Grundlagenwissen zum Mitgliedsbeitrag im Verein

Der Mitgliedsbeitrag im Verein ist ein sensibles Thema. Als Vereinsmanager bzw. Vereinsverwalter oder Vereinsvorstand steht man in der Verantwortung, sich Gedanken um die finanzielle Aufstellung seines Vereins zu machen.
Dabei ist der Mitgliedsbeitrag oftmals die einzig wirklich stabile Geldquelle, die ein Verein verzeichnet.
Dennoch sind mit dem Thema des Mitgliedsbeitrags durchaus auch Komplikationen verbunden: Technische sowie menschliche.

Auf der einen Seite stehen Buchhaltung, Kassenbuch und alles, was das Beitragswesen betrifft.

Auf der anderen Seite gibt es da die Mitglieder, die bei etwaigen Erhöhungen streiken oder mit Unverständnis und Unmut reagieren.

 Transparenz ist das höchste Gebot im Umgang mit dem sensiblen Thema des Mitgliedsbeitrages.

Echte oder unechte Mitgliedsbeiträge? Wo liegt der Unterschied?

Auf dieser Seite helfen wir Vereinsmanagern bei einem einfacheren Umgang mit dem sensiblen Thema Mitgliedsbeitrag.

Ihr findet Antworten auf folgende Fragen:

 

  1. Wie berechne ich faire Mitgliedsbeiträge?
  2. Wer bestimmt über die Höhe der Beiträge?
  3. Wie gehe ich bei einer Erhöhung vor?
  4. Wie staffele ich Mitgliedsbeiträge?
  5. Was passiert, wenn ich es versäumt habe, die Mitgliedsbeiträge rechtzeitig einzuziehen?
  6. Wie finde ich die passende Zahlungsart für meinen Verein?
  7. Was tun, wenn die Mitglieder nicht zahlen?
  8. Kann ein Verein auch ohne Mitgliedsbeiträge bestehen?
  9. Können Mitgliedsbeiträge auch Spenden sein?
  10. Was unterscheidet echte von unechten Mitgliedsbeiträgen?

1. Wie berechnet man einen fairen Mitgliedsbeitrag?

Das ist die Königsfrage!

Kurz und knapp kann man sich an diesen Zahlen bei der Beitragsrechnung orientieren:

  1. Kosten des Vereins pro Jahr
  2. Einnahmen des Vereins ohne Mitgliederbeiträge
  3. Differenz aus 1. und 2. bilden
  4. Puffer einplanen.
    Denn keine Einnahmequelle ist so beständig wie der Mitgliedsbeitrag.
    Sponsoren können zahlungsunfähig werden, sonstige Einnahmen können aus vielfältigen Gründen wegfallen.
  5. Zu erwartende Mitgliederzahl berücksichtigen: Mit wie vielen Austritten und Eintritten kann man rechnen?
  6. Der Differenz (3.) wird nun der Puffer (4.) zugeschlagen und dieser Wert durch die erwartete Mitgliederzahl (5.) geteilt

Beitragsrechnung im Verein - Wie berechnet man einen fairen Mitgliedsbeitrag? Grundformel für zufriedene Mitglieder - Formel für Mitgliedsbeitrag

Wie Vorstände mit dem Thema umgehen sollten, erklären wir euch hier genauer. 

 2. Wer bestimmt über die Höhe des Mitgliedsbeitrages?

Über die Höhe des Beitrages entscheidet letztendlich die Mitgliederversammlung. 

Da dieser Weg bei kleinen Beitragsanpassungen allerdings der umständlichere ist, kann man in der Satzung vereinbaren, dass der Vereinsvorstand über die Höhe der Mitgliedsbeiträge entscheidet.

In manchen Situationen kann diese Regelungen einige Vorteile haben. Sie vermeidet beispielsweise endlose Debatten in der Mitgliederversammlung.

Dennoch sollte man darauf achten, dass der Vorstand nicht vorschnell über die Köpfe der Mitglieder hinweg entscheidet.

3. Den Mitgliedsbeitrag erhöhen: So sollte man vorgehen

Wenn man als Vereinsvorstand den Mitgliedsbeitrag erhöhen will, ohne dabei an Sympathie zu verlieren, sollte man sich an ein Grundrezept halten. Beschließt man voreilig und unter Ausschluss der Vereinsmitglieder eine Beitragserhöhung, so muss man damit rechnen, dass diese Maßnahme nicht unbedingt auf Gegenliebe stößt. Um den Frieden im Verein zu wahren,

Beachte folgende 3 Tipps, wenn du Beitrage schonend erhöhen möchtest.

