Konten im Ausland

Konten im Ausland

Automatische Kontrollmitteilungen ab September 2017


Anleger mit ausländischen Konten haben nun schlechte Chancen, dem deutschen Fiskus Informationen vorzuenthalten. Kontodaten werden nun automatisch an die Finanzbehörden übertragen.

Differenzen zu gemeldeten Konten?

Ab diesem Monat werden viele Steuerzahler Post von ihrem Finanzamt bekommen. Denn eine Revolution steht vor der Tür: Im September 2017 werden erstmals zahlreiche Staaten Kontrollmitteilungen über Kapitalerträge an die Heimatländer der ausländischen Anleger versenden.

Heißt: stimmen die in der Steuererklärung angegebenen Kapitalerträge aus ausländischen Konten nicht mit den Kontendaten überein, so erhält die deutsche Finanzverwaltung künftig automatisch Info von ausländischen Finanzbehörden.

Grundlage dafür ist ein Abkommen über den „automatischen Austausch von Informationen über Finanzkonten in Steuersachen“, das am 29. Oktober 2014 in Berlin 51 Staaten unterzeichnet hatten.

Stichtag war bereits der 31.12.2015

Der erste automatische Informationsaustausch wird also am 30. September 2017 stattfinden, er wird aber auch Daten zu Konten umfassen, die bereits Ende 2015 bestanden haben! Finanzinstitute müssen mit Stichtag 31.12.2015 den Altbestand ihrer Konten erfassen und ab dem 01.01.2016 bei Neukunden die steuerliche Ansässigkeit feststellen.

Was wird den deutschen Finanzbehörden gemeldet?

  • Zinsen
  • Dividenden
  • Einnahmen aus bestimmten Versicherungsverträgen
  • Andere Erträge
  • Guthaben auf Konten
  • Erlöse aus der Veräußerung von Finanzvermögen.

Sowie Meldedaten wie

  • Name
  • Adresse
  • Steueridentifikationsnummer
  • Geburtsdatum
  • Kontostand
  • Kontonummer

Welche Länder nehmen am Datenaustausch teil?

Am automatischen Informationsaustausch ab 31.07.2017 nehmen u.a. folgende Staaten teil: Liechtenstein, Luxemburg, Österreich, Malta, San Marino, Vereinigtes Königreich und die unmittelbar der englischen Krone unterstehenden Gebiete (Isle of Man, Guernsey und Jersey) sowie die Überseegebiete des Vereinigten Königreiches (Anguillа, Bermuda, Britische Jungferninseln, Gibraltar, Kaimaninseln, Montserrat, Turks- und Caicosinseln), Niederlande mit den karibischen Inseln Bonaire, Sint Eustatius und Saba, Frankreich mit Französisch-Guayana, Guadeloupe, Martinique, Mayotte, Réunion und Saint-Barthélemy. Insgesamt beinhaltet die Auflistung 53 Länder.

Hinweis

 Ab September 2018 kommen weitere Länder hinzu, u.a. die Schweiz, Andorra, Monaco, Singapur. Dann sind gut 100 Staaten dabei!

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