Private Mitbenutzung beim häuslichen Arbeitszimmer

Private Mitbenutzung beim häuslichen Arbeitszimmer

Frisch renoviertes Bad nicht abziehbar


Das Badezimmer renovieren und die Kosten als Aufwendungen für das „häusliche Arbeitszimmer“ mit dem Fiskus teilen – klingt zumindest verlockend. Doch, ob das so funktioniert, klärt ein neues Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH).

Ein Tag pro Woche im Homeoffice reicht nicht aus

Ein häusliches Arbeitszimmer wird nur dann steuerlich anerkannt, wenn der Raum von den übrigen Wohnräumen abgetrennt ist, mit Büroeinrichtung ausgestattet ist und so gut wie ausschließlich beruflich genutzt wird. Eine private Mitbenutzung darf gegenüber der beruflichen Nutzung allenfalls von nur ganz untergeordneter Bedeutung sein (< 10 Prozent).

Eines gleich vorweg: Angestellte, die nur gelegentlich von zu Hause arbeiten, gehen beim Kostenabzug für das häusliche Arbeitszimmer leider leer aus.

Ist das häusliche Arbeitszimmer also der Mittelpunkt ihrer Tätigkeit (Übersetzer, Steuerberater etc.) können Sie die gesamten Kosten als Werbungskosten (Selbständige: Betriebskosten) geltend machen. Trifft das nicht zu, kommt für Sie zumindest ein begrenzter Abzug von max. 1.250 Euro in Frage. Das allerdings unter einer Voraussetzung: Es steht Ihnen kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung. Wie etwa bei Lehrern: Zwar haben Sie einen Arbeitsplatz in der Schule, für die Vorbereitung des Unterrichts haben sie aber keinen eigenen Schreibtisch und erledigen das hauptsächlich von zu Hause.

4.000 Euro Renovierungskosten beim Finanzamt eingereicht

Im aktuellen Fall hatte der Kläger das privat genutzte Badezimmer und den vorgelagerten Flur in seinem Eigenheim umfassend umgebaut. Als selbständiger Steuerberater nutzte er für seine Tätigkeit ein häusliches Arbeitszimmer, in dessen Rahmen er auch die Umbaukosten in Höhe von insgesamt 4.000 Euro als Betriebsausgaben geltend machte. Doch damit kam der Kläger vor dem Bundesfinanzhof (BFH) nicht durch (Urteil vom 14.05.2019, Az.: VIII R 16/15).

BFH: Frisch renoviertes Bad nicht abziehbar

Nach Auffassung der Richter sind Renovierungs- oder Reparaturaufwendungen, die für das gesamte Gebäude anfallen – Schuldzinsen oder Müllabfuhrgebühren etwa – zwar nach dem Flächenverhältnis aufzuteilen und damit anteilig vom Finanzamt zu berücksichtigen. Nicht anteilig abzugsfähig sind jedoch Kosten für einen Raum, der wie das Badezimmer fast ausschließlich privaten Wohnzwecken dient.

Allerdings konnte der BFH den Fall nicht abschließend beurteilen. Denn es fehlten Feststellungen der Vorinstanz zu den ebenfalls streitigen Aufwendungen für Arbeiten an Rollläden im Haus. auch hier kommt es darauf an, wo diese angebracht werden – sofern das die Fenster im Wohnzimmer sind, lägen keine abziehbaren Aufwendungen vor.

Welche Kosten sind beim häuslichen Arbeitszimmer absetzbar?

Zu den Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer gehören insbesondere die anteiligen Aufwendungen für:

  • Miete, wenn sich das häusliche Arbeitszimmer in einem gemieteten Objekt (Haus- oder Wohnung) befindet;
  • Gebäudeabschreibung, wenn das häusliche Arbeitszimmer im eigenen Haus oder der Eigentumswohnung liegt;
  • Schuldzinsen für Kredite, die zur Anschaffung, Herstellung oder Reparatur des Gebäudes oder der Eigentumswohnung verwendet worden sind,
  • Wasser- und Energiekosten,
  • Reinigungskosten,
  • Grundsteuer, Müllabfuhrgebühren, Schornsteinfegergebühren, Gebäudeversicherungen,
  • Renovierungskosten des eigenen Hauses als Ganzes (z. B. für das Dach, die Außenfassade, die Fenster oder Heizung) sowie die Kosten der Gartenerneuerung, wenn bei einer Gebäudereparatur Schäden am Garten verursacht worden sind
  • Kosten für die Ausstattung des Arbeitszimmers wie Schreibtisch, Tapeten oder Lampen.

Diese Kosten können flächenanteilig auf das häusliche Arbeitszimmer aufgeteilt werden.

Tipp

Selbst wenn der Fiskus kein Arbeitszimmer anerkennt, können Sie beruflich benötigte Arbeitsmittel etwa Aktentasche, Drucker oder Computer können Sie trotzdem als Werbungskosten absetzen. 

 

 

+ Hier gibt es noch keine Kommentare

eigener Kommentar