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Ausbildungsfreibetrag

So werden Eltern erwachsener Kinder unterstĂĽtzt

Ist ein volljähriges Kind in Ausbildung und wohnt nicht mehr bei den Eltern, steht diesen möglicherweise der Ausbildungsfreibetrag zu. Dieser wird in der Steuererklärung beantragt. Hier zeigen wir, wie das geht und was beim Antrag zu beachten ist.

Kurz & knapp

  • FĂĽr ein auswärtig wohnendes volljähriges Kind in Berufsausbildung gibt es einen steuerlichen Freibetrag
  • Eltern erhalten den Freibetrag nur, wenn sie fĂĽr das Kind Anspruch auf Kindergeld oder den Kinderfreibetrag haben
  • Um den Freibetrag zu erhalten, musst du die Steuererklärung abgeben
  • WISO Steuer unterstĂĽtzt dich mit Tipps und einfachen Fragen beim AusfĂĽllen der Steuererklärung

Video: Ausbildungsfreibetrag

Ob Internat, Studentenbude oder Blockunterricht: Wohnt dein volljähriges Kind wegen seiner Ausbildung nicht mehr bei dir, kannst du Steuern sparen. Im Video erklären wir dir, wie das geht.

Was ist der Ausbildungsfreibetrag?

Ist dein Kind schon erwachsen und wohnt während seiner Berufsausbildung oder Studium nicht mehr bei dir zu Hause („auswärtige Unterbringung“), kannst du einen steuerlichen Freibetrag erhalten – den Ausbildungsfreibetrag. Dadurch wird das Einkommen, das du versteuern musst, gesenkt. Du musst also weniger Steuern zahlen.

Der Ausbildungsfreibetrag dient dazu, die Kosten für die Berufsausbildung deines Kindes zu decken. Das sind zum Beispiel Schulgeld, Lernmaterial, Unterkunftskosten oder Fahrtkosten. Und das Beste: Dieser Freibetrag wird zusätzlich zum Kindergeld oder Kinderfreibetrag gewährt.

Was sind die Voraussetzungen fĂĽr den Ausbildungsfreibetrag?

Der Freibetrag steht den Eltern fĂĽr jedes Kind zu, das folgende Voraussetzungen erfĂĽllt:

  • Eltern haben fĂĽr das Kind Anspruch auf Kindergeld oder den Kinderfreibetrag bzw. den Freibetrag fĂĽr Erziehung, Betreuung und Ausbildung (BEA).
  • Das Kind ist mindestens 18. Jahre alt.
  • Das Kind wohnt während der Berufsausbildung auswärts, also nicht bei den Eltern.

Ausbildungsfreibetrag Infografik

Was bedeutet „auswärtige Unterbringung“?

Dauer

Das Kind muss für eine gewisse Dauer außerhalb des Haushalts der Eltern untergebracht sein: für ein gesamtes Ausbildungsjahr oder auch für einen bestimmten Ausbildungsabschnitt wie ein Semester. Ein 3-wöchiger Sprachkurs oder etwa ein 6-wöchiges Praktikum reichen dafür leider nicht aus.

Räumliche und hauswirtschaftliche Trennung

Das Kind muss räumlich und auch hauswirtschaftlich vom elterlichen Haushalt getrennt sein. Das heißt, es wohnt in einer eigenen Unterkunft und kümmert sich selbst um seine Verpflegung. Der eigene Haushalt kann dabei sowohl am Ausbildungsort als auch in der gleichen Gemeinde wie das Elternhaus liegen.

Es spielt dabei keine Rolle, ob dein Kind gleichzeitig auch in deinem Haushalt noch ein Zimmer bewohnt, zum Beispiel an Wochenenden oder in den Semesterferien. Wohnt das Kind beim anderen getrenntlebenden Elternteil, zählt das nicht als „auswärtig“.

Experten Tipp

Den Ausbildungsfreibetrag kannst du also erhalten, wenn dein Kind zum Beispiel:

  • im Internat lebt
  • am Studien- bzw. Ausbildungsort in einem Wohnheim wohnt
  • mietfrei in einer dir gehörenden Eigentumswohnung wohnt
  • an deinem Wohnort ein eigenes möbliertes Zimmer auĂźerhalb des Elternhauses bezieht
  • in einer separaten Einliegerwohnung in deinem Haus wohnt
  • mit dem (Ehe-)Partner einen gemeinsamen Haushalt fĂĽhrt

Ăśbrigens: Dein Kind wohnt in deinem Haushalt und studiert zeitweise im Ausland? FĂĽr die Dauer des Auslandssemesters kannst auch du den Freibetrag erhalten.

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Wie hoch ist der Ausbildungsfreibetrag?

