Solaranlagenbesitzer speisen den durch die Anlage erzeugten Strom ins öffentliche Netz ein. Dadurch erzielen sie Einnahmen, die auch für das Finanzamt interessant sind. Denn es werden gleich mehrere Steuern fällig: Einkommenssteuer, Umsatzsteuer und Gewerbesteuer. Doch nicht alle Besitzer von Photovoltaikanlagen haben die gleichen steuerlichen Verpflichtungen. Wir zeigen Ihnen, was Sie rund um das Thema Photovoltaik beachten müssen.

Einkommensteuer: Wie hoch ist der Gewinn?

Sind Sie Betreiber einer Photovoltaikanlage, gelten Sie steuerlich als Unternehmer. Selbst wenn die Anlage auf dem Dach Ihres privaten Eigenheims Strom erzeugt. Und als Stromverkäufer haben Sie auch Pflichten, vor allem bei den Steuern: Sie müssen eine Gewinnermittlung erstellen. Heißt, Sie ermitteln den Gewinn Ihrer Anlage durch Abzug der Betriebsausgaben von den Betriebseinnahmen.

Als Einnahmen zeichnen Sie alles auf, was auf Ihrem Konto eingeht und mit der Photovoltaikanlage zu tun hat. Bei der Einspeisevergütung müssen Sie darauf achten, dass der Bruttobetrag als Einnahme aufgezeichnet wird.

Ausgaben sind alle Kosten, die Ihnen im Zusammenhang mit Ihrer Anlage entstehen. Schauen Sie dabei nur auf Ihr Konto und die im Zusammenhang mit der Photovoltaikanlage stehenden Kosten. Diese Kosten können Sie als Ausgabe ansetzen.

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Einnahmen – Ausgaben = Gewinn

  • Betriebseinnahmen (Vergütung des Energieversorgers für gelieferten Strom und Eigenverbrauch inklusive Umsatzsteuer)
  • Abzüglich Betriebsausgaben (Abschreibung des Kaufpreises verteilt auf 20 Jahre, Kreditzinsen, Reparatur- oder Wartungskosten, Versicherung usw.) inklusive Umsatzsteuer
  • Gewinn, den Sie zu versteuern haben

Diese Gewinnermittlung können Sie formlos beim Finanzamt einreichen. Haben Sie jedoch mehr als 17.500 Euro Einnahmen aus der Solaranlage, sind Sie verpflichtet die Anlage EÜR auszufüllen und elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln.

Umsatzsteuer: Voranmeldung am 10. des Folgemonats fällig

Die Einspeisung ins Stromnetz unterliegt der Umsatzsteuer. Speisen Sie als Betreiber mehr Strom ins Netz als Sie selbst nutzen, wird Umsatzsteuer fällig. Sie ist unabhängig davon zu zahlen, ob Sie durch die Photovoltaikanlage einen Gewinn oder Verlust erzielen. Die Umsatzsteuer von 19 Prozent wird der Einspeisevergütung durch Ihren Netzbetreiber aufgeschlagen.

In den ersten beiden Jahren nach Inbetriebnahme Ihrer Solaranlage müssen Sie monatlich auf elektronischem Wege eine Umsatzsteuer-Voranmeldung beim Finanzamt abgeben. Die sich daraus ergebende Steuern müssen Sie bis zum 10. des Folgemonats an das Finanzamt zahlen – sonst drohen Verspätungszuschläge.

Je nach Umsatz Ihrer Solaranlage legt das Finanzamt für die folgenden Jahre längere Abgabezeiträume fest. Bei einer Umsatzsteuer unter 1.000 Euro genügt die Abgabe einer Umsatzsteuererklärung bis zum 31. Mai des Folgejahres. Das trifft auf Photovoltaik-Anlagen bis etwa 6 kW zu.

In der Umsatzsteuer-Voranmeldung erkläre Sie den Nettobetrag als Bemessungsgrundlage für die Steuer. Zudem weisen Sie die darauf entfallende Steuer mit Umsatzsteuer getrennt aus. Die für die Anlagenerrichtung und deren Wartung ausgewiesene Mehrwertsteuer kann als abziehbarer Vorsteuerbetrag als Rückforderung geltend gemacht werden.

