Gassi gehen von der Steuer absetzbar

Gassi gehen von der Steuer absetzbar

Steuervorteil für haushaltsnahe Dienstleistung


Deutschland einig Hundeland. Ganze 7,9 Millionen Fellnasen haben es sich in den Wohnzimmern im Lande gemütlich gemacht. Neben Zuneigung und Spaß bringen sie dem Besitzer jedoch auch eines: Kosten. Futter, Tierarzt und nicht zuletzt die Hundesteuer können ganz schön ins Geld gehen. Kleiner Trost: Immerhin die Betreuung der geliebten Vierbeiner können Sie von der Steuer absetzen.

Hundebetreuung zu Hause absetzbar

Lassen Sie Ihren Hund durch einen Dienstleister in Ihren eigenen Wänden füttern, pflegen und betreuen, so mindern diese Kosten als haushaltsnahe Dienstleistung Ihre Steuer. Die Ausgaben sind mit 20 Prozent, maximal 4.000 Euro, direkt von Ihrer Steuerschuld abziehbar (Aktenzeichen VI R 13/15).

Wichtig

Die Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen müssen Sie dem Dienstleister per Banküberweisung zahlen. Für Barzahlungen gibt’s keinen Steuervorteil vom Finanzamt.

Auch Gassi gehen mindert die Steuer

Nach langem Hin und Her stellte nun der Bundesfinanzhof klar: Auch das Ausführen eines Hundes über die Grundstücksgrenzen hinaus ist steuerbegünstigt. Denn es handele sich hierbei um eine Dienstleistung mit einem unmittelbar räumlichen Bezug zum Haushalt, die dem Haushalt bzw. dem haushaltszugehörigen Hund dient. Jedoch gibt’s den Steuervorteil mit der Einschränkung, dass der Vierbeiner maximal für ein bis zwei Stunden ausgeführt wird (Aktenzeichen VI B 25/17).

Auch muss der Hund zum Ausführen im Haushalt des Herrchens abgeholt und nach dem Ausführen wieder dorthin zurückgebracht wird. Dies ist nötig, damit die Dienstleistung als „haushaltsnah“ anerkannt wird.

Vorsicht beim Hunde-Betreuungsservice

Anders sieht es aus, wenn ein Hunde-Betreuungsservice den Hund vom Haushalt abholt und nach Ablauf der Betreuungszeit dort wieder abliefert. Dann sind die Kosten dafür nicht steuerbegünstigt. Denn in diesem Fall findet eine Betreuung nicht in der Wohnung oder auf dem Grundstück des Steuerpflichtigen statt.

Die längerfristige außerhäusliche Betreuung eines Haustiers, z.B. über einen ganzen Tag oder während der Ferien, ist nicht mit dem bloßen Ausführen eines Hundes für ein bis zwei Stunden vergleichbar, die auch während der gewöhnlichen häuslichen Betreuung des Tieres durch den Steuerpflichtigen oder andere haushaltsangehörige Personen anfällt (Urteil des Finanzgericht Münster, Aktenzeichen 14 K 2289/11 E).

1 comment

eigener Kommentar
  1. 1
    Rainer Pflug

    Hallo, wie sieht es denn aus wenn der Hundebesitzer ins Krankenhaus muss ?
    Hundepension – Rechnung über 750 Euro – außergewöhnliche Belastung ?

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