Wer rastet, der rostet. Im Arbeitsleben ist es daher nötig, stets auf dem Laufendem zu bleiben. Und das kann ins Geld gehen. Doch: Fortbildungskosten können Arbeitnehmer in ihrer Steuererklärung als Werbungskosten steuerlich geltend machen.

Was genau sind Fortbildungskosten im steuerlichen Sinne?

Fortbildungskosten sind Aufwendungen, die Sie geleistet haben, um in Ihrem ausgeübten Beruf auf dem Laufenden zu bleiben. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie erst nach Abschluss der Ausbildung anfallen, wenn Sie bereits im Berufsleben stehen. Zu den Fortbildungskosten gehört auch die Qualifizierung für den Wiedereinstieg in den Beruf nach einer längeren Pause. Kosten für Fort- und Weiterbildung können Arbeitnehmer bei den Werbungskosten in der Steuererklärung absetzen.

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Unter welchen Voraussetzungen kann ich Fortbildungskosten absetzen?

Wichtigste Voraussetzung für den Abzug bei der Steuer: Es muss eine hinreichende berufliche Veranlassung bestehen. Wenn das Finanzamt hier nachharkt, müssen Sie diese glaubhaft nachweisen. Sollte dies nicht klappen und die private Veranlassung im Vordergrund stehen, war’s das mit dem Abzug der vermeintlich beruflichen Kosten.

Wichtig bei Fortbildungskosten: Es kommt vor allem auf die vermittelten Inhalte und den Teilnehmerkreis der Fortbildung bzw. Weiterbildung an. Dafür sollte die besuchte Veranstaltung auf Ihre Berufsgruppe zugeschnitten sein. Allgemeinbildende Inhalte reichen für den steuerlichen Abzug nicht aus. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie sich eine Bescheinigung des Veranstalters sowie Ihres Arbeitgebers über die berufliche Veranlassung der Fortbildung geben lassen.

Welche Fortbildungskosten kann ich als Werbungskosten in der Steuererklärung absetzen?

Abzugsfähige Fortbildungskosten sind soweit alle Kosten, die im Rahmen der besuchten Veranstaltung anfallen. Dazu gehören vor allem folgende Ausgaben:

Gebühren rund um die Fortbildung

  • Lehrgangsgebühren
  • Seminargebühren
  • Studiengebühren
  • Teilnehmergebühren
  • Zulassungsgebühren
  • Prüfungsgebühren
  • Schulgeld
  • Honorare

Arbeitsmittel, die Sie für die Teilnahme an der Fortbildung gekauft haben

Haben Sie extra für die Fortbildung oder Weiterbildung Gegenstände angeschafft, so können Sie auch diese bei den Werbungskosten steuerlich absetzen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Fachliteratur
  • Schreibwaren
  • Schreibtisch
  • Tischlampe
  • Bücherregal
  • Diktiergerät
  • Berufskleidung

So sieht die Eintragung der Arbeitsmittel in WISO steuer:Web aus:

Kosten zur Informationsbeschaffung

Dazu zählen vor allem Telefon und Internet. Hier können Sie sich die Pauschale von 20 Euro im Monat ansetzen, macht ganze 240 Euro im Jahr.  Doch einen gesetzlichen Anspruch auf diese Pauschale bei der Steuer haben Sie jedoch leider nicht.

Ausgaben für einen Laptop oder Computer

Benötigen Sie einen Laptop oder PC für die berufliche Fortbildung, können Sie auch diesen von der Steuer absetzen. Liegt der Preis unter 487,90 Euro (netto 410,00 Euro + 77,90 Euro Umsatzsteuer)? Dann können Sie diesen im Jahr des Kaufes voll bei den Werbungskosten absetzen. Liegt der Preis darüber, so müssen die den Kaufpreis auf die nächsten drei Jahre aufteilen. Diesen Abschreibungsbetrag müssen Sie zeitanteilig (volle Monate) verteilen.

