MeinBürofür Mac
Buchführungspflicht: Höhere Umsatz- und Gewinn-Schwellenwerte ab 2016

Buchführungspflicht: Höhere Umsatz- und Gewinn-Schwellenwerte ab 2016

Buchführung ist ein teures Vergnügen. Das jedenfalls haben Expertenbefragungen des Statistischen Bundesamtes ergeben:

  • Allein die handels- und steuerrechtlichen Buchführungsvorschriften verursachen demnach durchschnittliche Kosten von 7.500 Euro pro Betrieb und Jahr. Besonders viel Arbeit machen dabei doppelte Buchführung, Inventur, Bilanz und die übrigen Teile des Jahresabschlusses.
  • Nicht buchführungspflichtige Selbstständige und kleine Gewerbebetriebe kommen etwas günstiger davon: Die vereinfachte Gewinnermittlung („Einnahmenüberschussrechnung“, EÜR) und die dazugehörigen bürokratischen Pflichten schlagen im Schnitt mit 3.900 Euro pro Betrieb und Jahr zu Buche.

Eine Befreiung von der Buchführungspflicht bringt rechnerisch also eine jährliche Entlastung von 3.600 Euro pro Betrieb. Stimmen diese Größenordnungen halbwegs, können sich nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes bis zu 140.000 Gewerbetreibende im Schnitt auf eine spürbare monatliche Kostenentlastung von 300 Euro freuen.
Denn durch das kürzlich beschlossene Bürokratieentlastungsgesetz (PDF, 338 KB) werden die Umsatz- und Gewinn-Schwellenwerte der Buchführungsvorschriften in § 241a HGB und § 141 AO um 20 % angehoben: Sofern …

  • der Jahresumsatz 600.000 Euro (bislang: 500.000 Euro) und
  • der Jahresgewinn 60.000 Euro  (bislang: 50.000 Euro)

… nicht übersteigen, sind selbstständige Gewerbetreibende, Einzelunternehmer und sogar eingetragene Kaufleute (e.K.) von der Pflicht zur kaufmännischen doppelten Buchführung und den dazugehörigen Aufgaben befreit. Dazu gehört auch das „Aufstellen des Inventars“ und das Erstellen eines Jahresabschlusses.

Praxistipp: Falls Sie bislang Bücher geführt haben und in 2015 voraussichtlich unter den neuen Umsatz- und Gewinn-Schwellenwerten bleiben, sprechen Sie am besten bald Ihren Steuerberater an. Ein Wechsel der Gewinnermittlungsart ab kommenden Jahr ist dann zulässig – sollte jedoch gut durchdacht und gründlich vorbereitet sein.

Diese Beiträge könnten
Ihnen auch gefallen

Hier finden Sie aktuelle Themen rund um die Themen MeinBüro, Features & Funktionen sowie News & Trends und vieles mehr.
14.11.2018

Experten-Tipp: Wie geht eigentlich Differenzbesteuerung?

In unseren Software-„Crashkursen“ plaudern erfahrene Experten und Praktiker aus dem Nähkästchen. Einer von ihnen ist Unternehmensberater und ...
15.10.2018

go-digital: Unterstützung auf dem Weg in die digitale Zukunft

Alle Welt redet von der Digitalisierung. Wer nicht mitmacht, wird abgehängt. Klar. Klar? Was genau verbirgt sich ...
15.10.2018

Hohe Steuer-Strafzinsen? Einspruch, Euer Ehren!

Den aktuellen Leit-Zinssatz kann man sich leicht merken: Er liegt in Euroland seit zweieinhalb Jahren bei 0,00%. ...

Newsletter abonnieren

Gerne ermitteln wir gemeinsam mit Ihnen, wie unsere flexible Cloudlösung Sie bei Ihrer mobilen Büroarbeit unterstützen kann.