Bogen rund

Geschenke vom Chef

Bis 60 Euro im Jahr steuerfrei


Schenken macht Freude. Beschenkt werden auch. Ab diesem Jahr umso mehr: Denn die Freigrenze wurde um 20 Euro angehoben. Nun bleiben Geschenke bis zu einem Wert von 60 Euro steuerfrei.

60 Euro steuerfrei

Pünktlich zum Jahresbeginn 2015 wurde die Freigrenze für Geschenke und Aufmerksamkeiten von bisher 40 Euro auf 60 Euro angehoben.

Bis zu diesem Betrag können Sie als Arbeitnehmer von Ihrem Arbeitgeber steuer- und sozialversicherungsfrei Geschenke entgegennehmen. Steuerfrei sind:

Sachgeschenke Ihres Arbeitgebers

Diese Geschenke müssen aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses übergeben werden. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Geburtstag
  • Hochzeit
  • Silberhochzeit
  • Geburt eines Kindes
  • Kommunion oder Konfirmation Ihres Kindes

Welche Gegenstände Ihnen übergeben werden, ist für die Steuerfreiheit egal. Dies können zum Beispiel Blumen, Genussmittel, Bücher oder Tonträger sein

Snacks auf Sitzungen

Steuerfrei sind auch Speisen und Getränke, die Ihnen Ihr Arbeitgeber anlässlich und während eines außergewöhnlichen Arbeitseinsatzes gewährt – beispielsweise während einer betrieblichen Besprechung oder Sitzung, sog. Arbeitsessen.

Bewirtung bei Empfängen

Auch Bewirtungskosten bei Empfängen sind steuerfrei – im Rahmen der 110-Euro-Grenze. Diese Empfänge muss Ihr Arbeitgeber bei bestimmten Anlässen für Sie ausgerichtet haben. So zum Beispiel bei:

  • Diensteinführung
  • Amts- oder Funktionswechsel
  • Verabschiedung
  • rundem Arbeitnehmerjubiläum
  • rundem Geburtstag
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Sachgeschenke bei Betriebsveranstaltungen

Auch Sachgeschenke bei Betriebsveranstaltungen sind im Rahmen der 110-Euro-Grenze steuerfrei. Ab 2015 wird die Freigrenze auf 150 Euro erhöht.

Wichtig

Anders als Sachzuwendungen sind Zuwendungen in Geld – auch bis 60 Euro – unverändert als Arbeitslohn steuerpflichtig.

Speisen auf Reisen

Dies Freigrenze gilt auch für Mahlzeiten bei Auswärtstätigkeiten, die Ihnen Ihr Arbeitgeber oder auf seine Veranlassung ein Dritter gewährt. Hier wurde die Grenze bereits zum 01.01.2014 auf 60 Euro erhöht. Eine Mahlzeit im Wert von mehr als 60 Euro gilt als “Belohnungsessen” und muss vom Arbeitgeber stets mit dem tatsächlichen Wert als Arbeitslohn versteuert werden. Andererseits erfolgt dann aber keine Kürzung

Tipp:  Die steuerfreien Sachzuwendungen dürfen auch Minijobbern zugewandt werden, ohne dass diese dadurch den Status als Minijobber verlieren. Die steuerfreien Zuwendungen erhöhen nicht das Minijobgehalt.

Geld oder Ware

Der Bundesfinanzhof hat sich in drei Urteilen zu diesem Thema Stellung genommen: Ob Barlohn oder Sachbezug vorliegt, entscheidet sich danach, was der Arbeitgeber dem Mitarbeiter zugesagt hat – Geld oder eine Ware. Dann spielt es keine Rolle, auf welche Art und Weise der Arbeitgeber den Anspruch erfüllt und seinem Mitarbeiter den zugesagten Vorteil verschafft. In Betracht kommen Hingabe eines Warengutscheins, Übergabe eines Geldgutscheins zum Erwerb von – konkreten oder beliebigen – Waren, Zahlung eines Geldbetrages zum Erwerb von Waren, Kostenerstattung nach Erwerb von Waren (BFH-Urteile vom 11.11.2010, VI R 21/09, VI R 27/09, VI R 41/10).

