebenslagen!