Fortbildungskosten absetzen: So geht’s

Wissen erweitern und dabei Steuern sparen


Wer rastet, der rostet. Im Arbeitsleben ist es daher nötig, stets auf dem Laufenden zu bleiben. Das kann ordentlich ins Geld gehen. Doch: Fortbildungskosten können Arbeitnehmer in ihrer Steuererklärung als Werbungskosten absetzen.

Fortbildungskosten im steuerlichen Sinne

Fortbildungskosten sind Aufwendungen, die Sie geleistet haben, um in Ihrem ausgeübten Beruf auf dem Laufenden zu bleiben. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie erst nach Abschluss der Ausbildung anfallen, wenn Sie bereits im Berufsleben stehen. Zu den Fortbildungskosten gehört auch die Qualifizierung für den Wiedereinstieg in den Beruf. Z. B. nach einer längeren Pause durch Elternzeit oder Krankheit. Kosten für Fort- und Weiterbildung können Arbeitnehmer bei den Werbungskosten in der Steuererklärung absetzen.

Erstattungen durch den Arbeitgeber

Hat Ihr Arbeitgeber Ihnen die Fortbildungskosten erstattet bzw. selbst bezahlt, ist das für Sie steuerfrei. Denn die Kosten für die Fortbildung zählt nicht zu Ihrem zu versteuernden Arbeitslohn. Bisher gab es jedoch eine entscheidende Voraussetzung: Die Fortbildung muss überwiegend im betrieblichen Interesse Ihres Arbeitgebers stattgefunden haben. Allgemeine Fortbildungen zur Erweiterung Ihrer beruflichen Kompetenzen waren von der Steuerfreiheit ausgenommen. Der Fiskus diese Regelung gelockert. Seit Januar 2020 sind auch Erstattungen Ihres Arbeitgebers für Fortbildungen steuerfrei, die der Verbesserung Ihrer beruflichen Kompetenzen dienen. Dazu zählen z. B. (nicht mehr nur arbeitsplatzbezogene) Computer- oder Sprachkurse. Mehr zu allen Steuer-Neuerungen 2020 erfahren Sie in unserem Beitrag Steueränderungen.

Wann kann ich Fortbildungskosten absetzen?

Wichtigste Voraussetzung für den Abzug bei der Steuer: Es muss eine hinreichende berufliche Veranlassung bestehen. Wenn das Finanzamt hier nachhakt, müssen Sie diese glaubhaft nachweisen. Sollte dies nicht klappen und die private Veranlassung im Vordergrund stehen, ist ein Abzug leider nicht möglich.

Wichtig bei Fortbildungskosten: Es kommt vor allem auf die vermittelten Inhalte und den Teilnehmerkreis der Fortbildung bzw. Weiterbildung an. Dafür sollte die besuchte Veranstaltung auf Ihre Berufsgruppe zugeschnitten sein. Allgemeinbildende Inhalte reichen für den steuerlichen Abzug nicht aus. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie sich eine Bescheinigung des Veranstalters sowie Ihres Arbeitgebers über die berufliche Veranlassung der Fortbildung geben lassen.

Welche Fortbildungskosten kann ich absetzen?

Abzugsfähige Fortbildungskosten sind alle Kosten, die im Rahmen der besuchten Veranstaltung anfallen. Dazu gehören vor allem folgende Ausgaben:
Fortbildungskosten absetzen Infografik
Fortbildungskosten absetzen: So geht`s

Gebühren rund um die Fortbildung

  • Lehrgangsgebühren
  • Seminargebühren
  • Studiengebühren
  • Teilnehmergebühren
  • Zulassungsgebühren
  • Prüfungsgebühren
  • Schulgeld
  • Honorare

Arbeitsmittel für die Fortbildung

Haben Sie extra für die Fortbildung oder Weiterbildung Arbeitsmaterial angeschafft, können Sie auch die bei den Werbungskosten steuerlich absetzen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Fachliteratur
  • Schreibwaren
  • Schreibtisch
  • Tischlampe
  • Bücherregal
  • Diktiergerät
  • Arbeitskleidung
Wenn Sie für eine längerfristige Fortbildung Zuhause ein Arbeitszimmer einrichten und es auch zu mindestens 90 Prozent dafür nutzen, können Sie neben den Arbeitsmitteln auch die Kosten für das Arbeitszimmer absetzen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag: Arbeitszimmer absetzen.

Kosten zur Informationsbeschaffung

Dazu zählen vor allem Telefon und Internet. Hier sieht das Finanzamt eine Vereinfachungsregelung vor: man kann 20 Prozent der monatlichen Kosten absetzen, jedoch maximal 20 Euro pro Monat. Voraussetzung ist aber immer, dass wirklich ein Zusammenhang zu der Fortbildung besteht. Höhere Kosten muss man gegebenenfalls nachweisen.

Ausgaben für einen Laptop oder Computer

Benötigen Sie einen Laptop oder PC für die berufliche Fortbildung? Auch den können Sie von der Steuer absetzen. Liegt der Preis bei maximal 952 Euro brutto (bis zum Steuerjahr 2017 sind es maximal 487,90 Euro brutto)? Dann können Sie diesen im Jahr des Kaufes voll bei den Werbungskosten absetzen. Ist der Preis höher, müssen Sie den Kaufpreis auf die nächsten drei Jahre aufteilen. Diesen Abschreibungsbetrag müssen Sie zeitanteilig (auf volle Monate) verteilen.

Bei allen Arbeitsmitteln muss aber immer der private Nutzungsanteil herausgerechnet werden. In der Regel akzeptiert das Finanzamt eine Schätzung. Beispiel: Wenn Sie Ihren Laptop zur Hälfte privat nutzen, können Sie auch nur 50 Prozent des Anschaffungspreises ansetzen.

Reisekosten

Selten findet eine berufliche Fortbildung vor Ort statt. Dann kommen noch Kosten für Anfahrt, Übernachtungen und Verpflegung dazu. Doch halb so wild: Reisekosten – insbesondere Fahrtkosten zur Veranstaltung –  können Sie steuerlich absetzen.

Fahrtkosten

Seit 2013 können Sie die Fahrten für Ihre Fortbildung mit der Dienstreisepauschale ansetzen. Diese beträgt 0,30 Euro pro Entfernungskilometer. Das tolle daran: Im Gegensatz zur Pendlerpauschale können Sie hier sowohl den Hin- als auch den Rückweg absetzen.
Alternativ können Sie auch die tatsächlichen PKW-Kosten steuerlich ansetzen. Dies ist jedoch aufwendiger, denn dann müssen Sie ganzjährig ein Fahrtenbuch führen.

Auch Fahrten zu Arbeitsgemeinschaften sind absetzbar

Sie können auch die Fahrten zur Prüfungsvorbereitung bei den Werbungskosten absetzen. Dazu gehören zudem die Fahrten zu Arbeitsgemeinschaften oder zur Vertiefung des gelernten Stoffs. Wichtig hierbei: Um dem Finanzamt die berufliche Veranlassung nachzuweisen, fertigen Sie über jedes Treffen eine Liste an. Darauf listen Sie Ort, Datum und alle Teilnehmer der Arbeitsgruppe auf – Unterschrift von allen darunter, fertig.

Übernachtungskosten

Sie hatten wegen Ihrer Fortbildung Kosten für Übernachtungen? Diese Übernachtungskosten können Sie sich entweder direkt von Ihrem Arbeitgeber erstatten lassen. Oder Sie machen die Kosten in Ihrer Einkommensteuererklärung als Werbungskosten geltend.
Diese Abzugsfähigkeit gilt nur für die reinen Übernachtungskosten. Kosten für Verpflegung  werden nicht zusätzlich anerkannt. Hierfür kann nur die Verpflegungspauschale angesetzt werden. Zahlt Ihr Arbeitgeber neben der Übernachtung auch eine Mahlzeit, muss das von der Pauschale abgezogen werden. Dabei galt bisher:

  • 4,80 Euro für ein Frühstück
  • 9,60 Euro für ein Mittag- oder Abendessen

Für das Steuerjahr 2020 gilt:

  • 5,60 Euro für ein Frühstück
  • 11,20 Euro für ein Mittag- oder Abendessen

Verpflegungspauschbeträge

Verpflegungskosten können Sie nicht in der voll entstandenen Höhe absetzen – wäre ja auch zu schön, wenn das 3-Gänge-Menü seinen Platz in der Steuererklärung hätte. Das Finanzamt berücksichtigt Kosten für Speis und Trank nur im Rahmen der sogenannten Verpflegungspauschale. Hier kommt es darauf an, wie lange Sie auf der beruflichen Fortbildung sind. Für das Steuerjahr 2019 gilt:

