Telefonkosten von der Steuer absetzen

DSL, Mobilfunk, Telefon – Hier können Sie Steuern sparen!


Für den Chef und die Kollegen auch zuhause erreichbar sein. Auch nach Feierabend nochmal die Mails checken. Morgens bereits auf dem Weg zur Arbeit wichtige Meetings planen. Und vor allem im Home-Office sind Privat- und Berufsleben unvermeidbar miteinander verbunden. Steuerlich zahlt sich das aus! Denn so ergeben sich für Sie aus Telefon- und Internetkosten plötzlich unverhoffte Steuer-Spar-Möglichkeiten! Wir zeigen Ihnen, wie Sie Telefonkosten von der Steuer absetzen.

Kurz & Knapp

  • Setzen Sie Telefon- und Internetkosten ganz einfach von der Steuer ab.
  • Am leichtesten geht das mit der Pauschale für Telefonkosten.
  • Der Einzelnachweis lohnt sich vor allem, wenn Sie viel beruflich telefonieren.

Kann ich Telefonkosten von der Steuer absetzen?

Sie nutzen den privaten Telefonanschluss oder Mobilfunk auch für berufliche Gespräche? Das können Sie von der Steuer absetzen. Denn berufliche Ausgaben mindern als Werbungskosten die Steuer. Am einfachsten geht das mit der Telefonkosten-Pauschale. Für Viel-Telefonierer lohnt es sich, Einzelaufzeichnungen über die beruflichen Gespräche zu führen.

Telefonkosten pauschal absetzen

Das Gute an der Telefonkosten-Pauschale: Sie führen keine Aufzeichnungen darüber, wie viel Sie tatsächlich beruflich telefonieren. Und wie viel Sie das gekostet hat. Denn das Finanzamt akzeptiert, wenn Sie 20 Prozent Ihrer monatlichen Telefonkosten als Werbungskosten absetzen. Zu hoch darf die Rechnung allerdings nicht ausfallen: Die Grenze liegt bei maximal 20 Euro pro Monat – also 240 Euro im Jahr.

Sind die monatlichen Rechnungen unterschiedlich hoch? Dann dürfen Sie 3 zusammenhängende Monate wählen. Anhand der monatlichen Telefonkosten rechnen Sie die Beträge auf das Jahr hoch. Dabei gibt es ein Wahlrecht, das Sie für sich nutzen können: Entweder setzen Sie das Ergebnis dieser Hochrechnung ab. Alternativ können Sie aber auch den Jahresdurchschnitt wählen. Das wird im nachfolgenden Beispiel deutlich:

Beispiel

Stefan nutzt sein privates Smartphone auch regelmäßig für berufliche Gespräche. Im Jahr 2020 verteilen sich die monatlichen Telefonkosten für seinen Tarif wie folgt:

Januar 25 €
Februar 25 €
März 35 €
April 35 €
Mai 35 €
Juni 25 €
Juli 25 €
August 25 €
September 40 €
Oktober 40 €
November 35 €
Dezember 35 €
Summe 380 €

Option 1: Jahresdurchschnitt

380 Euro / 12 Monate * 20 Prozent = 6,33 € / Monat
6,33 € < 20 €
6,33 € x 12 Monate = 76 € (gerundet)

Option 2: 3-Monats-Betrachtung

Auswahl: September, Oktober, November (da hier in Summe die höchsten Kosten entstanden sind)
Summe der Rechnungsbeträge: 40 € + 40 € + 35 € = 115 €
115 € / 3 Monate * 20 Prozent = 7,66 €
7,66 € < 20 €
7,66 € x 12 Monate = 92 € (gerundet)

Ergebnis: Stefan entscheidet sich für Option 2, da er hier einen höheren Betrag in seiner Steuererklärung angeben kann.

