Kosten für Bildungsurlaub

Kosten für Bildungsurlaub

Als Werbungskosten steuerlich absetzbar?


Egal ob eine Englisch-Sprachreise nach Kapstadt, ein Kurs im professionellen Redenschreiben oder eine zertifizierte Fitnesstrainer-Ausbildung: Beim Bildungsurlaub können Sie sich vielfältig fortbilden.

Was ist Bildungsurlaub?

In vielen Bundesländern besteht für Arbeitnehmer ein Rechtsanspruch auf bezahlte Freistellung von der Arbeit für die Weiterbildung, etwa fünf Arbeitstage. Dieser Bildungsurlaub soll für die berufliche, allgemeine oder politische Weiterbildung genutzt werden.

Laut Bildungsurlaubsgesetz müssen Arbeitnehmer die Kosten für den Lehrgang sowie für Anreise, Unterkunft und Verpflegung selbst zahlen. Oftmals unterstützen Arbeitgeber das Engagement jedoch auch mit Zuschüssen. Doch: Wie erfolgt der steuerliche Abzug der Kosten?

Auf die berufliche Veranlassung kommt es an

Dient die Bildungsmaßnahme Ihrer beruflichen Weiterbildung? Dann können Sie die Aufwendungen in Ihrer Steuererklärung als Werbungskosten absetzen. Folgende Kosten mindern dabei Ihre Steuer:

Ausgaben für

  • Teilnahme
  • Anfahrt
  • Verpflegung
  • Unterkunft

Erstattungen Ihres Arbeitgebers müssen Sie von den Ihnen entstandenen Kosten abziehen.

Voraussetzung für den steuerlichen Abzug ist, dass ein objektiv nachvollziehbarer Zusammenhang zwischen Ihrer beruflichen Tätigkeit und der Bildungsmaßnahme besteht. Ziel muss es sein, dass Sie durch die Teilnahme am Kurs Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse im Job erhalten, erweitern oder geänderten Anforderungen anpassen.

Sofern die Bildungsmaßnahme der allgemeinen oder politischen Weiterbildung dient, werden die Kosten steuerlich nicht berücksichtigt.

Mehr Informationen rund um das Thema Bildungsurlaub erhalten Sie hier. 

Staatspolitische Bildungsreise nicht absetzbar

Vor Jahren hat das Saarländische Finanzgericht entschieden, dass die Kosten einer Beamtin für staatspolitische Bildungsreisen auch dann nicht steuerlich anerkannt werden, wenn die Beamtin hierfür Bildungsurlaub erhalten hat (Aktenzeichen 2 K 1127/07).

Die Zollbeamtin nahm an einer viertägigen Fahrt zum Kloster Neustift in Brixen teil, wo ein Seminar der Hanns-Seidel-Stiftung zum Thema „Die europäische Einigung“ stattfand. Außerdem war sie Teilnehmerin an einer viertägigen Informationsfahrt auf Einladung einer Bundestagsabgeordneten nach Berlin, an einer viertägigen Reise mit der Deutschen Beamtenjugend nach Wien und an einer eintägigen Reise mit der Arbeitnehmer-Union nach Bamberg.

Hier handelt es sich um staatspolitische Bildungsreisen, die dem privaten Bereich zuzuordnen sind. Sie sind nicht deshalb beruflich veranlasst, weil ein Beamter verpflichtet ist, sich durch sein gesamtes dienstliches und außerdienstliches Verhalten zu der freiheitlich demokratischen Grundordnung zu bekennen und für deren Erhaltung einzutreten. Dies gilt unabhängig davon, ob dem Beamten für eine Reise Bildungsurlaub gewährt worden ist.

+ Hier gibt es noch keine Kommentare

eigener Kommentar

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.