Die BFH-Richter räumen gründlich mit den komplizierten Vorschriften auf, denn es geht hier nur um eine Kleinigkeit. Es soll künftig leichter für Arbeitgeber sein, den Mitarbeitern eine Sachzuwendung bis 44 EUR monatlich steuerfrei zu gewähren.

Nach neuer Vorgabe der BFH-Richter ist es für einen Sachbezug nun

  • gleichgültig, ob der Mitarbeiter die Sache / Ware / Dienstleistung unmittelbar vom Arbeitgeber erhält, ob der Arbeitgeber die Sache beim Dritten (Tankstelle, Buchhandlung, Blumenladen, Supermarkt) bezieht und sie an den Mitarbeiter weitergibt oder ob der Mitarbeiter die Sache unmittelbar von einem Dritten auf Kosten des Arbeitgebers bezieht.
  • unerheblich, ob der Arbeitgeber eine konkrete Sache gewährt oder ob er einen Gutschein gibt, mit dem der Mitarbeiter eine Sache selber auswählen kann oder den er bei einem Dritten einlösen oder den er auf den Kaufpreis einer Sache anrechnen kann.
  • unschädlich, wenn auf dem Gutschein neben der Bezeichnung der Sache auch ein Betrag oder ein Höchstbetrag angegeben ist. Sogar der Aufdruck nur eines Geldbetrages ist zulässig.
  • nicht erforderlich, dass Art und Menge der Sache konkret bezeichnet sind und der Mitarbeiter keine eigene Wahl hat. Denn auch wenn der Mitarbeiter selbst aus einem großen Angebot eine beliebige Sache auswählt, bleibt dieser Vorteil eine Sachzuwendung.

Geld mit Auflage

Ein begünstigter Sachbezug liegt nach neuer BFH-Auffassung sogar auch dann vor, wenn der Arbeitgeber dem Mitarbeiter unmittelbar einen Geldbetrag mit der Auflage gibt, damit eine zugesagte Sache zu erwerben. Ein begünstigter Sachbezug liegt ebenfalls vor, wenn der Arbeitgeber dem Mitarbeiter nach dem Erwerb der zugesagten Sache die Kosten erstattet oder einen Kostenzuschuss leistet. In diesen Fällen liegt eine Sachlohnzuwendung im Wege der abgekürzten Leistungserbringung vor. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass die Finanzverwaltung die großzügigen neuen Regelungen akzeptiert. Allerdings sind Zweifel hierbei nicht unangebracht.

FAZIT: Barlohn ist, wenn der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter einen Geldbetrag von 44 EUR gibt, mit dem er beliebige Waren einkaufen kann. Sachbezug ist, wenn der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter einen Gutschein im Wert von 44 EUR überlässt, der zum Erwerb beliebiger Waren berechtigt. (BFH-Urteil vom 11.11.2010, VI R 27/09).

Es gibt allerdings doch einen Haken, den der Arbeitgeber beachten muss: Er darf dem Mitarbeiter nicht ein Wahlrecht einzuräumen, anstelle des Sachbezugs auch Bargeld verlangen zu können. In diesem Fall handelt es sich um Barlohn, und zwar auch dann, wenn tatsächlich die Sache zugewendet wird. Barlohn liegt also vor, wenn der Arbeitgeber anstelle von Urlaubsgeld wahlweise einen Warengutschein anbietet und dieser angenommen wird (BFH-Urteil vom 6.3.2008, BStBl. 2008 II S. 530).

Aufgrund der neuen großzügigen BFH-Rechtsprechung kann der Arbeitgeber dem Mitarbeiter anstelle einer Gehaltserhöhung Sachwerte bis zu 528 EUR steuer- und sozialversicherungsfrei zuwenden. Dabei spart auch er seinen Sozialabgabenanteil.

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