  • bei einer Abwesenheit von mehr als 8 Stunden: 12 Euro pro Tag
  • bei einer Abwesenheit von mehr als 24 Stunden bzw. Übernachtungen: 24 Euro pro Tag
  • Bei An- und Abreisetagen bei Übernachtungen: 12 Euro pro Tag

Ab dem Steuerjahr 2020 gilt :

  • bei einer Abwesenheit von mehr als 8 Stunden: 14 Euro pro Tag
  • bei einer Abwesenheit von mehr als 24 Stunden bzw. Übernachtungen: 28 Euro pro Tag
  • Bei An- und Abreisetagen bei Übernachtungen: 14 Euro pro Tag

Bei längerfristigen Fortbildungen gilt: Besuchen Sie die Bildungseinrichtung nicht mehr als zweimal in der Woche, so können Sie den Verpflegungsmehraufwand auch länger als drei Monate absetzen. Sind Sie jedoch mehr als zweimal die Woche vor Ort, gilt für die Anrechnung der Verpflegungsmehraufwendungen ein Zeitraum von maximal drei Monaten.

Alle Kosten rund um Ihre Fortbildung in WISO Steuer eintragen

Unter Daten erfassen > Arbeitnehmer, Betriebsrentner und Pensionäre > Ausgaben (Werbungskosten) finden Sie in der Übersicht den Punkt “Fortbildungskosten”. Hier können Sie einen neuen Eintrag zu Ihrer Fortbildung anlegen und ganz bequem und übersichtlich alle möglichen Kosten angeben:

Fortbildungskosten absetzen steuer:Web Beispiel

Steuerberatung?

Einzelfragen zu Ihrer Steuererklärung darf leider nur ein Steuerberater beantworten. Wir freuen uns jedoch über Lob und Kritik und nehmen Ihre Anregungen gerne für zukünftige Beiträge auf.
Übrigens: In unserer Steuer-Software finden Sie eine ausführliche Hilfe und Tipps zu allen Themen rund um Ihre Steuererklärung.

74 Kommentare

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  1. 1
    K. G.

    Guten Tag,
    meine Frage geht in die Richtung der Frage/dem Post 33. Allerdings verstehe ich generell das Programm in Bezug auf Werbungskosten während eines Vollzeitstudiums nicht.
    Ich mache einen Master (Vollzeit+Minijob+Selbstständigkeit/Kleinunternehmen), somit wird im Programm (Steuer:web) rechts neben den Ausbildungskosten darauf hingewiesen, dass dies als Fortbildung zu werten ist. Wo muss ich dann die Fortbildung bz. deren Werbungskosten eintragen? Unter Arbeitnehmer->Werbungskosten? Für Studierende ist das Programm so leider nicht hilfreich. Muss der Verlustvortrag extra angegeben/beantragt werden oder wird dieser automatisch in die nächsten Jahre übertragen?

    • 2
      Jochen Breunig

      Guten Tag K.G.,

      leider darf ich Sie aus rechtlichen Gründen steuerlich nicht beraten. Grundsätzlich können Fortbildungskosten (beispielsweise ein Masterstudium) aber Betriebsausgaben oder Werbungskosten sein. Je nachdem mit welcher (zukünftigen) Einkunftsart die Kosten zusammenhängen. Hängen Fortbildungskosten mit selbständigen Einkünften zusammen, sind es (vorweggenommene) Betriebsausgaben; stehen sie mit Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit in Zusammenhang, dann sind es (vorweggenommene) Werbungskosten.

      Im Falle von Werbungskosten können die Fortbildungskosten in steuer:Web in der Eingabemaske „Arbeitnehmer, Betriebsrentner und Pensionäre“ > „Ausgaben (Werbungskosten)“ > „Fortbildungskosten“ geltend gemacht werden. Leider sieht das Finanzamt für Studierende keine extra Steuererklärung vor. Daher müssen Studenten ihre Kosten in der ganz normalen Steuererklärung und den vorgesehenen Eingabemasken unterbringen.

      Auch etwaige Verlustvorträge werden im Rahmen der ganz normalen Steuererklärung ermittelt. Soweit sich aufgrund Ihrer Einkünfte und den Fortbildungskosten ein negativer Gesamtbetrag der Einkünfte (Verlustvortrag) ergibt, ermittelt steuer:Web automatisch einen Verlustvortrag und beantragt, dass das Finanzamt den Verlustvortrag (für die Folgejahre) feststellt. Der vom Finanzamt festgestellte Verlustvortrag wird dann beispielsweise in den folgenden Jahren positiven Einkünften verrechnet; oder erhöht, wenn etwa weitere Kosten dazukommen und diese in der Steuererklärung angegeben werden.

      Vielen Dank und Grüße
      Jochen Breunig
      Tax Specialist bei steuernsparen

  2. 3
    Stefan Granget

    Guten Tag,
    ein Arbeitnehmer ist die zweite Hälfte des Jahres 2019, unter vollen Bezügen vom Arbeitgeber freigestellt. Der Arbeitnehmer verlässt das Unternehmen aufgrund einer in 2019 ausgesprochenen Kündigung im Jahr 2020. Wo trägt dieser die Bewerbungskosten für das Jahr 2019 ein, ich denke da an Telefon- und Internetkosten, Kosten für einen Laptop, Bewerbungsmappen und Fortbildungskosten, etc.? Sind die steuerlichen Voraussetzungen vergleichbar mit einer schon bestehenden Arbeitslosigkeit?
    Mit freundlichen Grüßen S. Granget

    • 4
      Carina Hagemann

      Guten Tag Herr Granget,

      Bewerbungskosten stehen in engem zusammenhang mit (zukünftigen) steuerpflichtigen Einnahmen. Deshalb sind Sie als Werbungskosten, genauer gesagt als vorweggenommene Werbungskosten auch abzugsfähig. Dabei ist es egal, ob Sie zur Zeit der Bewerbung noch angestellt waren oder arbeitslos. Zu den abzugsfähigen Bewerbungskosten zählen z. B. die Kosten für Bewerbungsfotos, das Erstellen einer Bewerbungsmappe/ eines Bewerbungsvideos, Kosten für die Beglaubigung von Zeugnissen, etc. Alternativ akzeptiert das Finanzamt in der Regel für jede Papier-Bewerbung eine Pauschale von 8,50 Euro und pro Online-Bewerbung eine Pauschale von 2,50 Euro. Nutzen Sie für die Erfassung dieser Kosten in Ihrer Steuererklärung ganz einfach WISO Steuer. Wählen Sie im Bereich “Arbeitnehmer, Betriebsrenter und Pensionäre” das Thema “Ausgaben (Werbungskosten)”. Es öffnet sich eine Liste. Einer der Punkte, die Sie hier auswählen können, heißt “Bewerbungskosten”. Danach öffnet sich ein Fenster mit zahlreichen Vorschlägen für abzugsfähige Kosten. Außerdem steht Ihnen eine Hilfe-Funktion jederzeit zur Verfügung. Falls Sie noch kein Konto haben, können Sie das Steuerprogramm selbstverständlich kostenlos ausprobieren.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann
      Tax Specialist von steuernsparen

  3. 5
    Pate

    Hallo,
    Ich mache eine Weiterbildung zum Industriemeister seit 10/2018 bis 06/2021 . Könnte ich die Handyrechnung und mein DSL Vertrag beim Steuerausgleich absetzten?

    Ich habe ein Eigentumswohnung. Daher zahle ich natürlich keine Miete😊.
    Könnte ich ein Zimmer (circa 9qm) als heimischen Arbeitsplatz absetzten, wenn Ich für die Fort- oder Weiterbildung mich daheim nach- oder vorbereite?
    Falls möglich, nimmt man dann den Ortsüblichen Mietspiegelpreise?

    • 6
      Jochen Breunig

      Guten Tag Pate,

      leider darf ich Sie aus rechtlichen Gründen steuerlich nicht beraten. Grundsätzlich können die Kosten für die Weiterbildung als Werbungskosten abgezogen werden, wenn sie zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen sind. Welche Kosten im Rahmen einer Weiter- bzw. Fortbildung abgesetzt werden können, finden Sie in „Fortbildungskosten absetzen: So geht’s“.

