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Dienstag, 11. Oktober 2016 Nicole Gottschlich | Kategorie: Business-Basics

Productized Services: Dienstleistungen werden Produkte

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Wer seine Arbeitskraft selbstständig vermarkt, kann angesichts der aktuell günstigen Wirtschaftslage gute Honorare erzielen. Doch selbst bei attraktiven Stunden- oder Tagessätzen und hoher Auslastung ist das Ende der Einkommens-Fahrenstange schnell erreicht: Die persönliche Arbeitszeit lässt sich halt nicht beliebig verlängern.

Kein Wunder, dass viele Freiberufler und Freelancer davon träumen, ihren Kunden skalierbare Angebote zu machen. Stichwort „Passives Einkommen“ oder auch „Productized Services“. Doch wie umgeht man die berüchtigte Zeit-gegen-Geld-Falle?

Vorweg: Productized Services sind etwas anderes als klassische Mehrfach-Verwertung oder andere Formen „passives Einkommens“. Wenn…

  • freiberufliche Autoren ihren Content als E-Books oder gedruckte Sach- und Fachbücher vertreiben,
  • Berater und Coaches ihr Know-how in Form von Online-Kursen verkaufen oder
  • Künstler und Programmierer, ihre Werke als Downloads verwerten,

…dann bieten sie bei Licht betrachtet gar keine Dienstleistungen mehr an, sondern Produkte. Der Productized-Services-Ansatz besteht dagegen darin…

  • sich auf eine sehr spezielle Service-Nische zu konzentrieren (z. B. spezifische Aufgaben für eine ganz bestimmte Zielgruppe / Branche),
  • die dazugehörigen Dienstleistungs-Abläufe genau zu analysieren und strukturieren,
  • sie möglichst weitgehend zu standardisieren und womöglich sogar zu automatisieren,
  • genau definierte Leistungspakete zu schnüren und
  • sie falls nötig ganz oder teilweise an (andere freie) Mitarbeiter zu vergeben.

Wie solche Service-Standardisierungen und Verwertungen in der Praxis aussehen, zeigen die 32 Examples of Scalable Consulting. Anders als der Titel vermuten lässt, geht es nicht nur um Beratungsleistungen. Vielmehr reichen die Angebote…

  • vom „Cashflow”-Podcasting, Web-Design- und ähnlichen Kreativleistungen
  • über Consulting, Coaching und Content-Erstellung
  • bis hin zu „Zen”-Buchhaltung und anderen Finanzdienstleistungen.

Die englischsprachigen Beispiele sind gewiss nicht der Weisheit letzter Schluss, und sie lassen sich auch nicht alle 1:1 auf den deutschen Markt übertragen. Sie bieten aber eine Menge Denkanstöße für die Optimierung des eigenen Freelancer-Geschäftsmodells. Vor allem aber sind Productized Services kein Widerspruch zum traditionellen 1:1-Tausch „Arbeitszeit gegen Honorar“: Schließlich hindert Sie niemand daran, komplexe Premium-Dienstleistungen weiterhin als klassische Einzelprojekte abzurechnen.

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