Jedes Jahr zur gleichen Zeit wittert man im Briefkasten unangenehme Post: Die Nebenkostenabrechnung. Meist steht eine Nachzahlung ins Haus. Ein kleines Trostpflaster: Einen Teil der Nebenkosten können Sie von der Steuer absetzen.

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Welche Nebenkosten mindern die Steuer?

Egal ob Vermieter oder Mieter – grundsätzlich kann jeder die Nebenkosten seiner Wohnung oder seines Hauses von der Steuer absetzen. Vorausgesetzt, Sie haben Sie selbst bezahlt.

Sie können hierbei alle Ausgaben für Arbeiten rund um Haus und Garten steuerlich absetzen. Es wird zwischen Handwerkerleistungen und haushaltsnahen Dienstleistungen unterschieden. Von diesen Ausgaben werden 20 Prozent der Arbeitskosten sowie Fahrtkosten direkt von Ihrer Steuerschuld abgezogen. Materialkosten sind hingegen nicht begünstigt. Den Steuervorteil können Sie auch dann nutzen, wenn Sie die Arbeiten nicht selbst in Auftrag gegeben haben, sondern ihr Hausverwalter oder Vermieter. Dabei spielt es keine Rolle, dass Sie nicht selbst Rechnungsempfänger sind.

Steuervorteil nur bei festgesetzter Steuer möglich

Die Steuerbegünstigung durch die Nebenkosten beantragen Sie im Rahmen Ihrer jährlichen Steuererklärung. Wenn Sie keine Einkommensteuer zahlen, z. B. weil Sie nur sehr geringe Einkünfte hatten, können Sie leider nicht von der Regelung profitieren. Die Steuerbegünstigung wird nämlich nur dann gewährt, wenn überhaupt eine Steuer festgesetzt wird.

Begünstigte Handwerkerleistungen:

  • Rohrreinigung – und Arbeiten innerhalb des Grundstücks
  • Arbeiten an Dach, Bodenbelägen, Fassade, Garagen, Innenwänden
  • Asbestsanierung
  • Aufstellen eines Baugerüsts
  • Überdachung eines bereits vorhandenen Pkw-Stellplatzes oder Terrasse
  • Dachrinnenreinigung
  • Wartung und Reparatur von Heizungsanlagen, Elektro-, Gas- und Wasserinstallationen, Fahrstuhl, Feuerlöscher, Pumpen, Öltankanlagen, CO2-Warngeräte, Abwasser-Rückstau-Sicherungen
  • Gartengestaltung
  • Reparatur und Wartung von Gemeinschaftsmaschinen ( z.B. Waschmaschine und Trockner)
  • Graffitibeseitigung
  • Austausch von Heizungszählern
  • Schornsteinfeger
  • Mauerwerksanierung
  • Pflasterarbeiten innerhalb des Grundstücks
  • Trockenlegung von Mauerwerk
  • Wärmedämmmaßnahmen
  • Legen von Hausanschlüssen für Strom, Fernsehen, Internet über Kabelfernsehen

Hier sind 20 Prozent der Kosten, maximal 1.200 Euro pro Jahr steuerbegünstigt.

Begünstigte haushaltsnahe Dienstleistungen:

  • Gartenpflegearbeiten wie Rasenmähen oder Heckeschneiden
  • Reinigung des Treppenhauses und der Zubehörräume
  • Straßenreinigung auf dem privaten Grundstück
  • Vorsortierung von Abfall
  • Winterdienst
  • Wachdienst

Hier sind 20 Prozent der Kosten, maximal jedoch 4.000 Euro pro Jahr steuerbegünstigt.

Steuervorteil auch für Mini-Jobber

Auch für Nebenkosten, die auf Mini-Jobber entfallen, können Sie einen Steuervorteil erhalten. Dazu zählen etwa solche zur Erledigung von Reinigungs- und Gartenarbeiten rund um Haus und Wohnung. Hier können Sie wieder 20 Prozent der Lohnkosten absetzen, höchstens jedoch 510 Euro.

Normalerweise verlangt das Finanzamt eine Rechnung über die Dienstleistungen. Dies wäre jedoch mit einem erheblichen Aufwand seitens der Hausverwalter verbunden. Daher drückt der Fiskus hier ein Auge zu – die Vorlage der einfachen Nebenkostenabrechnung reicht aus.

Sind Sie Mieter? Dann ist Ihr Vermieter verpflichtet, die Lohnkostenanteile in der Nebenkostenabrechnung getrennt auszuweisen. Ist Ihre Abrechnung nicht aufgeschlüsselt, können Sie Ihren Vermieter oder Verwalter anmahnen, eine separate Bescheinigung über diese Kosten zu erstellen.

Aus der Nebenkostenabrechnung müssen drei Details hervorgehen:

  • Art der Dienstleistung, die erbracht wurde
  • Höhe des eigenen Kostenanteils
  • Bestätigung, dass Zahlungen nicht bar geleistet wurden

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Welche Abrechnung gilt denn nun?

Die Nebenkosten werden meist im Voraus gezahlt. Die Abrechnung durch Verwalter oder Vermieter bekommt man jedoch meistens erst, wenn die Steuererklärung schon beim Finanzamt sein muss. Daher gibt es zwei Möglichkeiten, wann Sie die Ausgaben bei in der Erklärung ansetzen können:

  • Ausgaben, die jedes Jahr anfallen, können Sie im Jahr der Vorauszahlung absetzen. Dazu gehören beispielsweise Ausgaben für Gartenpflege oder den Hausmeister. Einmalige Aufwendungen können Sie hingegen erst in dem Jahr abziehen, in dem die Eigentümerversammlung die Jahresabrechnung genehmigt.
  • Sie können es sich jedoch auch ganz leicht machen: Machen Sie doch die gesamten Kosten in dem Jahr geltend, in dem die Jahresabrechnung von der Eigentümerversammlung genehmigt wurde. Haben Sie beispielsweise in 2016 Vorauszahlungen für die Nebenkosten geleistet, die Jahresabrechnung wurde jedoch erst in 2017 genehmigt, so können Sie die Ausgaben in der Steuer 2017 geltend machen.
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