Der Ausbildungsfreibetrag beträgt 924 Euro pro Kind und Kalenderjahr. Gewährt wird er für jeden Monat, in dem das Kind mindestens einen Tag die Voraussetzungen erfüllt. Monatlich erhalten Eltern also 77 Euro.

Auch für Übergangszeiten zwischen 2 Ausbildungsabschnitten kann der Freibetrag gewährt werden. Allerdings dürfen diese nicht länger als 4 Monate sein. Gleiches gilt für Übergangszeiten zwischen Wehrdienst und einem Ausbildungsabschnitt.

Übrigens: Die eigenen Einkünfte des Kindes oder BAföG-Zuschüsse spielen dabei keine Rolle mehr. Bis 2011 wurde der Freibetrag noch um Einkünfte des Kindes gekürzt, wenn diese höher als 1.848 Euro waren. Das gehört nun glücklicherweise der Vergangenheit an.

Information zum Thema

Aufteilung beim Elternpaar

Sind die Eltern verheiratet und geben eine gemeinsame Steuererklärung ab, wird der Freibetrag nur einmal für beide Ehepartner gemeinsam gewährt.

Bist du geschieden, lebst getrennt von deinem Partner oder ihr lebt zusammen, seid aber nicht verheiratet? Geben Eltern keine gemeinsame Steuererklärung ab, wird der Ausbildungsfreibetrag aufgeteilt. Die Partner erhalten dann jeweils den halben Freibetrag. Auch eine andere Aufteilung oder die vollständige Übertragung ist möglich, diese müssen die Partner gemeinsam in der Steuererklärung beantragen.

Wie beantrage ich den Ausbildungsfreibetrag in der Steuererklärung?

Um den Ausbildungsfreibetrag zu beantragen, musst du in der Steuererklärung die Anlage Kinder ausfüllen. Mit WISO Steuer beantwortest du dazu unter Persönliches > Kinder > Haushaltszugehörigkeit und Wohnsitz ein paar Fragen, wenn dein Kind für eine gewisse Zeit nicht zum Haushalt gehörte. Anschließend machst du Angaben unter Persönliches > Kinder > Berücksichtigungsgründe für ein volljähriges Kind und Persönliches > Kinder > Ausbildungsfreibetrag. Die Software hilft dir dabei mit zahlreichen Tipps und Fehleranalyse. So kann nichts schiefgehen!

Ausbildungsfreibetrag Steuererklärung Formular

Ausbildungsfreibetrag WISO Steuer eintragen

Da es ein Freibetrag ist, spielen die tatsächlichen Kosten für die Ausbildung keine Rolle. Das bedeutet auch, dass der Freibetrag höher sein kann als die tatsächlichen Kosten. Sind die tatsächlichen Kosten dagegen höher, werden sie nicht berücksichtigt. 

Um den Freibetrag zu erhalten, müssen Eltern Ausgaben rund um die Ausbildung ihres Kindes wie Studiengebühren, Lernmaterialien, Unterkunft tatsächlich bezahlt haben. Belege solltest du also dem Finanzamt vorlegen können, falls es nachfragt.  

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Sobald du eine Rechnung bekommst, machst du einfach ein Foto mit dem Smartphone und die App liest das Dokument automatisch als PDF für deine Steuererklärung ein. Wie ein Scanner, nur viel schlauer!

Kann ich den Ausbildungsfreibetrag rĂĽckwirkend beantragen?

Der Freibetrag wird für das Jahr gewährt, für das man die Steuererklärung macht. Egal, ob das 2021 oder 2017 ist – wichtig ist nur, dass die Festsetzungsfrist nicht abgelaufen ist und für das betreffende Jahr noch kein Steuerbescheid rechtskräftig ist.

Kann ich den Ausbildungsfreibetrag erhalten, wenn mein Kind ein FSJ macht?

Ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) zählt nicht als Berufsausbildung. Denn dazu gehören üblicherweise eine Lehre, eine praktische Berufsausbildung oder ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule. Deshalb gibt es den Ausbildungsfreibetrag dafür in der Regel nicht. Doch steht das FSJ im Zusammenhang mit der angestrebten Berufsausbildung deines Kindes, kannst du den Freibetrag erhalten.

Mein Kind bekommt BAföG, kann ich den Ausbildungsfreibetrag trotzdem erhalten?

Ja. Du kannst den Freibetrag auch dann erhalten, wenn dein Kind BAföG-Zuschüsse und andere Unterstützung bekommt oder sein eigenes Geld verdient. Voraussetzung bleibt aber, dass das Kind volljährig ist, wegen seiner Ausbildung außerhalb des elterlichen Haushalts wohnt und du Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag für dieses Kind hast.

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