Steuerliche Behandlung einer Einbauküche

Steuerliche Behandlung einer Einbauküche

Neue gesetzliche Vorgaben


Eine Einbauküche stellt nach bisheriger Rechtsauffassung kein einheitliches Wirtschaftsgut dar. Stattdessen besteht sie aus verschiedenen Bestandteilen, die eigenständige Wirtschaftsgüter darstellen. Der Fiskus unterscheidet hier : zwischen Spüle und Kochherd einerseits und den übrigen Küchenelementen andererseits.

Spüle und Kochherd

Spüle und Kochherd stellen unselbstständige Gebäudebestandteile dar, die für die Nutzbarkeit des Gebäudes zu Wohnzwecken vorausgesetzt werden. Deshalb gehören diese Kosten zu den Herstellungskosten des Gebäudes- Folglich sind sie zusammen mit diesem abzuschreiben. Werden Spüle und Herd ersetzt, sind die Kosten Erhaltungsaufwand. Vorteil: Sie sind sofort in voller Höhe als Werbungskosten absetzbar.

Übrige Teile der Einbauküche

Die übrigen Teile der Einbauküche sind selbstständige Wirtschaftsgüter. Deren Anschaffungskosten sind als Werbungskosten absetzbar. Betragen die Anschaffungskosten mehr als 410 Euro (ohne Mehrwertsteuer), müssen sie über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Wird eine vorhandene Einbauküche durch eine neue EBK ersetzt, sind die Anschaffungskosten der neuen EBK nicht Erhaltungsaufwand und daher nicht in voller Höhe als Werbungskosten absetzbar. Vielmehr muss diese wiederum normal abgeschrieben werden.

Neue Regeln für Spüle und Herd

Nun hat der Bundesfinanzhof seine bisherige Sichtweise aufgegeben und  neue Regeln für die steuerliche Behandlung der Einbauküche in vermieteten  Wohnungen aufgestellt: Spüle und Kochherd werden nicht mehr als unselbstständige Gebäudeteile angesehen. Sie gelten nun als ‚normale‘ Bestandteile der Einbauküche.

Die Einbauküche stellt insgesamt ein einheitliches Wirtschaftsgut dar. Sie wird über die Nutzungsdauer von zehn Jahren abgeschrieben. Dies gilt sowohl bei  Erstanschaffung als auch bei einer Erneuerung (Aktenzeichen IX R 14/15).

Nachteilige Folgen der Rechtsänderung

Die Änderung der Rechtsprechung bedeutet für Vermieter eine deutliche Verschlechterung: Sie können nun nicht mehr die einzelnen Bestandteile der EBK, z.B. Elektrogeräte, im Wert unter 410 Euro sofort als Werbungskosten absetzen. Stattdessen müssen die Gesamt-EBK über zehn Jahre abschreiben, sodass nur zehn Prozent pro Jahr als Werbungskosten berücksichtigt werden.

Im Ausnahmefall gilt eine Einbauküche als wesentlicher Bestandteil des Gebäudes. Dazu muss die Küche mit dem Gebäude fest verbunden sein. Sie kann nicht davon nicht getrennt werden, ohne dass der eine oder andere Teil zerstört wird. Das liegt vor, „wenn die Einbauküche durch Einpassen in die für sie bestimmte Stelle mit den sie umschließenden Gebäudemauern (Seitenwände und Rückwand) vereinigt wird.“ In diesem Fall sind die Kosten für die Anschaffung den Gebäudeherstellungskosten zuzurechnen und mit zwei Prozent pro Jahr abzuschreiben. Die Kosten für eine Erneuerung sind als Erhaltungsaufwand in voller Höhe sofort als Werbungskosten absetzbar (Urteil des Bundesfinanzhofs, Aktenzeichen VI R 358/69).

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