Reisekosten: 30 Cent pro gefahrenem Kilometer

Selten findet eine berufliche Fortbildung direkt bei Ihnen vor Ort statt. Doch halb so wild: Reisekosten – insbesondere Fahrtkosten zur Veranstaltung –  können Sie steuerlich absetzen; mit der Reisekostenpauschale. Und diese ist mit 30 Cent pro gefahrenem Kilometer doppelt so hoch wie die Pendlerpauschale, denn hier werden Hin- und Rückweg berücksichtigt.

Alternativ können Sie auch die tatsächlichen PKW-Kosten steuerlich ansetzen. Dies ist jedoch aufwendiger, hier müssen Sie ganzjährig ein Fahrtenbuch führen.

Die Eintragung der Fahrtkosten in WISO steuer:Web ist ganz einfach:

Hinweis: Auch Fahrten zu Arbeitsgemeinschaften sind absetzbar!

Sie können auch die Fahrten zur Prüfungsvorbereitung bei den Werbungskosten absetzen. Dazu gehören zudem die Fahrten zu Arbeitsgemeinschaften oder zur Vertiefung des gelernten Stoffs. Wichtig hierbei: Um dem Finanzamt die berufliche Veranlassung nachzuweisen, fertigen Sie über jedes Treffen eine Liste an. Darauf listen Sie Ort, Datum und alle Teilnehmer der Arbeitsgruppe auf – Unterschrift von allen darunter, fertig.

Übernachtungskosten: Wie viel kostet das Hotel pro Nacht?

Mussten Sie auf der beruflichen Fortbildung auswärts übernachten, muss das auch gezahlt werden. Diese Übernachtungskosten können Sie sich entweder direkt von Ihrem Arbeitgeber erstatten lassen. Oder Sie machen die Kosten in Ihrer Einkommensteuererklärung als Werbungskosten geltend.

Haben Sie keine Rechnung vom Hotel mehr, setzen Sie sich die Übernachtungspauschale von 20 Euro pro Nacht als Werbungskosten an. Im Ausland ist diese Pauschale abhängig vom jeweiligen Land. Eine Liste über die aktuellen Pauschalen finden Sie hier.

Zudem gilt diese Abzugsfähigkeit nur für die reinen Übernachtungskosten. Sind in der Rechnung des Hotels auch Mahlzeiten enthalten, werden diese nicht zusätzlich anerkannt. Schließlich wurde hierfür bereits die Verpflegungspauschale angesetzt. Doch was, wenn auf Ihrer Rechnung eine Mahlzeit aufgelistet wurde, jedoch ohne Preis?  Hier können Sie die jeweilige Pauschale in der Steuer abziehen:

  • Frühstück 4,80 Euro
  • Mittag- oder Abendessen 9,60 Euro

Ganz einfach auch die Eintragung der Übernachtungskosten. Selbst das Herausrechnen der Verpflegungskosten übernimmt WISO steuer:Web für Sie:

Verpflegungspauschbeträge: Für jeden Tag der Fortbildung ansetzen

Verpflegungskosten können Sie nicht in der voll entstandenen Höhe absetzen – wäre ja auch zu schön, wenn das 3-Gänge-Menü seinen Platz in der Steuererklärung hätte. Das Finanzamt berücksichtigt Kosten für Speis und Trank nur im Rahmen der so genannten Verpflegungspauschale. Hier kommt es darauf an, wie lange Sie auf der beruflichen Fortbildung sind. So können Sie sich für jeden der Tage folgende Beträge ansetzen:

  • An- und Abreisetag je 12 Euro
  • Volle Fortbildungstage je 24 Euro

Wie auch bei den Übernachtungskosten gibt es für die Verpflegungsmehraufwendungen im Ausland wieder gesonderte Pauschalen. Diese können Sie sich hier herunterladen.