      Zudem ist in WISO Steuer unter Daten erfassen > Arbeitnehmer, Betriebsrentner und Pensionäre > Ausgaben (Werbungskosten) > Fortbildungskosten eine Übersicht zu den Weiter- bzw. Fortbildungskosten enthalten. Hier können Sie einen neuen Eintrag zu Ihrer Weiter- bzw. Fortbildung anlegen und ganz bequem und übersichtlich alle möglichen Kosten angeben.

      Vielen Dank und Grüße
      Jochen Breunig
      Tax Specialist bei steuernsparen

  4. 7
    Thomas Hogler

    Guten Tag,
    in der WISO Software Steuersparbuch kann man für eine mehrtägige Fortbildung die Dauer angeben “geben Sie hier die gesamte Dauer Ihrer Fortbildung an”.
    Was ist denn die Dauer der Fortbildung?
    Wenn ein Steuerpflichtiger dazu eine längere Anreise ins Ausland hat und z.B. am Sonntag anreist, die Fortbildung beginnt am Montag und geht bis Samstag und die Abreise erfolgt am Sonntag und die Ankunft zu Hause am Montag…
    Das hat in der Software auch Auswirkungen, beim Eintragen von Verpflegungsmehraufwand…
    Randnotiz: Wenn man den Zeitraum ändert werden einfach alle Eingaben gelöscht: Verpflegungsmehraufwand, Flugticket… alles 🙁

    Da wäre eine Klarstellung auch in der Software (Kontexthilfe) sehr hilfreich!

    Danke

    • 8
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      Vielen Dank für Ihr Feedback! Dass beim Ändern des Datums sämtliche Daten gelöscht werden ist ärgerlich und so sicher nicht gewollt.
      Ich werde Ihren Hinweis intern weiterleiten.

      Zu Ihrer Frage, was genau die Dauer der Fortbildung ist:
      Bei einer beruflichen Fortbildung handelt es sich um eine Dienstreise. Während der Abwesenheit von zuhause können Sie Verpflegungsmehraufwendungen ansetzen.
      Deswegen ist es wichtig, dass Sie hier den Zeitraum eintragen, den Sie von Ihrer ersten Tätigkeitsstätte und von Ihrem Zuhause tatsächlich abwesend waren.
      D. h. auch An- und Abreise zählen zur Abwesenheit dazu – so können die evtl. abzugsfähigen Verpflegungsmehraufwendungen auch korrekt berechnet werden.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann
      Tax Specialist bei steuernsparen

  5. 9
    Patrick

    Hallo, ich mache momentan eine 2- jährige Aufstiegsfortbildung, die zwar voll und ganz der Professionalisierung meiner beruflichen Tätigkeit entspricht, jedoch von meinem Arbeitgeber nicht gefördert wird. Die Kosten entstehen mir dabei monatlich (Fernlehrgang). Ein Teil der Kosten decke ich dabei über das Aufstiegsbafög (40 %), weitere 40 % erhalte ich als Darlehen von der kfw. Dabei wird mir bei bestehen der Abschlussprüfung auch dieser Anteil erlassen. Kann ich trotz Nicht-Förderung meines AG die Kosten geltend machen? Was kann ich nun von den entstandenen Kosten steuerlich absetzen? Sind dies ebenfalls Werbungskosten? D.h. muss ich von den entstandenen Kosten für die Fortbildung in jedem Jahr der Geltendmachung 1000€ abziehen?
    Danke, tolles Forum!

    • 10
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      bitte beachten Sie, dass ich Sie aus rechtlichen Gründen in Ihrem Einzelfall nicht steuerlich beraten darf.
      Grundsätzlich ist es so, dass Kosten für eine Fortbildung (=Zweitausbildung) als Werbungskosten abzugsfähig sind. Allerdings müssen von den Werbungskosten eventuelle Zuschüsse (z.B. von Arbeitgeber oder Aufstiegs-BaFöG) abgezogen werden. Dabei ist zu unterscheiden, ob es sich um einen Darlehensbetrag oder einen Zuschuss handelt. Darlehensbeträge kürzen die Werbungskosten nicht – denn diese müssen später zurückgezahlt werden. In Bayern gibt es zudem beim Aufstiegs-BaFög noch einen Meisterbonus i. H. v. 1.000 Euro. Dieser gilt als nicht einkommensteuerpflichtiger Zuschuss und muss ebenfalls nicht mit den Werbungskosten verrechnet werden.
      Zusammengefasst: Als Werbungskosten dürfen alle Kosten im Zusammenhang mit der Zweitausbildung bzw. Fortbildung angegeben werden, die tatsächlich auch selbst bezahlt wurden.
      Für die Abzugsfähigkeit der Kosten ist es nicht vorausgesetzt, dass der Arbeitgeber die Fortbildung anweist oder unterstützt. Entscheidend ist ein beruflicher Zusammenhang.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann
      Tax Specialist bei steuernsparen

  6. 11
    Uwe H.

    Hallo, ich war 2019 auf einer mehrwöchigen Fortbildung in UK, komplett selbst finanziert trotz Bezug zur beruflichen Tätigkeit. In der von mir bezahlten Tagungspauschale war neben der Kursgebühr auch eine Vollverpflegung enthalten. Wenn ich diese Tagungspauschale in der Steuerklärung ansetze kann ich vermutlich keinen Verpflegungsmehraufwand zusätzlich geltend machen, oder doch?

    • 12
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      bitte beachten Sie, dass ich Ihnen aus rechtlichen Gründen keine Steuerberatung im Einzelfall anbieten darf.
      Grundsätzlich ist es aber so, dass für Verpflegungsmehraufwendungen keine tatsächlichen Kosten, sondern nur die für das jeweilige Land
      geltenden Verpflegungspauschalen abzugsfähig sind.
      Das heißt bei zusammengefassten Rechnungen für z. B. Unkterkunft und Verpflegung oder Seminar und Verpflegung muss prinzipiell eine Aufteilung erfolgen.
      Ist das nicht möglich, muss die Rechnung z. B. für Hotel&Verpflegung um den Verpflegungsanteil pauschal gekürzt werden. Und zwar für Frühstück 20% und für Mittag- und Abendessen um 40 % des jeweils geltenden Verpflegungsmehraufwands für 24 Stunden.

      Beispiel: Rechnung für eine Nacht im Hotel inkl. Frühstück für 100 Euro (Deutschland)
      Kürzung für das Frühstück: 20 % von 24 Euro = 4,80
      Ansetzbare Übernachtungskosten: 100 Euro – 4,80 Euro = 95,20 Euro
      Der Verpflegungsmehraufwand darf i. H. der geltenden Pauschale angesetzt werden.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann von steuernsparen

  7. 13
    Anne M.

    Hallo,
    konnte hier und im Programm “steuer:start” leider nichts zu meiner Situation finden: Ich absolviere zurzeit eine Aufstiegsfortbildung auf meinen jetzigen Beruf (dienstl. Interesse liegt vor), welche vom Arbeitgeber gefördert wird. Ich bekomme mind. 50 % der reinen Schulungskosten (ohne Arbeitsmaterial etc.) erstattet, bei einer Abschlussnote 2: 60 % und bei einer 1 sogar 75 %. Der 1. Teil der Weiterbildung war letztes Jahr, der 2. Teil steht nun demnächst an. Des Weiteren werde/wurde ich für die Hälfte der Zeit freigestellt, den Rest muss(te) ich mit Überstunden und (unbezahltem) Urlaub selbst erbringen
    Für den 1. Teil habe ich letztes Jahr schon die 50 % der Kosten erstattet bekommen. Meine Abschlussnote erhalte ich allerdings erst dieses Jahr im September. Des Weiteren habe ich einen Antrag auf Aufstiegsbafög (nur die 40% Bildungskosten) gestellt, der aber erst bewilligt werden kann, wenn feststeht, wie viel mein Arbeitgeber tatsächlich übernimmt (also abwarten bis September).
    Nun meine Frage: In welchen Jahren rechne ich was an? Sollte ich noch mit der Steuer 2019 bis September warten bzw. eine Fristverlängerung beantragen, damit ich die Jahre strikt trenne?
    Schon mal herzlichen Dank im Voraus für die Hilfe!

