Spanische Quellensteuer

Freibetrag fällt weg


Anleger mit Geld in auf spanischen Konten aufgepasst: Ab 2015 ist die Anrechnung der in Spanien gezahlten Quellensteuer nun auch in Deutschland möglich. Alles zur spanischen Quellensteuer erfahren Sie hier.

Grundsätzlich: Anrechnung der Steuer

Bei ausländischen Kapitalerträgen, die mit ausländischer Quellensteuer belastet sind, wird diese auf die deutsche Abgeltungsteuer angerechnet. Dies erfolgt bereits durch die Bank für in Deutschland verwahrte Anlagen.

Bei Verwahrung der Anlagen im Ausland sind Sie verpflichtet, die ausländischen Kapitalerträge in der Steuererklärung anzugeben, und das Finanzamt rechnet die Quellensteuer dann auf die Steuerschuld an.

Sonderfall: Spanische Quellensteuer

Für Dividendenzahlungen aus Spanien gilt seit 2010 eine Sonderregelung: Danach ist die spanische Quellensteuer nicht einfach auf die deutsche Abgeltungsteuer anzurechnen (BMF-Schreiben vom 8.9.2011, BStBl. 2011 I S. 854).

Grund: Kapitaleinkünfte werden in Spanien pauschal mit 19 Prozent besteuert. Dividenden sind in Spanien jedoch bis zu einem Freibetrag von 1.500 Euro steuerfrei, wenn der Empfänger seinen Wohnsitz in einem EU- oder DBA-Staat hat. Dieser Freibetrag wird beim Abzug der Quellensteuer in Spanien nicht berücksichtigt. Die einbehaltene Quellensteuer wird deshalb auf Antrag in Spanien erstattet.

Rechtslage bisher

Da also ein Erstattungsanspruch in Spanien besteht, kann auf Ebene der Kreditinstitute eine Anrechnung der spanischen Quellensteuer auf die deutsche Steuer nicht erfolgen.

Ist jedoch die Entlastung von der Quellensteuer in Spanien – z. B. wegen Überschreiten des Freibetrags – nicht vollständig möglich, kann insoweit die Anrechnung der spanischen Quellensteuer im Rahmen der Steuerveranlagung beantragt werden. Die Höhe der ausländischen Einkünfte sowie die Festsetzung und Zahlung ausländischer Steuern sind vom Steuerpflichtigen durch entsprechende Belege nachzuweisen. Der Nachweis kann durch die Vorlage der Dividendenabrechnung geführt werden.

Ab 2015: Anrechnung möglich

Nun weist das Bundesfinanzministerium darauf hin, dass Spanien ab dem 01.01.2015 die Sonderregelung zur vollständigen Erstattung von Quellensteuer bezogen auf Ausschüttungen bis zu einer Höhe von insgesamt 1.500 Euro aufgehoben hat (Schreibendes BMF vom 18.03.2015).

Das bedeutet: Ab dem 01.01.2015 können die Banken in Deutschland die auf spanische Dividenden entfallende Quellensteuer – wie auch sonst üblich – auf die deutsche Abgeltungsteuer anrechnen.

Anzurechnen ist dabei nur die festgesetzte und gezahlte ausländische Quellensteuer, für die die kein Anspruch auf Ermäßigung oder Erstattung nach Doppelbesteuerungsabkommen mehr besteht.

Besteht im Quellenstaat ein Anspruch auf teilweise Erstattung der ausländischen Quellensteuer, nimmt die Bank keine Anrechnung vor. Vielmehr können dann nur Sie die Anrechnung über die Steuererklärung erreichen. Hierzu müssen Sie die Höhe der möglichen Erstattung im Quellenstaat nachweisen, z. B. durch Vorlage des ausländischen Bescheides über die Erstattung der anteiligen Quellensteuer nach ausländischem Recht.

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  1. 1
    Volk Werner

    Für das Steuerjahr 2015 wurde mir die Erstattung der gezahlten Quellensteuer in Spanien vom Finanzamt verweigert. Die Erstattung müßte ich direkt in Spanien beantragen. Ich bin Rentner und zahle praktisch keine Einkommensteuer.
    Ist das so in Ordnung? Die Antragstellung in Spanien ist zwar kostenlos aber für mich sehr kompliziert.
    Wo und wie kann ich eine Antragstellung beantragen und was kostet mich ein solcher Antrag. Für mich ist auch nicht ganz klar, ob ich je Quartalszahlung und je Unternehmen einen Antrag stellen muss.
    Wer kann mir helfen?

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