Für Sie ergibt sich durch die Erhebung der Umsatzsteuer keine zusätzliche finanzielle Belastung. Denn diese Steuer stellen Sie dem Stromabnehmer zusätzlich zur gesetzlichen Einspeisevergütung in Rechnung.

Kleinunternehmerregelung: Pro und Contra

Doch: Wenn Ihnen das alles zu viel Arbeit ist, können Sie sich von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen. Das Zauberwort heißt: Kleinunternehmerregelung. Doch nicht für jeden Betreiber einer Photovoltaik besteht diese Möglichkeit. Dafür müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • die Einnahmen der Photovoltaikanlage dürfen im laufenden Jahr einen Betrag von 50.000 Euro nicht übersteigen und
  • die Einnahmen im vergangenen Kalenderjahr müssen unter einem Betrag von 17.500 Euro liegen.

Die Kleinunternehmerreglung bedeutet für Sie, dass Sie zukünftig Rechnungen über die zu zahlende Einspeisevergütung an den Energieversorger keine Umsatzsteuer ausweisen müssen. Heißt für Sie: Brutto gleich netto. Umsatzsteuer ans Finanzamt zahlen entfällt – und somit auch die Abgabe von monatlichen Umsatzsteuer-Voranmeldungen.

Einziger, aber gewaltiger Nachteil bei der Kleinunternehmerregelung: Sie können die beim Kauf der Photovoltaikanlage gezahlte Umsatzsteuer nicht als Vorsteuer absetzen. Auch auf Umsatzsteuerbeträgen, die bei Wartung und Reparatur entstehen, bleiben Sie sitzen.

Daher können Sie auf die Kleinunternehmerregelung verzichten. Damit Sie die Vorsteuer aus der Anschaffung doch erstattet bekommen, können Sie das bereits bei Eröffnung Ihres Betriebs machen. An diesen Antrag sind Sie die nächsten fünf Jahre gebunden. Sind die Einnahmen danach wieder unter den Grenzen, werden Sie automatisch wieder zum Kleinunternehmer. Denken Sie daran, das auch Ihrem Abnehmer mitzuteilen. Dann kann er die Abrechnung direkt ohne Umsatzsteuer erstellen und überweisen.

Gewerbesteuer: Liegt Ihr Gewinn über 24.500 Euro?

Gewerbesteuer wird erst ab einem jährlichen Gewinn aus Gewerbebetrieb von über 24.500 Euro fällig.  Daher sind meist nur Betreiber von größeren Anlagen von der Gewerbesteuerpflicht betroffen. Ist die Solaranlage Ihre einzige gewerbliche Einnahmequelle, werden Sie diese Grenze selbst bei Anlagen von mehr als zehn Kilowatt Solarleistung kaum überschreiten.

Muss ich dem Finanzamt Bescheid geben?

Sie planen eine Photovoltaikanlage auf Ihrem Dach? Dann sollten Sie kurz dem Finanzamt Bescheid geben. Kurz darauf werden Sie den „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ zugeschickt bekommen, den Sie ausfüllen müssen. Diesen können Sie auch hier herunterladen. Darin tragen Sie alle wichtigen Angaben zur Photovoltaikanlage ein. Zum Beispiel auch, ob Sie die Kleinunternehmer-Regelung in Anspruch nehmen oder nicht. Danach erhalten Sie meist eine neue Steuernummer zugeteilt, da Sie sodann als Unternehmer gelten. Erst mit dieser Steuernummer können Sie mit Ihrem Netzbetreiber Abrechnungen tätigen.

Muss ich beim Ordnungsamt ein Gewerbe anmelden?

Anders beim Gewerbeamt: Sie haben eine kleine Photovoltaikanlage auf Ihrem privaten Hausdach installiert und die Modulfläche liegt unter 30 Quadratmetern? Dann brauchen Sie kein Gewerbe beim Ordnungsamt anzumelden. Solch kleine Anlagen gelten als „geringfügige gewerbliche Tätigkeit“ und werden als Bagatellfall angesehen.

Anders bei größeren Photovoltaikanlagen die weitaus mehr Strom erzeugen als man selbst verbrauchen kann. Doch auch hier muss nicht gleich ein Gewerbe angemeldet werden. Erst wenn die Anfangsphase, in der keine Gewinne erzielt werden, vorbei ist und Ihr Gewinn die eigenen Kosten übersteigt, ist eine Gewerbeanmeldung von Nöten. Anders jedoch, wenn Sie die Photovoltaik-Anlage auf einem gewerblich genutzten Gebäude anbringen wollen: Dies müssen Sie umgehend als Gewerbe anmelden.