    • 14
      Alexander Müller

      Hallo Annemarie,
      vielen Dank für die Frage. Bitte denk dran, wir dürfen keine Steuerberatung im Einzelfall durchführen. Dies dürfen nur die steuerberatenden Berufe. Daher muss ich ein wenig allgemein gehalten antworten. Grundsätzlich gilt: man kann alle Fortbildungskosten, die man selber bezahlt hat, in der Steuererklärung ansetzen. Zuschüsse zu Prüfungen/Lehrgängen wie z.B. aus dem Aufstiegs-BAföG muss man gegenrechnen. Entweder kannst Du um Fristverlängerung bitten (einfach eine Mail/Brief/Anruf mit Erklärung) oder auch die Steuererklärung abgeben und eine Erklärung mitschicken, dass Du noch auf den Bescheid wegen BAföG wartest. Dann kann das Finanzamt entscheiden, was es möchte.
      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist bei steuernsparen

  8. 15
    Appel, Karin

    Hallo,
    ich mache eine Fortbildung über ein Jahr, die 300 km von meinem Heimatort entfernt ist. Pro Monat bin ich jeweils für 3 bis 5 Tage am Fortbildungsort. Dort übernachtet habe ich bei einem Freund, dem ich natürlich dieses auch vergütet habe. Meine Frage lautet: Kann ich die Kosten für Übernachtung pauschal geltend machen? und wenn mit welchem Betrag

    • 16
      Alexander Müller

      Hallo Herr Appel,
      Danke für Ihre Frage. Pauschalen für eine Übernachtung gibt es leider nicht (mehr) bei Übernachtungskosten. Man darf steuerlich nur die tatsächlichen Kosten ansetzen. Man kann natürlich auch die Kosten bzw. gezahlten Betrag ohne Beleg in der Steuererklärung ansetzen. Aber falls das Finanzamt nachfragt, bräuchte man einen Nachweis. Dies könnte auch eine Quittung sein, die der Freund vielleicht ausstellt. Es muss keine offizielle Rechnung sein.
      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist bei steuernsparen

  9. 17
    Janna

    Hallo, ich finde hier leider nichts zu meiner Situation: Ich absolviere derzeit ein Hochschulstudium und habe bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung. Somit müsste ich das Studium als Werbungskosten absetzen können. Ich arbeite allerdings neben dem eigentlichen Vollzeitstudium regelmäßig 30 Stunden pro Woche in meinem erlernten Beruf und mein Studium ist nicht beruflich veranlasst bzw. steht in keinem Zusammenhang mit meinem Beruf. Somit kann ich das nach meinem Verständnis nicht als Fortbildung angeben? Wo kann ich das denn sonst wohl eintragen? Auch gerade bei den Fahrtkosten bin ich mir unsicher. Laut Gesetzgeber handelt es sich nicht um ein Vollzeitstudium, da ich über Std./Woche abreite und somit müsste ich doch die tatsächlich Kosten geltend machen können, oder? Geht das dann über die Dienstreise, obwohl das Studium nicht in beruflichem Zusammenhang steht? Für diese Fallkonstellation finde ich leider keine Infos. Danke im Voraus und viele Grüße, Janna

    • 18
      Carina Hagemann

      Hallo Janna,

      Leider darf ich Ihnen im Einzelfall keine Steuerberatung anbieten. Ich versuche aber gerne, Ihnen die allgemeinen Regeln zu den Studienkosten zu erklären:
      Sie haben in Ihrem Ansatz recht: Ein Studium, was eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung folgt, ist steuerlich gesehen eine “Fortbildung”. Das bedeutet, dass die Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Studium Werbungskosten sind.
      Als Werbungskosten können also alle Aufwendungen sein, die Sie
      a) Im Zusammenhang mit Ihrem Nebenjob haben oder
      b) Im Zusammenhang mit Ihrem Studium haben.

      Die Beurteilung, welche Fahrtkosten Sie als Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (Pendlerpauschale) ansetzen können, richtet sich nach Ihrer ersten Tätigkeitsstätte.
      Hier wird wichtig, ob das Studium berufsbegleitend – also in Kooperation mit einem Unternehmen – stattfindet. Das ist zum Beispiel bei Dualen Studiengängen der Fall. Hier ist der Arbeitsplatz regelmäßig die erste Tätigkeitsstätte. D. h. Fahrten dorthin sind mit der Pendlerpauschale anzusetzen. Die Hochschule stellt dann keine zweite erste Tätigkeitsstätte dar, sondern eine beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit. Dementsprechend sind die Fahrtkosten Reisekosten.
      Bei nicht-berufsbegleitenen Studiengängen können für Betrieb und Universität zwei verschiedene erste Tätigkeitsstätten vorliegen. D. h. für beide Strecken gilt die Pendlerpauschale. Das ist dann von der Betrachtung her so, als ob Sie parallel zwei unterschiedliche Dienstverhältnisse hätten.

      Ich hoffe, ich konnte Ihnen bei Ihrer Frage weiterhelfen.
      Viele Grüße,
      Carina Hagemann von steuernsparen

  10. 19
    Brigitte Jülich

    2020 und meine Frage zum Thema Anerkennung von Fortbildungskosten

    Dem Finanzamt ist nicht erkennbar, zu welchem Zweck meine Fortbildungen im Coaching- Psychotherapie und Klosterreisen dienen. Es waren rundweg Fortbildungen:
    *im Marketing
    *Blog schreiben lernen
    *1 Buch schreiben lernen
    *1 Coaching Programm um nur einige zu nennen

    und gerade, weil ich mich 2018 für Online Business entschieden habe, habe ich für mich die Fortbildungen, überwiegen online entdeckt. Eine Fahrt war nach Wien zum Coaching Programm. Keine Fortbildung zu machen, wäre Stillstand für mich, oder?

    Meine Steuerberaterin bekomme ich nicht an die Telefonstrippe, deshalb frage ich hier mal, ob ich das richtig sehe. Vielen Dank für Ihre Mühe.

    • 20
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      Sie sehen das genau richtig: Fortbildungskosten, die Sie im Rahmen Ihres Berufs oder zur Ausübung eines späteren Berufs besuchen, sind grundsätzlich Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben. Als Werbungskosten/Betriebsausgaben gelten alle beruflich/betrieblich veranlassten Ausgaben. Natürlich kann es im Einzelfall sein, dass das Finanzamt den beruflichen Zusammenhang hinterfragt. Dann sind Sie aufgefordert, dem Finanzamt nachzuweisen, warum die Ausgaben betrieblich/beruflich veranlasst waren. Im Fall einer privaten Mitveranlassung, müssen die Kosten im Zweifelsfall um den privaten Anteil gekürzt werden.
      Ich bitte allerdings um Ihr Verständnis, dass ich Ihnen im Einzelfall keine Steuerberatung anbieten darf.
      Ihre Steuerberaterin wird Ihnen sicher mit Rat und Tat zur Seite stehen und sich für Sie mit dem Finanzamt in Verbindung setzen.
      Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Ihr Anliegen bald geklärt wird.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann von steuernsparen

  11. 21
    Merko, Bekim

    Guten Tag, vielen Dank für den Beitrag.
    Ich habe an einer Vorbildung teilgenommen, die von Januar 2015 bis Januar 2019 stattgefunden hat.
    Einen Laptop mit Bezug auf die Vorbildung habe ich im März 2018 gekauft, jedoch nicht in der Steuererklärung 2018 angegeben.
    Ich bin unsicher, ob bzw. im welchen Umfang ich den Laptop in die Steuererklärung 2019 aufführen kann.
    Danke und Beste Grüße
    B. Merko

    • 22
      Alexander Müller

      Hallo Herr Merko,
      vielen Dank für Ihre Frage. Grundsätzlich gehören Werbungskosten in das Jahr des Kaufs bzw. der Bezahlung. Somit also in die Steuererklärung 2018. Dabei wird ein Computer über 3 Jahre = 36 Monate abgeschrieben. Außer, der Kaufpreis liegt unter 952 Euro. In diesem Fall kann man den Computer mit dem beruflichen Anteil direkt voll im Jahr des Kaufs ansetzen (aber auch über drei Jahre abschreiben). Lange Rede kurzer Sinn: wenn Sie im Jahr 2018 nichts bei der Steuererklärung angegeben haben, könnten Sie zumindest noch für den Monat Januar 2019 den Anteil von 1/36 anzusetzen. Danach war die Fortbildung ja leider vorbei. So wäre die offizielle Ansicht des Finanzamts.
      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist bei steuernsparen

  12. 23
    Hermann Panzner

    Fortbildungskostenpauschale von 36 € war doch bisher zusätzlich zu den Werbeaufwendungen absetzbar.
    Mein Anbieter, der für mich die Erklärung ausfüllt, sei die Absetzung der Pauschale nur über 1.000 €
    Werbekosten absetzbar. Ist dies richtig?