Einzelaufzeichnung

Mehr als 20 Prozent Ihrer Anrufe sind beruflich? Dann lohnt sich für Sie vielleicht die Einzelaufzeichnung. Allerdings steckt hier ein bisschen mehr Arbeit drin. Denn im Gegensatz zur Pauschale brauchen Sie eine Grundlage, anhand der Sie den beruflichen Anteil berechnen. Das Ganze funktioniert so:

Sie dokumentieren über 3 Monate alle Gespräche, die Sie mit Ihrem privaten Telefon oder Smartphone führen. Dabei notieren Sie immer, ob das Gespräch privat oder beruflich war. Am Ende der 3 Monate errechnen Sie die berufliche „Quote“ – also den beruflichen Nutzungsanteil. Dafür nehmen Sie am besten den Einzelverbindungsnachweises Ihres Anbieters zur Hand. Der Prozentsatz sagt Ihnen dann, welchen Anteil der Kosten Sie in der Steuererklärung absetzen.

Bei Flatrates oder Freiminuten ist eine Aufstellung der einzelnen Gesprächsgebühren nicht möglich. In diesem Fall teilen Sie die Kosten anhand der Gesprächsdauer privater und beruflicher Anrufe auf.

Beispiel

Stefanie nutzt ihr privates Smartphone auch beruflich. Sie glaubt, dass sie zu mehr als 20 Prozent beruflich telefoniert. Um das dem Finanzamt glaubhaft zu machen, notiert sie für die Monate Januar, Februar und März alle Gespräche. Da sie einen Vertrag mit Telefon-Flatrate hat, muss sie die Aufteilung anhand der Gesprächsdauer vornehmen. Insgesamt telefonierte sie in den 3 Monaten 9.000 Minuten, davon entfielen 6.300 Minuten auf Telefonate mit Kunden oder Kollegen. Für ihren Vertrag zahlte sie im gesamten Jahr 450 Euro.

Berufliche Nutzung anhand des 3-Monats-Zeitraums:
6.300 berufliche Minuten / 9.000 gesamte Minuten = 70 Prozent
450 € x 70 Prozent = 315 €

Ergebnis: Stefanie kann Telefonkosten in Höhe von 315 Euro bei ihrer Steuererklärung als Werbungskosten absetzen.

Welche Telefonkosten kann ich absetzen?

Vermutlich erhalten Sie monatlich eine Gesamtrechnung. Zum Beispiel für Ihren Smartphone-Tarif oder für Ihre DSL + Telefonie – Kombination. Wie viel der Gebühr aber exakt auf Telefonkosten entfällt, ist selten ausgewiesen. Glücklicherweise wird es Ihnen hier einfach gemacht. Zu den abzugsfähigen Kosten zählen …

  • Grundgebühr
  • Flatrate-Gebühr
  • Telefax-Gebühren
  • Kosten der Internetnutzung
  • Mietkosten für Geräte (z. B. Telefonanlage)
  • Anschlusskosten
  • Bereitstellungsgebühren
Info GlühbirneEs spielt also keine Rolle, ob sie mit einer Flatrate oder über das Internet telefonieren oder jede Minute einzeln bezahlen. So geben Sie zum Beispiel auch bei einem Mobilfunkvertrag den monatlichen Rechnungsbetrag in voller Höhe an, ohne in SMS-, Telefon- und Datenflatrate aufzuteilen.

Kann mir mein Chef die Kosten erstatten?

Ja. Im Rahmen der oben beschriebenen Regelungen kann auch der Arbeitgeber die Kosten für die berufliche Telefonnutzung erstatten. Das ist sogar steuerfrei! Aber Achtung: Das gilt nur für den beruflichen Anteil. Erstattet Ihr Chef mehr, ist das steuerpflichtiger Arbeitslohn.

Blitz IconErhalten Sie für Ihre Telefonkosten eine steuerfreie Erstattung vom Arbeitgeber, müssen Sie diesen Anteil von den Werbungskosten abziehen.

