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Homeoffice und Büro: Die perfekte Kombination?

Das Thema Heimarbeit wird schon lange diskutiert und wir alle haben schon viele unterschiedliche Meinungen zur Arbeit im Homeoffice gehört oder gelesen. Fakt ist jedenfalls, dass das Homeoffice in Deutschland als flexibles Arbeitsmodell noch ausbaufähig wäre – zumindest im europäischen Vergleich.

Auch ich selbst arbeite teilweise von zu Hause aus und muss sagen, dass ich die Kombination aus Heim- und Präsenzarbeit im Büro für ideal halte, wenigstens für mich selbst. Denn obwohl das Homeoffice mit Sicherheit nicht die definitive und einzige Lösung für die Arbeitswelt der Zukunft bedeutet, bietet es doch Vorteile für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber. Aber: man muss für das Arbeiten von zu Hause aus gemacht sein.

Diese Vorteile bietet ein Homeoffice

Zunächst einmal liegt auf der Hand, dass die Arbeit im Homeoffice mir viel Zeit und Fahrtkosten erspart. Statt fünf mal in der Woche zwei Stunden hin und zurück zu pendeln, fahre ich nur drei mal. Das ist für mich eine riesen Erleichterung und bedeutet für meinen Arbeitgeber ebenfalls keinen Verlust.

Unterm Strich kann ich diese Zeit sogar gut in die Arbeit investieren, da mir meine Arbeitstage zu Hause eine große Flexibilität bieten. So kann bei Bedarf manchmal auch früh morgens schon etwas erledigt werden, wenn ich sonst noch unterwegs wäre.

Der Vorteil, der am häufigsten genannt wird, ist die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wer gelegentlich zu Hause arbeitet, kann Kinderkrankheitstage besser abdecken. Gleiches gilt, wenn zum Beispiel die Kita mal geschlossen bleibt.

hund pino freut sich über das homeoffice
15:58 Uhr: Erwartungsvoll beäugt mich mein Hund Pino. Zeit, endlich raus zu gehen!

Ich habe zwar keine Kinder, aber in gewisser Weise trifft dieser Punkt dennoch auf mich zu. Mein Hund Pino muss an meinen Homeoffice-Tagen nicht so lange alleine bleiben, und für die Bürotage finden sich andere Lösungen. Während ich gerade an diesem Blogbeitrag schreibe, liegt er unter meinem Schreibtisch auf seinem „Hundeplatz“ und schläft friedlich – über weite Strecken des Tages ist das seine Hauptbeschäftigung.

Gegen 16 Uhr brechen wir dann zum gemeinsamen Spaziergang auf.  Nach unserer Rückkehr begebe ich mich wieder an den Schreibtisch – diese Freiheit kann mir nur das Homeoffice bieten.

Flexible Zeit- und Arbeitsplatzgestaltung sind Aspekte, die sehr vielen Menschen entgegenkommen. Manch einer ist vielleicht ein absoluter Morgenmensch, der zu Hause um 4 Uhr morgens seine kreativsten Einfälle hat. Eine andere Mitarbeiterin erreicht vielleicht um 21 Uhr ihre höchste Produktivität oder findet in ihren eigenen vier Wänden die nötige Ruhe und Konzentration für besonders knifflige Problemlösungen. Bei uns im Büro dagegen kann es manchmal durchaus laut und hektisch zugehen.

Verschiedene Studien behaupten jedenfalls, dass Heimarbeit für eine hohe Arbeitszufriedenheit und Produktivität sorgt. Entgegen der Befürchtungen mancher Arbeitgeber werde weder kürzer noch unkonzentrierter gearbeitet. Außerdem werde die Möglichkeit eines Homeoffice von Mitarbeitern als Wertschätzung und Entgegenkommen aufgefasst und sorge daher für steigende Loyalität gegenüber dem Unternehmen.

Für mich ergeben sich aus dem Nebeneinander von Büro und Homeoffice besonders gute Impulse. Die Abwechslung motiviert mich und bietet mir jede Woche verschiedene Anreize. Ich kann die Zurückgezogenheit zu Hause fürs Schreiben nutzen und gleichzeitig in den direkten Austausch mit meinen Kollegen treten und so immer wieder tolle Anregungen und hilfreiches Feedback für meine Projekte erhalten.

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Diese Nachteile hat die Heimarbeit

Ich lese bisweilen von der Befürchtung, dass Mitarbeiter mit ihren Leistungen weniger wahrgenommen werden, wenn sie von zu Hause aus arbeiten. Angeblich verschwinde man vom „Karriereradar“ der Vorgesetzten und signalisiere, dass an einem Weiterkommen kein Interesse bestehe. Diese Angst finde ich deutlich übertrieben. Inzwischen ist Heimarbeit keine Randerscheinung mehr und die allermeisten Arbeitgeber sollten das richtig einordnen können.

Tatsächlich aber besteht ein großer Nachteil darin, dass die persönlichen Beziehungen zu Kolleginnen und Kollegen unter der eigenen Abwesenheit leiden. Natürlich können E-Mails, Chats und Skype-Gespräche den direkten Austausch nicht ersetzen. Wer Vollzeit im Homeoffice arbeitet läuft Gefahr, nicht richtig ins Team integriert zu werden. Gestern habe ich zum Beispiel unsere „Eisrunde“ bei heißen Temperaturen verpasst – schade! Aber da ich immer wieder zwischen Homeoffice und Büro wechsle, verliere ich nicht den Anschluss ans Team.

Sicherlich ist nicht jeder fürs Homeoffice geeignet. Immerhin bietet das Büro eine gewisse Struktur, die geregelten Arbeitszeiten geben dem Tag einen Rahmen. Außerdem fällt es nicht jedem leicht, die Ablenkungen in den eigenen vier Wänden auszublenden. In der Mittagspause kurz den Haushalt erledigen, mal schnell zwischendurch ein privates Telefonat – dahinter steckt wohl selten die Absicht, den Chef um die eigene Arbeitskraft zu betrügen. Vielmehr brauchen wir klare Regeln, um uns zu fokussieren.

Das Abschalten nach Feierabend will gelernt sein. Manchmal wird mir berichtet, dass jemand den Absprung abends einfach nicht schafft und vor allem zu Hause sehr viele Überstunden ansammelt. Auch dazu gibt es gewisse Studien, die zeigen wollen, dass im Homeoffice sogar häufiger ausgemachter Stress aufkommt.

Nachvollziehen kann ich das insofern, als dass ich zu Hause unbedingt den Eindruck vermeiden will, nicht genug zu arbeiten. Es gibt Leute, die ihr Telefon zu Hause mit auf die Toilette nehmen, um bloß ständig erreichbar zu sein. Hier ergibt sich durchaus eine gefährliche Falle, die sich aber durch einen gut abgesteckten Rahmen vermeiden lässt.

Meine Tipps für mehr Produktivität im Homeoffice

Wie gesagt schwöre ich im Homeoffice auf gewisse Regeln:

  • Ein vernünftiger Arbeitsplatz ist Pflicht. In Unterhose vom Sofa aus geht gar nicht!
  • Jeder Tag braucht Struktur. Einigermaßen geregelte und routinierte Zeiten gehören für mich auch zu Hause einfach dazu.
  • Jeder Tag braucht einen Plan. Ich mache mir besonders im Homeoffice immer klar, was ich an meinem Tag erreichen will, um mich zu fokussieren.
  • Nicht ständig erreichbar sein. So wie ich im Büro auch nicht ständig von meiner Mutter angerufen werde, versuche ich auch im Homeoffice die Kommunikationskanäle zu trennen. Und auch auf die Mail eines Kollegen muss ich nicht immer sofort antworten – das würde er im Büro auch nicht von mir erwarten.
  • Pausen machen. Genau wie im Büro ist es wichtig, hin und wieder ein paar Minuten durchzuatmen, den Blick vom Monitor zu nehmen, mal aufzustehen.
  • Aufhören. Natürlich arbeitet man mal länger, aber man sollte es nicht übertreiben. Nicht umsonst gibt es gesetzliche Bestimmungen zu den maximal erlaubten Arbeitszeiten, und wann Ausnahmen okay sind.
  • Mit Kollegen absprechen. Das Wichtigste ist, sich mit dem Team abzustimmen.

Das sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Vorfeld klären

Ein grundsätzliches Recht auf Heimarbeit wie etwa in den Niederlanden gibt es in Deutschland bisher nicht. Allerdings kann im Arbeitsvertrag oder einer Betriebs­ver­ein­barung die Option festgehalten werden. In jedem Fall muss der Arbeitgeber seine Zustimmung geben. Wird einem Arbeitnehmer gestattet, von daheim zu arbeiten, ergibt sich daraus nicht automatisch der gleiche Anspruch für die Kollegen.

Auch nachträglich kann die Heimarbeit natürlich genehmigt werden, doch sollte man auch hier alle wichtigen Fragen über eine Verein­barung oder eine Vertragsänderung klar regeln. Welchen wöchentlichen Stundenumfang hat die Heimarbeit? Um welche Wochentage geht es? Zu welchen Zeiten muss der Arbeitnehmer telefonisch erreichbar sein? Soll er gegebenenfalls zu Hause nur bestimmte Arbeiten erledigen?

Schließlich geht es noch um die Ausstattung des Heimar­beits­platzes. Nutzt der Arbeitnehmer im Homeoffice den eigenen PC, Telefon, Schreibtisch etc. stellt sein Unternehmen diese Dinge zur Verfügung? Sofern die Arbeit daheim auf alleinigen Wunsch des Angestellten eingeführt wird, kann er keine technische Ausstattung von seiner Firma verlangen. Definitiv ist der Mitar­beiter auch selbst dafür verant­wortlich, seinen Arbeits­platz nach den geltendem Arbeits­schutz- und Daten­schutz­be­stim­mungen einzurichten.

Wie bei so ziemlich allem, was unsere Arbeit und das kollegiale Miteinander betrifft, kann ich nur zu klaren Absprachen raten. In der Regel werden sich weder Chef noch Mitarbeiter bei diesem Thema querstellen, denn beide können davon profitieren.

Mein Fazit

Da ich sowohl zu Hause als auch im Büro arbeite, ergeben sich für mich die Vorteile beider Arbeitsplätze. Während ich im Homeoffice besonders gut Dinge im Stillen erledigen kann, lassen sich Teamprojekte vor Ort unkompliziert organisieren. Diese Abwechslung motiviert mich und ich habe auch nicht das Gefühl, gegenüber meinen Kolleginnen und Kollegen irgendwie außen vor zu bleiben. Klare Strukturen und ebenso klare Kommunikation hilft mir dabei, meine sowie unsere gemeinsamen Ziele an beiden Orten zu verfolgen und auch zu erreichen.

Ein Fan des Homeoffice: Till HensenTill Dahlmanns ist bei der Buhl Data Service GmbH als Marketing Manager mit Schwerpunkt Content Marketing tätig. Unter anderem kümmert er sich um den MeinBüro-Blog und hat ein Faible für Geschichten rund um Themen wie die Gründerszene, Software, Entwicklungen in der Arbeitswelt und vieles mehr.

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