    • 24
      Carina Hagemann

      Guten Tag Herr Panzner,

      Sie haben Recht, im Steuerrecht gibt es eine Pauschale i. H. v. 36 Euro. Allerdings ist das die Pauschale für Sonderausgaben (z. B. Versicherungen). Bei Zusammenveranlagung beträgt die Pauschale insgesamt 72 Euro. Die Pauschale wird allerdings nur angesetzt, wenn Sie keine höheren Sonderausgaben (z. B. Rentenversicherung, Krankenversicherung, etc.) hatten.

      Die Pauschale für Werbungskosten beträgt 1.000 Euro pro Person. Mit der Pauschale sind auch eventuelle Aufwendungen für berufliche Fortbildungen abgedeckt. Die tatsächlichen Kosten für eine Fortbildung können sich dann auswirken, wenn Sie insgesamt höhere Werbungskosten als 1.000 Euro hatten.
      Hierzu ein kurzes Beispiel:
      A) Sie sind Arbeitnehmer und hatten beruflich veranlasste Fortbildungskosten i. H. v. 500 Euro. Weitere Werbungskosten hatten Sie keine. In diesem Fall wird die Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro automatisch angesetzt, denn Ihre tatsächlichen Werbungskosten liegen darunter.
      B) Gleicher Fall, nur dass Sie neben den 500 Euro für die Fortbildung auch noch 900 Euro an Fahrtkosten ansetzen. Insgesamt haben Sie damit Werbungskosten i. H. v. 1.400 Euro. Das ist mehr als die Pauschale von 1.000 Euro. Die Angabe der tatsächlichen Werbungskosten lohnt sich in diesem Fall.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann
      Tax Specialist bei steuernsparen

  13. 25
    Antje Aust

    Guten Tag,
    um meine Fortbildung zum Meister in Vollzeit absolvieren zu können, habe ich 2 Monate Sabbatical und 20 Tage Urlaub zusätzlich gekauft. Kann und wenn ja, wo und wie, ich das in der Steuererklärung angeben?

    Vielen Dank für eine Erklärung!

    Mit freundlichen Grüßen
    A. Aust

    • 26
      Carina Hagemann

      Sehr geehrte Frau Aust,

      Leider darf ich Ihnen im Einzelfall keine Steuerberatung anbieten.
      Grundsätzlich ist es allerdings so:
      Wenn Sie zum Erhalt weiterer Urlaubstage auf Ihr Gehalt verzichten, ist der Gehaltsausfall nicht als Werbungskosten abzugsfähig.
      Das ist deshalb so, weil der Gehaltsausfall bereits dadurch steuerlich berücksichtigt wird, dass Sie weniger Gehalt erhalten und dadurch weniger Steuern zahlen.
      Dadurch mindert sich auch Ihr individueller Steuertarif.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann von steuernsparen

  14. 27
    S. Welsch

    Hallo,
    ich habe im Januar 2020 eine Fortbildung begonnen (direkte Aufstiegsfortbildung meines derzeitigen Berufs, steht also in dienstlichem Interesse), welche ich schon vollständig im Dezember 2019 bezahlt habe. Soweit ich weiß, kann ich die Fortbildungskosten (Kursgebühr) vollständig erstattet bekommen, ist das richtig? Ich kann den Betrag allerdings nicht bei den Werbungskosten angeben, da hier auch nach dem Datum der Fortbildung gefragt wird und das liegt ja in 2020 und nicht in 2019. Hier erscheint ein Hinweis, dass ich die Kosten als Sonstige Ausgaben als Arbeitnehmer angeben kann. Aber hier werden nicht die vollen Kosten berücksichtigt, sondern nur ein kleiner Teil. Habe ich im Programm eine andere Möglichkeit, die Kosten anzugeben und voll erstattet zu bekommen?

    • 28
      Carina Hagemann

      Sehr geehrte Frau Welsch,

      Sie haben Recht, dass Sie die Fortbildungskosten bei den Werbungskosten eingetragen haben.
      Die Kursgebühren für eine beruflich veranlasste Fortbildung sind in voller Höhe abzugsfähig.
      Das bedeutet aber nicht, dass Sie diese vollständig erstattet bekommen.
      Ob und wieviel Sie erstattet bekommen hängt davon ab,
      ob Sie
      a) Überhaupt mit den Werbungskosten über der Pauschale von 1.000 Euro liegen und ob Sie
      b) grundsätzlich eine Erstattung aus der Steuererklärung erhalten (im anderen Fall könnte sich lediglich eine Nachzahlung verringern).
      c) Die Höhe der Steuererstattung hängt außerdem von Ihrem individuellen Steuersatz ab.
      D. h. die Kursgebühren tragen dazu bei, dass sich Ihr zu versteuerndes Einkommen verringert. Wenn sich dadurch eine niedriger Steuerlast ergibt, als Sie bereits an Lohnsteuer gezahlt haben, erhalten Sie eine Erstattung. Allerdings i. H. d. Differenzbetrags zwischen “Ist”-Steuerlast und “Soll”-Steuerlast. Nicht in Höhe der angegebenen Werbungskosten.

      Zu Ihrer zweiten Frage: Die Werbungskosten im Rahmen der Einkünfte aus Nichtselbstständiger Arbeit werden nach den Regeln des Zufluss-Abfluss-Prinzips angesetzt. Das heißt, Kosten müssen in dem Jahr angesetzt werden, in dem Sie sie bezahlt haben. Auch dann, wenn die Kosten eigentlich einem anderen Jahr zuzrechnen wären.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann von steuernsparen

  15. 29
    Melanie

    Hallo, vielen Dank für die Darstellung. Gilt diese Vorgehensweise auch für Selbstständige/Freiberufler? Vielen Dank im Voraus

    • 30
      Carina Hagemann

      Hallo Melanie,

      Vielen Dank für Ihre Frage.
      In unserem Artikel haben wir die Fortbildungskosten aus Arbeitnehmersicht betrachtet. Bei ihnen sind die Fortbildungskosten als Werbungskosten absetzbar.
      Auch Selbstständige und Freiberufler können Fortbildungskosten steuermindernd ansetzen – und zwar als Betriebsausgaben.
      Dabei gelten prinzipiell die gleichen Regeln wie für Arbeitnehmer. Wichtigste Voraussetzung ist aber auch hier: Die Fortbildung muss im Zusammenhang mit den Einkünften stehen – also betrieblich veranlasst sein. Für rein privat veranlasste Weiterbildungen ist ein Betriebsausgabenabzug nicht möglich.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann von steuernsparen

  16. 31
    Ruth

    Hallo, wie verhält es sich denn wenn man im Rahmen einer Weiterbildung auch praktische Tätigkeit erbringen muss und diese mit einem geringen Betrag vergütet wird? Wo gebe ich neben den Kosten für die Weiterbildung eine solche Vergütung an?
    Kurze Info zu den Rahmenbedingungen: Die Weiterbildung erfolgte neben meinem Hauptberuf und die praktische Tätigkeit für 11 Tage über ca. 3 Monate verteilt.
    Vielen Dank schon vorab und viele Grüße – Ruth

    • 32
      Carina Hagemann

      Hallo Ruth,

      vielen Dank für Ihre Frage.
      Wie die Vergütung steuerlich behandelt wird und an welcher Stelle sie in der Steuererklärung eingetragen werden muss, kann ich leider ohne nähere Informationen nicht beurteilen.
      Das hängt z. B. davon ab, ob Sie die Vergütung von Ihrem Arbeitgeber oder von jemand Drittem erhalten. Je nachdem, wer Ihnen die Vergütung zahlt, liegt ein weiteres Dienstverhältnis oder eine neue Einkunftsart vor. Von der Höhe hängt dann weiter ab, in welchem Umfang die Einnahmen für Sie steuerpflichtig sind.
      Leider darf ich Ihnen im Einzelfall dazu keine weitere Beratung anbieten.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann von steuernsparen

  17. 33
    Sebastian Jung

    Guten Tag,
    wenn das Arbeitszimmer im Rahmen einer Fortbildung (hier:Studium nach abgeschlossener Berufsausbildung) abgesetzt werden soll, worüber wird das AZ dann im Programm eingepflegt, da es ja nicht dem beruflichen, gewerblichen Zweck etc, noch der definitionsgemäßen Ausbildung zuzurechnen ist.