  1. Nimm immer nur kleine und angemessene Beitragserhöhungen vor,
  2. Kommuniziere die Erhöhungen transparent – das sorgt für Nachvollziehbarkeit und Verständnis,
  3. Begründe die Beitragserhöhung umfassend

4. Eine Staffelung der Mitgliedsbeiträge anbieten

Vereine sind so bunt wie ihre Mitglieder. Manchmal versammeln sich dort ganz unterschiedliche Menschen. Diese haben unterschiedliche finanzielle Möglichkeiten. Deshalb kann es ganz sinnvoll sein, eine Staffelung für den Mitgliedsbeitrag anzubieten. Für welche Vereine sich ein solches System empfiehlt, welche Vor- und Nachteile eine Beitragsstaffelung bietet und welche Stufen man anbieten kann, kannst du hier nachlesen. 

 5. Wann verjähren Mitgliedsbeiträge und wie kann man das verhindern?

Falls du versäumt hast, die regelmäßigen Mitgliedsbeiträge einzuziehen, dann solltest du im Hinterkopf behalten, dass es auch hierfür eine Verjährungsfrist gibt. Diese beträgt nach §195 BGB drei Jahre. 

Um die Zahlungsfähigkeit deines Vereins nicht zu gefährden, solltest du stets auf die fristgerechte Erhebung der Beiträge achten.
Diese 3 Tipps helfen dir, dies umzusetzen:

  1. Sorge für einen fairen und angemessen Mitgliedsbeitrag, der „gern“ bezahlt wird.
  2. Erhebe regelmäßig und transparent.
  3. Sorge für eine zeitliche Regelung bei Vereinsaustritten.

Was das genau beinhaltet, kannst du im Beitrag „Wann verjähren Mitgliedsbeiträge?“ nachlesen. 

6. Welche Form des Beitragseinzugs ist die Beste für meinen Verein?

Es gibt verschiedene Formen, den Mitgliedsbeitrag einzuziehen:

  • Barzahlung
  • Einzelüberweisung
  • Dauerauftrag
  • SEPA-Lastschriftmandat

Diese Zahlungsformen gibt es, um den Mitgliedsbeitrag im Verein zu entrichten

Bei der Wahl der richtigen Zahlungsform sollte man darauf achten, dass sie zum Verein und den Mitgliedern passt. Jede hat Vor- und Nachteile. Welche das sind, erfährst du hier. 

7. Und was tun, wenn die Mitglieder nicht zahlen?

Dass Vereinsmitglieder nicht zahlen, kann die unterschiedlichsten Gründe haben. Natürlich kann man nicht immer davon ausgehen, dass die Mitglieder aus Protest nicht zahlen wollen. Auch vorübergehende Zahlungsunfähigkeiten können dahinter stecken. Hier ist ganz besonderes Geschick gefragt, schließlich spricht keiner gerne über finanzielle Probleme. Wie du dabei geschickt vorgehen kannst, erfährst du hier. 

Folgende Anleitung dient dabei als Orientierung:

Wenn die Mitglieder zahlen Schritte für das Vorgehen

8. Kann ein Verein auch ohne Mitgliedsbeitrag existieren?

Kurz gesagt: Ja, es geht.

Empfehlenswert ist es allerdings nicht. Denn der Mitgliedsbeitrag im Verein ist oftmals die einzig stabile Einnahmequelle, die auch nicht wegbrechen kann, wenn alle wirtschaftlichen Stränge reißen, Sponsoren wegfallen, eine Flaute auftritt.
Will ein Verein einen Beitrag erheben, muss dies in der Satzung formuliert werden.
Welche Informationen dort enthalten sein müssen, erfährst du im Beitrag: Ein Verein ohne Mitgliedsbeitrag – geht das?

9. Kann der Mitgliedsbeitrag eine Spende sein?

Der Mitgliedsbeitrag kann dann Spende sein, wenn er an eine gemeinnützige Körperschaft geht, die im Sinne des Spendenrechts förderungswürdig ist.

Bei sogenannten freizeitfördernden Vereinszwecken ist der Mitgliedsbeitrag keine Spende und kann somit auch nicht steuerlich geltend gemacht werden.

Lies hier, was genau den Mitgliedsbeitrag von einer Spende unterscheidet. 

10. Unechte von echten Mitgliedsbeiträgen unterscheiden

Richtig gehört! Es gibt auch „unechte“ Mitgliedsbeiträge. Diese liegen dann vor, wenn der Verein die Mitgliedsbeiträge als verdeckte entgeltliche Leistung zugunsten seiner Vereinsmitglieder nutzt. Aber hier ist Vorsicht geboten! Unechte Mitgliedsbeiträge unterliegen der Besteuerung.

Was es genau es damit auf sich hat und wie man echte von unechten Mitgliedsbeiträgen unterscheidet, erfährst du in diesem Beitrag.