Deutsch- und Integrationskurse

Kosten steuerlich absetzbar?


Kann ich meinen Integrationskurs von der Steuer absetzen? Wir zeigen in diesem Beitrag, worauf das Finanzamt bei der Steuererklärung achtet.

645 Unterrichtseinheiten

Mit Integrationskursen soll die Sprache, die Rechtsordnung, die Kultur und die Geschichte in Deutschland vermittelt werden. Dadurch sollen die Teilnehmer der Kurse mit den Lebensverhältnissen hier so weit vertraut werden, dass sie ohne die Hilfe oder Vermittlung Dritter in allen Angelegenheiten des täglichen Lebens selbstständig handeln können. Der Integrationskurs umfasst insgesamt 645 Unterrichtseinheiten. Den ersten Teil, bestehend aus 600 Unterrichtseinheiten, bildet der Sprachkurs.

Der zweite Teil nennt sich Orientierungskurs und besteht aus den restlichen 45 Unterrichteinheiten.In bestimmten Fällen ist die Teilnahme freiwillig, in anderen Fällen ist sie verpflichtend. Zwar werden die Kosten vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) übernommen, doch müssen sich die Teilnehmer mit einem Kostenbeitrag von einem Euro je Unterrichtsstunde an den Kosten für den Integrationskurs beteiligen (630 EUR). Die Frage ist, ob diese Kosten steuerlich absetzbar sind.

Ein Erlass beantwortet die Frage das Finanzministerium Schleswig-Holstein (Erlass vom 27.5.2010, VI 314-S-2284-176):

  • Aufwendungen für die verpflichtende Teilnahme an einem Integrationskurs erwachsen aus rechtlichen Gründen zwangsläufig und sind somit als außergewöhnliche Belastungen nach § 33 EStG abziehbar. Die Verpflichtung zur Teilnahme muss mit der Steuererklärung nachgewiesen werden. Dies ist jedoch leicht möglich, da die Teilnehmer vom Kursanbieter eine Bestätigung erhalten, in der auch die Verpflichtung vermerkt ist.
  • Bei einer freiwilligen Teilnahme an einem Integrationskurs können die Kosten nicht als außergewöhnliche Belastungen abgesetzt werden, weil die das Merkmal der Zwangsläufigkeit nicht erfüllt ist.

Aufwendungen für Deutschkurse sind steuerlich nicht absetzbar – weder als Werbungskosten noch als Sonderausgaben, und auch nicht als außergewöhnliche Belastungen. Vielmehr handelt es sich hierbei um nicht abzugsfähige Kosten der Lebensführung, denn bei in Deutschland lebenden Ausländern spielen für den Erwerb der Deutschkenntnisse auch private Gesichtspunkte eine nicht untergeordnete Rolle (BFH-Urteil vom 15.3.2007, BStBl. 2007 II S. 814).

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