    MfG
    Sebastian Jung

    • 34
      Carina Hagemann

      Sehr geehrter Herr Jung,

      Wenn es sich um ein Zeweitstudium handelt, können die Kosten für das Studium als Werbungskosten angesetzt werden. Das geht auch dann, wenn bisher keine Einkünfte erzielt werden (vorweggenommene Werbungskosten).
      Sowohl im WISO Steuer:Sparbuch als auch in WISO Steuer:Web können die Aufwendungen im Bereich Werbungskosten / Fortbildung erfasst werden. Hier kann die Fortbildung angelegt und die dazugehörigen Kosten erfasst werden.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann von steuernsparen

  18. 35
    Sebastian Jung

    Guten Tag,
    ich habe nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung ein Studium angefangen und möchte jetzt gerne das Arbeitszimmer im Rahmen des Studiums als Fortbildung absetzten, finde in der Maske aber nicht die passende Tätigkeit der Nutzung, denn es ist ja weder beruflich, noch für die Ausbildung, nicht gewerblich etc. etc.
    Oder muss ich es als Ausbildungszweck hinterlegen, akzeptieren, dass die wiso-Kalkulation damit nicht stimmt, und dann unter “Ergänzenden Angaben zur Steuererklärung” den Zusammenhang begründen, in der Hoffnung, dass das FA es dann draufaddiert?
    MfG
    S.J.

    • 36
      Alexander Müller

      Hallo S.J.,
      vielen Dank für die Frage. Fortbildung kann man in der Software wie folgt erfassen:
      – Fortbildung mit beruflichem Zusammenhang: Man arbeitet nebenbei noch und die Fortbildung hängt mit dem Beruf zusammen. Beispiel: nebenberufliches Studium, nebenberufliche Meisterschule.
      – Fortbildung ohne beruflichen Zusammenhang: Die Fortbildung hat nicht unbedingt etwas mit dem momentan ausgeübten Beruf zu tun (indirekte Weiterbildung)
      – Vorweggenommene Werbungskosten: Vorbereitung auf einen komplett neuen Beruf
      Die Abgrenzung im einzelnen kann natürlich mal verschwimmen, aber alle drei Möglichkeiten führen zu dem Abzugs als Werbungskosten (solange man eine erste Berufsausbildung schon abgeschlossen hat).

      Das Arbeitszimmer wäre dann direkt unter dem Menüpunkt “Werbungskosten” -> “Arbeitszimmer” zu erfassen. Dort kann man dann die Nutzung/Tätigkeit im Arbeitszimmer schildern. Im Bereich Fortbildung selber kann man zur Zeit kein Arbeitszimmer allein erfassen. Falls Sie es allerdings dort eintragen möchten, müssten man die Aufwendungen erst berechnen und dann z.B. bei den “sonstigen Kosten” eintragen.
      Ich habe Ihren Hinweis auch zum Anlass genommen, dem Entwicklerteam Ihren Hinweis zukommen zu lassen.
      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist bei steuernsparen.

  19. 37
    C.

    Hallo, ich habe eine allgemeine Frage zu der Eintragung ins System von Wiso SteuerCD
    Ich tätige seit Sept. 2019 eine Fortbildung zum Meister in Teilzeit Form, 4 mal die Woche abends nach dem Geschäft (arbeite vollzeit und unbefristet) in die schule, vom Geschäft bekomme ich nichts bezahlt und mache es quasi unabhängig ( liegt kein Vertrag vor das ich es machen soll) da ich es für mich mache um später bessere Möglichkeiten zu haben. Es hat aber “inhaltlichen” Bezug zu meiner ersten Ausbildung und jetzt dann Meister in diesem Gebiet.

    Was muss ich nun eintragen bei Fortbildung im Wiso Steuerprogramm?
    – Fortbildung mit inhaltlichem Bezug zur Berufstätigkeit
    – Fortbildung ohne inhaltlichen Bezug zur Berufstätigkeit
    – Fortbildung als Vorweggenommene Werbungskosten?
    Bzw wann muss ich was wo eintragen?

    Grüße C.

    und vielen Dank schonmal im vorraus

    • 38
      Alexander Müller

      Hallo und vielen Dank für die Frage,

      die Meisterfortbildung setzt ja eine bestimmte Ausbildung voraus. Und in dem Beruf arbeiten Sie auch. Davon gehe ich aus. Daher können Sie auch “Fortbildung mit inhaltlichem Bezug zur Berufstätigkeit” wählen für die Meisterschule. Dies geht auch, wenn der Arbeitgeber keine Kosten der Fortbildung übernimmt.

      viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist bei steuernsparen

  20. 39
    TK

    tax 2020 bietet die Möglichkeit, Arbeitsmittel mit Angabe des privaten Nutzungsanteils einzutragen, des Weiteren findet sich unter dem Abschnitt “Fortbildungskosten” noch eine Möglichkeit, Arbeitsmaterial als Einzelbetrag anzugeben. An welcher Stelle ist die Anschaffung eines Computers für die berufsbezogene Fortbildung mit einem geringen privaten Nutzungsanteil einzutragen? Ein Sofortabzug wäre aufgrund des Betrages möglich.

    • 40
      Alexander Müller

      Hallo sehr geehrter Herr Kreckel,

      Wenn der Computer nur für die Fortbildung angeschafft wurde, spricht m.E. nichts dagegen, ihn direkt unter die Fortbildung einzutragen. Falls jedoch Privatanteil herausgerechnet werden muss, könnte man dies entweder direkt bei den Arbeitsmitteln angeben und sich dort vom Programm helfen lassen. Alternativ auch selbst ausrechnen und doch bei der Fortbildung direkt eintragen. Beides wäre möglich und auch richtig.

      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist von steuernsparen

  21. 41
    Irina

    Hallo Herr Müller,
    Ich muss meine Fortbildung komplett selbst finanzieren, und an den Tagen, an den ich Seminare habe muss ich mir Urlaub nehmen…
    Fast ein halber Jahresurlaub geht bei mir drauf.
    Kann ich das durch die Steuererklärung finanziell wieder gut machen?
    Danke!
    LG Irina

    • 42
      Alexander Müller

      Hallo Fau Seelheim,

      gute Frage! Leider kann man den genommenen Urlaub nicht als Kosten bei der Fortbildung ansetzen. Nur die tatsächlichen Kosten, z. B. Kursgebühren, Prüfungsgebühren, Fahrtkosten usw. kann man steuerlich absetzen.
      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist bei steuernsparen

  22. 43
    Maren

    Ich habe im Rahmen einer Fortbildung im Jahr 2019 über 500km zu verschiedenen Seminarorten zurückgelegt, mit öffentlichen Verkehrsmitteln und einem vom Arbeitergeber gestellten Jobticket. Kann ich diese 500km geltendmachen? In der Steuer-Software finde ich nur die Möglichkeit tatsächlich angefallene Kosten zu notieren.

    • 44
      Alexander Müller

      Hallo und vielen Dank für die Frage.
      Tatsächlich darf man steuerlich nur die tatsächlich entstandenen Kosten angeben bei einer Fortbildung/Dienstreise. Wenn der Arbeitgeber die Reisekosten erstattet hat, bleibt leider nichts übrig als Steuerermäßigung. Man hatte ja selber aber auch keine Fahrtkosten zu bezahlen.
      Anders als bei den Fahrten Wohnung-Arbeit darf man nicht einfach so pauschal 0,30€/km ansetzen. Dies ist bei einer Fortbildung/Dienstreise nur dann “erlaubt”, wenn man wirklich mit seinem eigenem Pkw die Strecke gefahren ist. Nutzt man öffentliche Verkehrsmittel, “soll” man diese Kosten eintragen. Erstattungen des AG sind grundsätzlich gegenzurechnen (einzutragen bei “Erhaltene Erstattungen und Zuschüsse”.

      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist bei steuernsparen.de

  23. 45
    Andrea Schmidt

    Hallo,

    Ich absolviere derzeit ein Fernstudium bei dem die Studiengebühren Monatlich bezahlt werden.
    Die Studienzeit beträgt 18 Monate, somit teilen sich die Kosten auch auf 2 Jahre auf.
    Wie setze ich diese nun Steuerlich ab? Muss ich die Kosten nun auch in der Steuererklärung splitten?
    Oder zählt hier der Beginn / das Ende der Fortbildungsmaßnahme?

    Vielen Dank vorab und viele Grüße
    Andrea Schmidt

    • 46
      Alexander Müller

      Hallo Frau Schmidt,

      Die Kosten setzt man in dem Jahr an, indem sie bezahlt wurden. Alles vor dem 1.1. gehört ins alte Steuerjahr, alles danach ins neue. Das nennt man das Abflussprinzip. Es gilt das Datum der tatsächlichen Zahlung.

