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Donnerstag, 3. August 2017 Till Hensen | Kategorie: Recht & Steuern

Wie mache ich eine Umsatzsteuer-Voranmeldung?

Die meisten Unternehmer müssen regelmäßig eine Umsatzsteuer-Voranmeldung (UStVA) abgeben. Bei Gründern kommt dann zum ersten Mal die Frage auf: Wie mache ich eine Umsatzsteuer-Voranmeldung? Dabei ist das Ganze gar nicht so kompliziert:

wie mache ich eine umsatzsteuer-voranmeldung

(Marco Rullkoetter/Shutterstock.com)

Muss ich eine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben?

Grundsätzlich gilt, dass alle Unternehmer eine Umsatzsteuer-Voranmeldung machen müssen, die umsatzsteuerpflichtige Leistungen anbieten. Es gibt aber zwei Ausnahmen:

  1. Wer im vergangenen Geschäftsjahr weniger als 17.500€ und im laufenden Jahr voraussichtlich weniger als 50.000€ Umsatz erwirtschaftet, kann die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen und ist damit von der Abgabepflicht befreit. Wichtig: Sollte sich während eines Jahres abzeichnen, dass Sie unerwartet deutlich mehr Umsatz machen, kontaktieren Sie am besten Ihren Steuerberater oder das zuständige Finanzamt.
  2. Bestimmte Berufsgruppen wie Ärzte oder Versicherungsmakler müssen nach § 4 des Umsatzsteuergesetzes ebenfalls keine UStVA abgeben.

Wann ist die Umsatzsteuer-Voranmeldung fällig?

Treffen diese Punkte nicht auf Sie zu, stellt sich die nächste Frage: Wann muss ich meine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben? Für Existenzgründer ist sie schnell beantwortet: Innerhalb der ersten beiden Jahre müssen Sie die Umsatzsteuer-Voranmeldung jeden Monat abgeben.

Nach diesen beiden Jahren können Sie auf Antrag zur quartalsweisen Voranmeldung wechseln, sofern Ihre sogenannte Umsatzsteuerzahllast (= Ihre entstandene Umsatzsteuer minus der abgezogenen Vorsteuer) im Vorjahr  7.500€ nicht überschritten hat. Bei unter 1.000€ können Sie auf eine UStVA sogar ganz verzichten. Dann reicht die jährliche Umsatzsteuererklärung. Diese Voraussetzung sollten Sie unbedingt prüfen, da Sie dadurch eine Menge Zeit sparen können.

Das sind die konkreten Abgabetermine:

Die monatliche UStVA ist bis zum 10. Tag des Folgemonats fällig. Für den Januar ergibt sich beispielsweise der 10. Februar als Abgabedatum.

Die quartalsweise fällige UStVA erwartet das Finanzamt zum 10. Januar, 10. April, 10. Juli und 10. Oktober.

In beiden Fällen gilt, dass die Frist automatisch auf den nächsten Werktag verschoben wird, wenn sie auf das Wochenende oder einen Feiertag fällt. Um einen Monat nach hinten verschieben lässt sie sich noch mit einem Antrag auf Dauerfristverlängerung. Beachten Sie, dass auch für diesen Antrag bestimmte Fristen gelten, die Sie bei Ihrem Finanzamt erfragen können.

Achtung: Die oben genannten Termine gelten auch als Fristen für den Zahlungseingang beim Finanzamt. Daher empfiehlt es sich, eine Einzugsermächtigung zu erteilen. Wenn Sie mit dem Zahlungseingang in Verzug geraten, zahlen Sie ab dem vierten Tag einen Säumniszuschlag. Hier kennt der Fiskus kein Pardon.

Wie mache ich eine Umsatzsteuer-Voranmeldung?

  • Die Umsatzsteuer-Voranmeldung darf ausschließlich in elektronischer Form abgegeben werden, die Papierform wird nur in Härtefällen und auf Antrag akzeptiert.
  • Falls Sie nicht Ihren Steuerberater mit der UStVA und der Datenübermittlung beauftragen, müssen Sie diese per ELSTER abgeben.
  • Dafür brauchen Sie ein Zertifikat für Ihren Rechner, dass Sie über www.elster.de herunterladen können. Höchstwahrscheinlich reicht für Ihre Zwecke die Version ELSTERBasis.
  • Nun können Sie das UStVA-Formular entweder onlinebasiert ausfüllen oder das kostenlose Programm ElsterFormular herunteraden.
  • Alternativ nutzen Sie eine Business-Software mit Elster-Schnittstelle. Mit WISO Mein Büro können Sie die Umsatzsteuer-Voranmeldung mit wenigen Klicks erledigen, genauso wie den Antrag auf Dauerfristverlängerung und weitere Formulare.

Die jährliche Umsatzsteuererklärung

Die Vorauszahlungen, die Sie im Laufe eines Jahres zusammen mit Ihren monatlichen oder vierteljährlichen UStVA geleistet haben, werden am Ende des Jahres mit der
Jahresumsatzsteuerschuld abgeglichen. Dafür müssen Sie eine Umsatzsteuererklärung abgeben.

Das müssen Sie in jedem Fall, auch wenn Sie nicht zur Umsatzsteuervoranmeldung verpflichtet sind. Genau wie Ihre Einkommensteuererklärung müssen Sie die Umsatzsteuererklärung bis zum 31. Mai des Folgejahres in elektronischer Form einreichen.

In der Umsatzsteuererklärung geben Sie sämtliche Umsatz- und Vorsteuerbeträge an, die im jeweiligen Jahr angefallen sind. Ebenfalls angeben müssen Sie dabei die verschiedenen Steuersätze für Ihre Umsätze. Hier sollten sich im Regelfall keine allzu großen Abweichungen von Ihren Umsatzsteuervoranmeldungen ergeben.

Falls doch, müssen Sie eine eventuelle Umsatzsteuerschuld dem Finanzamt gegenüber innerhalb eines Monats nach Abgabe Ihrer Umsatzsteuererklärung unaufgefordert begleichen.

Alles zum Thema Umsatzsteuer finden Sie HIER!

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