Wie entsteht der Eigenverbrauch?

Der von einer Photovoltaikanlage erzeugte Solarstrom wird zuerst in das eigene Hausnetz eingespeist. Hier kann die Energie direkt im Haushalt des Anlagenbetreibers genutzt werden – als so genannter Eigenverbrauch.

Doch was, wenn mehr Strom erzeugt als verbraucht wurde? Der Überschuss fließt sodann ins öffentliche Netz. Reicht der produzierte Solarstrom hingegen nicht für den heimischen Verbrauch, so wird die fehlende Menge wie üblich aus dem Netz gezogen.

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Wie ermittle ich den Eigenverbrauch?

Verbrauchen Sie einen Teil des selbst erzeugten Stroms direkt im eigenen Haus, so müssen Sie dies als Nutzungsvorteil versteuern. Im Steuersprech wird der Eigenverbrauch auch „unentgeltliche Wertabgabe“ genannt.

Die unentgeltliche Wertabgabe müssen Sie versteuern. Das gilt für die Einkommensteuer und die Umsatzsteuer. Bei der Einkommensteuer können Sie den Wert anhand der sogenannten Selbstkosten bestimmen. Was „kostet“ es Sie also den Strom herzustellen. Zu den Selbstkosten gehören unter anderem die Abschreibungen, Zinsen und die Mietkosten für Stromzähler.

Bei der Umsatzsteuer bestimmt das Datum der Inbetriebnahme wie die Wertabgabe bestimmt wird. Bei Anlagen ab dem 01.01.2015 in Betrieb richtet sich der Wert danach, wie viel Sie für den Strom bei Ihrem Stromanbieter hätten zahlen müssen. Also nach dem Einkaufspreis für Ihren sonstigen bezogenen Strom.

Einfach genial und genial einfach: Photovoltaikanlagen in WISO steuer:Web

Bei der Erstellung der Umsatz- und der Einkommensteuererklärung greift Ihnen nun WISO steuer:Web unter die Arme. Denn ab dem Steuerjahr 2016 gibt es eine maßgeschneiderte Gewinnermittlung für Photovoltaikanlagen. Hier erfassen Sie die Anschaffung, laufende Einnahmen und Ausgaben sowie den Eigenverbrauch an einer Stelle. Und das Beste: Sie erstellen die Umsatz- und die Einkommensteuererklärung in einem Abwasch.

Um diese Gewinnermittlung zu nutzen legen Sie einfach einen Gewerbebetrieb an. Und wählen dann die „Vereinfachte Gewinnermittlung für eine Photovoltaik-Anlage“ aus.

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3 Gedanken zu „Photovoltaik:
Eigenverbrauch & Steuern – das müssen Sie wissen“

  1. Warum wird leider immer noch für PV Anlagen Werbung betrieben???
    Der lachende ist der Vater Staat – das Finanzamt.
    Der kleine Sparer oder Umwelt denkende hat die Arschkarte gezogen.
    Hoffe dass Irgendwann noch was fürs Finanzamt da ist, wenn die Umwelt kaputt ist.

  2. Uns hat es dieses Jahr hart getroffen. Das Finanzamt stand vor der Tür und verlangt Umsatzsteuer für unseren selbstverbrauchten Strom. Wir haben die Solaranlage gekauft und nutzen diese seit 2014. Bis dieses Jahr ist noch keinem aufgefallen, dass wir noch nicht diese Steuer bezahlt haben. Warum auch????? Es wurde von Keinem erwähnt, dass wir dies bezahlen müssen. Uns stellt sich die Frage, warum muss man für etwas Steuern zahlen, was als kostenloses Gut gilt, das Sonnenlicht????? Unbegreiflich!!!!! Was wird wohl als nächstes besteuert????? Auch wir wollten unseren Stromverbrauch durch erneuerbare Energien decken und unsere Stromkosten senken. Pustekuchen, denkste…. Wenn du was gutes tun willst, geht es schon wieder nach hinten los. Am schlimmsten ist aber noch wie es berechnet wird…….
    Also wer ein besseres Modell, mit dem man weniger Steuern zahlt …. Bitte meldet euch. Danke im Vorraus.

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