      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist von steuernsparen.de

  24. 47
    Maximilian M.

    Guten Tag, ich habe ein Fernstudium absolviert und die Ausgaben der vergangen Jahre als Werbungskosten angegeben. In 2020 habe ich jetzt nach Abschluss des Studiums einen Betrag X als rückwirkenden Zusschuss in Form von einer voll versteuerten Einmalzahlung über die Gehaltsabrechnung erhalten. Wie ist mit dem Zusachuss umzugehen? In den Vorjahren hat mit der Arbeitgeber eine Negativbescheinigung für die Fortbildung ausgestellt.
    Vielen Dank für die Unterstützung

    • 48
      Alexander Müller

      Sehr geehrter Maximilian,

      vielen Dank für die Frage. Leider dürfen wir keine Steuerberatung im Einzelfall vornehmen, dies verbietet uns das Steuerberatergesetz. Daher nur allgemeine Informationen und ich bitte da um Verständnis.
      Bei Fortbildungskosten gilt das Abflussprinzip. Das bedeutet, dass Kosten grundsätzlich in das Jahr der tatsächlichen Zahlung gehören. Zuschüsse zu Weiterbildungen des Arbeitgebers ebenso in das Jahr des Zuflusses/der tatsächlichen Zahlung. Aber diese wären eigentlich steuerfrei nach §3 Nr.19 EStG. Wenn der Zuschuss über die Gehaltsabrechnung besteuert wurde, wird er wie normaler Arbeitslohn mit bei der Steuererklärung angesetzt.

      viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist von steuernsparen.de

  25. 49
    Laura

    Guten Tag,
    Ich habe meine Aufstiegsfortbildung im September 2018 komplett bezahlt. Allerdings dauert der Kurs von September 2018 bis Juni 2020. In welchem Jahr kann ich Kosten von der Steuer absetzen? Sollte ich es anteilig ausrechnen?
    Viele Grüße

    • 50
      Alexander Müller

      Hallo sehr geehrte Frau Wehnert,

      Man muss die Kosten in dem Jahr in der Steuer angeben, indem man sie tatsächlich bezahlt hat.

      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist von steuernsparen.de

  26. 51
    I.

    Wenn man einen steuerfreien Zuschuss zu einer Weiterbildung vom Arbeitgeber erhält muss man dann diesen Betrag von den in der Lohnsteuererklärung geltend gemachten Lehrgangs Gebühren direkt abziehen? Muss man die Bafög Förderung auch vom Betrag der anrechenbar ist abziehen?

    • 52
      Alexander Müller

      Hallo und vielen Dank für die Frage.
      Erstattungen des Arbeitgebers sind immer gegen die Kosten gegenzurechnen. In unseren Programmen kann man Kosten und Zuschuss getrennt angeben. Es erscheint dann in der Steuererklärung nur der Betrag, der selbst gezahlt werden musste. Auch in dem Steuerformular (Anlage N) wird dann die Summe aufgenommen. Direkt im Steuerformular heißt es in dem entsprechendem Feld: “Fortbildungskosten – soweit nicht steuerfrei ersetzt.”
      Bei BAföG ist es anders: dabei handelt es sich um einen Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten. Daher muss BAföG nicht gegengerechnet werden.
      Viele Grüße,
      Alexander Müller von steuernsparen.de

  27. 53
    Robert Harms

    Hallo,
    wie verhält es sich mit der km-Pauschale wenn ich direkt von der Arbeit zur Fortbildungsstätte fahre und von dort dann nach Hause?
    In meinem Fall habe ich ca. 60 km von der Arbeit zur Abendschule und ca. 40 km anschließend nach Hause.
    Darf ich somit 80 km oder gar 100 km anrechnen?

    Grüße
    Robert H.

    • 54
      Alexander Müller

      Hallo Robert,
      vielen Dank für die gute Frage! Es können dann 100 km angesetzt werden. Da die Fortbildung außerhalb des normalen Jobs stattfindet, kann man die Kosten nach Dienstreisegrundsätzen absetzen. Das bedeutet, die tatsächlich gefahren Kilometer mit jeweils 0,30€.

      Viele Grüße,
      Alexander Müller, Tax Specialist von steuernsparen.de

  28. 55
    Sandra G.

    Guten Tag,
    Wenn ich zu meiner Fortbildung die über mehrere Jahre läuft 50% vom Arbeitgeber steuerfrei erstattet bekomme, muss ich dies von meinen Fortbildungskosten in der Steuererklärung abziehen?
    Eine weitere Frage: wenn ich für Vorlesungen im Ausland an Präsenzphasen teilgenommen habe und hierfür bereits vom Unternehmen eine Verpflegungspauschale erhalten habe, muss ich dies bei Fortbildungskosten angeben oder als Dienstreise bei Reisetätigkeit?
    Vielen Dank!
    Viele Grüße,
    Sandra G.

    • 56
      Alexander Müller

      Hallo Sandra,

      vielen Dank für deine Frage.
      1. Ja, Erstattungen müssen immer von den Fortbildungskosten in der Steuererklärung abgezogen werden. In unserem Steuerprogramm gibt man zuerst alle Kosten an, danach die Erstattungen. In der Steuererklärung erscheint es dann als eine Summe.
      2. Wenn die Verpflegungspauschale für die Fortbildung gezahlt wurde, dann auch dort die Erstattung angeben. Aber daran denken: im Ausland ist die steuerfreie Verpflegungspauschale teilweise höher. Falls der Arbeitgeber nur die Beträge für das Inland erstattet hat, geht da steuerlich vielleicht noch ein bißchen was. Grundsätzlich gilt ja bei der Verpflegungspauschale: gebe ich die Erstattung des Arbeitgebers an, darf ich auch nicht vergessen diese Pauschalen gleichzeitig als Werbungskosten anzusetzen. Hat man schon die kompletten Kosten der Fortbildung erstattet bekommen, kann man auch die Angaben zur Fortbildung in der Steuererklärung weglassen.

      Die Steuerprogramme von buhl leiten dich aber automatisch durch alles durch.

      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist von steuernsparen.de

  29. 57
    Nori

    Guten Tag,
    im Jahr 2017 habe ich Sprachkurze besucht, um hier im Deutschland arbeiten zu können. Damals hatte ich keine Arbeit und ich habe mich selbst finanziert.
    Ich bin erst im Jahr 2019 mit dem Arbeit angefangen.
    Kann ich die Kosten ( Kurzgebühren und Fahrkosten) in der Steuererklärung von 2019 als Werbungskosten beantragen?

    Vielen Dank im Voraus.

    • 58
      Alexander Müller

      Hallo und vielen Dank für die Frage.

      Bei einem Sprachkurs für Deutsch ist es steuerlich nicht ganz so einfach. Das Finanzamt erkennt diese Kosten an, wenn der Deutschkurs “zwingend für den angestrebten Beruf ist”. Dazu gibt es Urteile, dass dann die Kosten als Werbungskosten anerkannt werden.

      Leider verbietet es das Steuerberatergesetz, dass wir eine Steuerberatung im Einzelfall vornehmen dürfen. Daher muss ich leider auch so allgemein antworten. Ich bitte da um Verständnis.

      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist von steuernsparen.de

  30. 59
    Vanessa Radszat

    Hallo,

    ich habe jetzt folgende Fragen:

    1. Ich mache ein Fernstudium, welches ich voll Privat bezahle. Ich habe bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung seit Januar 2019. Das Studium habe ich aber bereits während meiner Ausblidung begonnen.
    Da es sich in meinem Fall um ein Erststudium handelt, sind des meiner Meinung nach Sonderausgaben ?!

    2. Ich habe mir jetzt für dieses Studium einen neuen Laptop zugelegt, welchen ich ausschließlich für dieses Fernstudium nutze. Wo muss ich das angeben und vor allem wie gebe ich es richtig an ?

    Viele Grüße

    Vanessa R.

    • 60
      Alexander Müller

      Hallo Vanessa,

      vielen Dank für die Frage. Zunächst muss ich darauf hinweisen, dass wir nach dem Steuerberatergesetz keine Steuerberatung im Einzelfall durchführen dürfen. Daher muss ich die Fragen allgemein beantworten.