Bei längerfristigen Fortbildungen gilt: Besuchen Sie die Bildungseinrichtung nicht mehr als zweimal in der Woche, so können Sie den Verpflegungsmehraufwand auch länger als drei Monate absetzen. Sind Sie jedoch mehr als zweimal die Woche vor Ort, gilt für die Anrechnung der Verpflegungsmehraufwendungen ein Zeitraum von maximal drei Monaten.

So sieht die Eintragung der Verpflegungskosten in WISO steuer:Web aus:

Reisenebenkosten: Da kommt ganz schön was zusammen

Auf Reisen kommt gerade bei den kleinen Kosten ganz schön was zusammen. Aber auch Reisenebenkosten können Sie bei den Werbungskosten in Ihrer Steuererklärung  absetzen. Dazu gehören zu Beispiel:

  • Parkgebühren
  • Kosten für die Gepäckaufbewahrung
  • Kosten eines Autounfalls auf einer Fahrt im Zusammenhang mit der Fortbildung,
  • Schuldzinsen für ein Darlehen zur Finanzierung der Fortbildung

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Verlustrücktrag oder Verlustvortrag: Wie es am besten passt

Haben Sie so hohe Fortbildungskosten, dass Sie einen steuerlichen Verlust aus Ihrer Angestelltentätigkeit erzielen? Dann können Sie sich diesen ein Jahr zurück tragen lassen. Bedeutet, wenn Sie im vorangegangen Jahr Lohnsteuer bezahlt haben, kann dieser Verlust hier angerechnet werden. Das Finanzamt führt dies dann auf Antrag automatisch durch.

Haben Sie im Vorjahr keine Lohnsteuer bezahlt. Können Sie sich die Kosten auch für das nächste Jahr oder die folgenden Jahre ansetzen lassen.

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3 Gedanken zu „Fortbildungskosten
absetzen: So geht’s“

  1. Hallo zusammen,

    vielen Dank für den ausführlichen Blogeintrag. Der hilft mir wirklich sehr weiter.
    Jetzt habe ich bloß noch eine Frage dazu.
    Ich z. B. habe eine Fortbildung in „Abendschule“ über 18 Monate besucht. Die Rechnung wurde ziemlich am Anfang gestellt. Jedoch habe ich ein KFW-Darlehen erhalten und muss so die Rückzahlung erst nach dem Abschluss der Fortbildung beginnen.
    Wann muss ich den Fortbildungsbetrag in der Steuererklärung angeben? Weil sich das ganze über fast zwei Jahre erstreckt. Muss ich es auf die zwei Jahre aufteilen? Oder muss ich das Datum angeben an dem die Rechnung gestellt wurde?

    Beste Grüße
    Patrick

  2. Vielen Dank für den super Blog für Fortbildungskosten. Ich befinde mich seit September 2017 in einer Fortbildung. Diese geht bis Anfang 2020. Wenn ich mir einen Laptop erst 2019 oder 2020 kaufen würde, könnte ich diesen dann dennoch regulär über 3 Jahre AfA absetzen obwohl ich dann im Fall 2020 ja nur in diesem Jahr noch die Fortbildung machen würde? Und die restlichen beiden Jahre der Abschreibung ja nicht mehr in der Fortbildung wäre. Benötige diesen halt erst Ende 2019/ Anfang 2020 da ich da eine Projektarbeit schreiben muss und dafür der Laptop zur Erstellung und Präsentation dieser notwendig wäre.

    Über eine Rückantwort würde ich mich freuen.
    Patrick

    1. Hallo Patrick,
      vielen Dank für das Lob und Ihre Frage. Die Abschreibung beginnt in dem Jahr, in dem Sie den Laptop anschaffen (2019 oder2020) und läuft dann drei Jahre weiter. Ob Sie dann noch in Fortbildung sind oder nicht, ist für den steuerlichen Abzug nicht relevant.
      Viele Grüße
      Melanie Baumiller

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