So setzen Sie Zahnarztkosten ab

Zahnkrone, Zahnreinigung und Co. als Steuervorteil


Jeder zehnte Deutsche hat panische Angst vorm Zahnarzt. Auch vor den Kosten darf man durchaus Respekt haben. Mit etwas Planung hilft aber das Finanzamt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Zahnarztkosten von der Steuer absetzen.

Zahnarztkosten mindern Ihre Steuer

Eine neue Zahnkrone, Bleaching oder gar ein Gebiss: Schöne und gesunde Zähne können ganz schön ins Geld gehen. Wer keine gute Zahnzusatzversicherung hat, kann schon mal mit einigen tausend Euro Behandlungskosten rechnen.

Doch das Finanzamt beteiligt sich an den Kosten rund um Zähne und Zahnarztkosten. Diese sind als außergewöhnliche Belastungen in Ihrer Steuererklärung absetzbar.

Wie mindern die Kosten die Steuer?

Die Ausgaben für die Zahnbehandlung wirken sich steuerlich als außergewöhnliche Belastungen aus. Jedoch erst nach Abzug der zumutbaren Eigenbelastung. Dies ist Ihr Selbstbehalt, den Sie von den Ausgaben übernehmen müssen, bevor die Allgemeinheit der Steuerzahler Ihnen hilft. Durch diese Regelung fällt die effektive Steuerermäßigung oftmals nur sehr gering aus.

Von daher stellt sich folgende Frage: Ist es aus steuerlichen Gründen sinnvoll, die Kosten für eine Heilbehandlung, die sich über den Jahreswechsel hinzieht, vorauszuzahlen, um den Steuerabzug zu erhöhen?

Welche Kosten rund um die Zähne kann ich absetzen?

Absetzbare Zahnarztkosten sind:

  • Kosten für Füllungen
  • Ausgaben für Zahnersatz
  • Kosten für Implantate
  • Behandlungen von Kieferorthopäden
  • Kosten für Zahnspangen
  • Zuzahlungen für Arzneimittel und weitere Heilmaßnahmen
  • Auswechseln von Amalgamfüllungen
  • Zuzahlungen für IGEL-Behandlungen
  • Übernachtungen, die in Zusammenhang mit der Behandlung entstehen

Nicht nur Kosten, die Ihnen selbst durch Ihre Zähne entstehen, mindern Ihre Steuer. Auch Kosten für die Zahnarztbesuche Ihrer Kinder mindern Ihre Steuer.

Fahrtkosten nicht vergessen!

Wenn Sie mit einem öffentlichen Verkehrsmittel zum Zahnarzt fahren, können Sie die tatsächlich anfallenden Kosten absetzen. Heben Sie also die Fahrkarten auf. Fahren Sie mit dem Auto, können Sie eine Pauschale von0,30 Euro pro Kilometer absetzen.

Grundsätzlich gilt: Sie können nur Kosten absetzen, die Sie tatsächlich auch bezahlt haben. Erstattungen von Krankenkassen, dem Arbeitgeber oder der Beihilfe sind davon abzuziehen.

Wo tragen Sie die Zahnarztkosten in der Steuererklärung ein?

Anlaufpunkt für Ihre Kosten ist der Mantelbogen der Steuererklärung. Hier ist Rechnen angesagt. Tragen Sie hier die Gesamtsumme der Krankheitskosten in Zeile 67 ein.

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Einen Teil der Zahnarztkosten müssen Sie selbst tragen

Krankheitskosten und andere außergewöhnliche Belastungen wirken sich steuerlich leider erst aus, wenn sie die sogenannte zumutbare Belastung übersteigen. Dies ist ein gesetzlich zumutbarer Eigenanteil, der abhängt von Ihrem Einkommen, Familienstand und Zahl Ihrer Kinder.

Erst Kosten über dieser zumutbaren Belastung wirken sich steuermindernd aus. Wenn Sie mit Ihren Ausgaben unter der zumutbaren Belastung bleiben, lohnt es sich gar nicht, die Kosten in der Steuererklärung anzugeben.

 
Bei einem Gesamtbetrag der Einkünfte bis 15.340 Euro über 15.340 Euro bis 51.130 Euro über 51.130 Euro
bei Personen ohne Kinder
– nach dem Grundtarif 5 Prozent 6 Prozent 7 Prozent
– nach dem Splittingtarif 4 Prozent 5 Prozent 6 Prozent
bei Personen
– mit 1 oder 2 Kindern 2 Prozent 3 Prozent 4 Prozent
– mit 3 oder mehreren Kindern 1 Prozent 1 Prozent 2 Prozent
des Gesamtbetrags der Einkünfte.

 


Gerichtsurteil: Steuerlicher Abzug der Vorauszahlung möglich

Die Antwort hat das Finanzgericht München mit seinem Urteil (Aktenzeichen 7 K 3486/11) gegeben. Danach ist der Abzug einer Vorauszahlung möglich, wenn ein wirtschaftlicher vernünftiger Grund vorliegt.

In den Urteilsgründen heißt es: “Eine Festkostenvereinbarung könnte als wirtschaftlich vernünftiger Grund für eine Vorauszahlung der gesamten Behandlungskosten anzuerkennen sein, wenn sich das genaue Ausmaß der Behandlung noch nicht mit hinreichender Sicherheit absehen lässt und dem Steuerpflichtigen dadurch das Risiko genommen wird, dass die Behandlungskosten aufgrund unvorhersehbarer Maßnahmen höher werden als geplant.“

Der entschiedene Fall: 45.000 Euro Kosten im Voraus gezahlt

Im Urteilsfall selbst mangelte es allerdings an einem solchen Grund. In der Einkommensteuererklärung 2009 machte der Kläger insgesamt 45.000 Euro für eine Zahnarztrechnung geltend. Die in Rechnung gestellte Summe entfiel auf Abschlagszahlungen für chirurgische und Zahnersatzleistungen.

Als Grund für die Vorauszahlung der Zahnbehandlungskosten nannte der Kläger eine mit dem Zahnarzt abgeschlossene Festpreisvereinbarung in Höhe von 45.000 Euro, um Sicherheit darüber zu erhalten, in welcher Höhe sich die zu erbringenden Eigenleistungen belaufen würden. Tatsächlich stand der angebliche Festpreis aber unter dem Vorbehalt, dass sich der Befund, auf dessen Grundlage das Honorar berechnet wurde, nicht ändert.

Damit war er nichts anderes als ein „verkappter“ Kostenvoranschlag. Hinzu kam, dass der Steuerpflichtige im Jahre 2009 aufgrund des Erhalts einer hohen Abfindung ausnahmsweise der Spitzenprogression unterlag und so den Argwohn von Finanzamt und Finanzgericht hervorgerufen hatte.

 

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