      1. Steuerlich ist es tatsächlich so, dass nur die Kosten einer Erstausbildung Sonderausgaben sein können. Wurde schon eine Ausbildung abgeschlossen (mindestens 1 Jahr Dauer) ist dann jede weitere Ausbildung eine Zweitausbildung. So ist auch ein (Erst-)Studium steuerlich eine Zweitausbildung, wenn man vorher schon z.B. eine Berufsausbildung abgeschlossen hat.
      2. Im Steuerprogramm würde man ein Laptop unter dem Punkt “Werbungskosten -> Fortbildung” eingeben. So kann das Finanzamt auch den Zusammenhang zwischen Laptop und Fortbildung herstellen. Dort findest Du auch entsprechende Anleitungen und Erläuterungstexte.

      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist von steuernsparen.de

  31. 61
    Katharina

    In welcher Form muss ich die Fortbildungskosten nachweisen? Meine Chefin ist Rechnungsempfängerin verschiedener Fortbildungen, die ich 2019 besucht habe. Ich habe ihr die Hälfte der Kosten bezahlt und habe darüber eine Quittung. Reicht das zur Vorlage beim Finanzamt aus?

    • 62
      Alexander Müller

      Hallo und vielen Dank für die Frage,

      grundsätzlich muss man dem Finanzamt auf Nachfrage natürlich die Art der Fortbildung und die Kosten nachweisen. Jeder “geeignete” Beleg geht. Daher sollte auf Quittungen möglichst genau angegeben sein, wofür genau was bezahlt wurde. Je leichter das Finanzamt die Fortbildungskosten nachvollziehen kann, umso besser. Aber falls die Quittungen dem Finanzamt nicht reichen, wäre es sicher hilfreich die Originalrechnungen auf Nachfrage vorlegen zu können.

      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist von steuernsparen.de

    • 64
      Anna Maringer

      Hallo Frau Müller,

      grundsätzlich muss das BaföG als Zuschuss zum Lebensunterhalt nicht in der Steuererklärung angegeben werden. Das AufstiegsbaföG enthält jedoch einen Bildungszuschuss von 40%, der gezielt für Bildungskosten ausgezahlt wird und deshalb von den Fortbildungskosten abgezogen werden muss.
      Viele Grüße
      Anna aus Ihrer :buhl-Redaktion

  32. 65
    Anne

    Schönen guten Tag, wie sieht es aus, wenn der Arbeitgeber 75% der Kursgebühren übernimmt, ich jedoch die restlichen 25% der Kursgebühren sowie 100% der Prüfungsgebühren und 100% der Lernmaterialien zahlen muss? Kann ich meine Anteile dann trotzdem steuerlich absetzen? Außerdem möchte ich eine Weiterbildung bei der IHK absolvieren, besitze selbst aber schon einen Masterabschluss. Kann das zu Problemen führen? Die IHK-Weiterbildung bezieht sich auf meinen aktuellen Beruf.
    Vielen Dank im Voraus!
    Viele Grüße
    Anne

    • 66
      Alexander Müller

      Hallo Anne,
      leider darf ich im Einzelfall keine Steuerberatung vornehmen. Dies ist aufgrund des Steuerberatergesetzes nur bestimmten Berufsgruppen vorbehalten. Daher antworte ich allgemein und bitte um Verständnis:

      1. alles, was man selbst bezahlt hat einfach als Fortbildungskosten angeben. Wenn der Arbeitgeber bei bestimmten Kosten nur Anteile übernommen hat, gibt es zwei Wege: Entweder nur die eigenen Kosten eintragen. Oder als eleganteren Weg immer 100% aller Kosten und dann zusätzlich die Erstattung des Arbeitgebers. So funktioniert auch unsere Steuer-Software.
      2. Jede Fortbildung / Weiterbildung nach einer bereits abgeschlossenen Berufsausbildung kann man steuerlich als Werbungskosten absetzen.

      viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist von steuernsparen.de

  33. 67
    Felix B.

    Muss ich die Fortbildungskosten im Jahr der Zahlung oder im Jahr der stattgefundenen Fortbildung angeben? Beispielsweise habe ich im Januar 2020 eine Fortbildung besucht, die Fortbildungsgebühr allerdings bereits im November 2019 bezahlt.

    • 68
      Alexander Müller

      Sehr geehrter Felix,

      bei den Fortbildungskosten von Arbeitnehmern gilt auch das strenge Zu- und Abflussprinzip von §11 des Einkommensteuergesetzes. Das bedeutet: Ansatz der der Kosten immer im Jahr der Zahlung. In Deinem Beispiel würden die Kosten im Steuerjahr 2019 angesetzt, da dort bezahlt. Eine recht interessante Möglichkeit, da ich z.B. statt Ratenzahlung über mehrere Jahre die Kosten einer Fortbildung komplett zu einem Zeitpunkt bezahlen könnte und dann auch alles in einem Jahr steuerlich geltend machen kann. Der Steuervorteil durch hohe Werbungskosten kann so viel deutlicher ausfallen!

      Viele Grüße
      Alexander Müller von der buhl:Redaktion

  34. 69
    Christoph S.

    Hallo,
    kann man die Verpflegungspauschale auch dann ansetzen, wenn man direkt nach der Arbeit zur Fortbildung fährt?
    In diesem Fall ist man ja auch länger als 8 Stunden abwesend.
    Bspl: Arbeitszeit 9.00Uhr -17:30Uhr anschließend direkt zur Fortbildung 18:00Uhr -21:30Uhr
    Das ganze zwei mal pro Woche dazu gelegentlichen Samstagskurse, die aber keine 8 Stunden Abwesenheit benötigen.

    • 70
      Alexander Müller

      Hallo sehr geehrter Christoph,

      vielen Dank für die Frage – die ja wirklich interessant ist! Leider ist es so, dass im Gesetz steht: “…mehr als 8 Stunden von seiner Wohnung und ersten Tätigkeitsstätte abwesend…”. Der “normale” Arbeitstag vorher zählt also nicht mit in die Berechnung rein.

      Viele Grüße,
      Alexander Müller von der buhl:Redaktion

  35. 71
    D. Heidelmeyer

    Guten Tag,

    könnten Sie bitte kurz erläutern, wie es sich mit Übernachtungen im Ausland im Rahmen von Fortbildungen verhält? Können die offiziellen Übernachtungspauschalen in Abhängigkeit des Landes geltend gemacht werden oder nur ausschließlich die tatsächlich entstandenen Kosten nach z.B. Hotelrechnung?
    Natürlich wird dabei angenommen, dass der Arbeitgeber die entstandenen Übernachtungskosten nicht ersetzt und der Arbeitnehmer dies steuerlich geltend machen möchte (im Rahmen von Fortbildungskosten als Werbungskosten).

    Vielen Dank im Voraus für die Erklärung!

    Freundliche Grüße,
    D. Heidelmeyer

    • 72
      Alexander Müller

      Sehr geehrter Herr Heidelmeyer,

      vielen Dank für Ihre interessante Frage! Beruflich veranlasste Übernachtungskosten, egal ob In- oder Ausland, können nur mit den tatsächlichen Kosten als Werbungskosten angesetzt werden. Das entsprechende Schreiben des Bundesfinanzministeriums u.a. zu den Übernachtungspauschalen im Ausland (BMF, 28.11.2018 für 2019) gilt nur noch für den steuerfreien Ersatz des Arbeitgebers. Heißt: der Arbeitgeber kann dem Arbeitnehmer entweder die Pauschale oder die tatsächlichen Kosten ersetzten.

      Im BMF-Schreiben heisst es ganz genau: Die Pauschbeträge für Übernachtungskosten sind ausschließlich in den Fällen der Arbeitgebererstattung anwendbar (R 9.7 Absatz 3 LStR und Rz. 123 des BMF-Schreibens vom 24.10.2014, BStBl 2014 I S. 1412). Für den Werbungskostenabzug sind nur die tatsächlichen Übernachtungskosten maßgebend (R 9.7 Absatz 2 LStR und Rz. 112 des BMF-Schreibens vom 24.10.2014, BStBl 2014 I S. 1412); dies gilt entsprechend für den Betriebsausgabenabzug (R 4.12 Absatz 2 und 3 EStR).

      Viele Grüße,
      Alexander Müller von der buhl:Redaktion

    • 74
      Alexander Müller

      Hallo sehr geehrter Herr Poslovsky,

      ja, das Arbeitszimmer gehört innerhalb der gesetzlichen Vorgaben auch mit zu den Fortbildungskosten! Den Hinweis nehmen wir gerne noch mit auf!

      Viele Grüße,
      Alexander Müller von der buhl:Redaktion

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