Beispiel

Stefanie hat ausgerechnet, dass sie in Höhe von 315 Euro Telefonkosten bei der Steuererklärung absetzen kann. Ihr Arbeitgeber erstattet davon 200 Euro steuerfrei. Diesen Betrag muss sie nun von den Werbungskosten abziehen, sodass ihr 115 Euro an Kosten bleiben, die Sie absetzt.

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Kann ich Internetkosten von der Steuer absetzen?

Internetkosten im Rahmen eines „All-inclusive-Vertrags“ berücksichtigen Sie wie oben beschrieben mit der Pauschale für Telefonkosten. Doch das muss nicht zwangsläufig so sein. Vorteilhafter ist eine weitere Regelung, wenn die Gebühr für die Internetnutzung separat auf der Rechnung steht. Hier können Sie nämlich relativ gut einschätzen, wie hoch Ihr beruflicher Anteil der Internetnutzung ist. Dabei orientieren Sie sich an der beruflichen Nutzung Ihrer Arbeitsmittel, wie zum Beispiel dem Laptop.

Arbeiten Sie zum Beispiel viel aus dem Home-Office, könnte das Finanzamt eine Schätzung von 50 Prozent beruflicher Nutzung akzeptieren. So hat es zumindest das Niedersächsische Finanzgericht (Az: 14 K 125/08) in einer Entscheidung bestätigt. Diesen Teil setzen Sie dann zusätzlich zu den pauschal oder mit Einzelnachweis angegebenen Telefonkosten ab.

Beispiel

Stefan hat in seiner Wohnung zusätzlich einen DSL-Anschluss. Seinen privaten Computer nutzt Stefan zu 50 Prozent für das Home-Office. Deshalb schätzt er, dass er auch sein WLAN zu circa 50 Prozent beruflich nutzt. Monatlich zahlt er dafür insgesamt 30 Euro.

Abzugsfähige Internetkosten:
30 Euro x 12 Monate x 50 Prozent = 180 Euro.

Ergebnis: Stefan kann in seiner Steuererklärung zusätzlich 180 Euro für die berufliche Internetnutzung absetzen.

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4 Kommentare

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    • 2
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      bitte beachten Sie, dass ich Ihnen aus rechtlichen Gründen leider keine einzelfallbezogenen steuerlichen Fragen beantworten darf. Dies ist als steuerliche Hilfeleistung nur bestimmten Berufsgruppen wie Steuerberatern oder Lohnsteuerhilfevereinen erlaubt.
      Grundsätzlich kann ich Ihnen jedoch sagen, dass auch Rentner Werbungskosten von Ihren Einnahmen abziehen dürfen. Hierfür gibt es ähnlich dem Arbeitnehmerpauschbetrag eine Pauschale. Diese beträgt 102 Euro pro Person pro Jahr. Ein höherer Betrag darf angesetzt werden, wenn die tatsächlichen Werbungskosten höher waren als die Pauschale und glaubhaft gemacht werden können. Unter Werbungskosten versteht man im Allgemeinen die Ausgaben, die im Zusammenhang mit den Einnahmen (z. B. Gehalt, Mieteinnahmen, Rentenzahlungen, …) stehen.

      Viele Grüße
      Carina Hagemann von Steuern-Sparen

  1. 3
    Rene

    Hallo,
    wenn man (wie beschrieben) 50% der Internetkosten absetzen möchte, weil man z.B. jede zweite Woche zuhause gearbeitet hat:
    Ist dafür Voraussetzung, dass man ein “häusliches Arbeitszimmer” hat, oder geht das davon unabhängig?

    • 4
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      der Ansatz von Telefonkosten und Internetkosten als Werbungskosten kann unabhängig von dem steuerlich anerkannten häuslichen Arbeitszimmer erfolgen. Es gelten jedoch die allgemeinen Voraussetzungen, um als Werbungskosten abzugsfähig zu sein.

      Viele Grüße
      Carina Hagemann von Steuern-Sparen

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