Gesundheitskurse

Gesundheitskurse

Außergewöhnliche Belastungen


Sportliche Aktivitäten erhalten oder fördern die Gesundheit. Yoga-Kurse, Kurse zur Stärkung der Wirbelsäule und Ähnliches gehen ins Geld. Wann aber kann man die Kosten für die Teilnahme an Sportkursen in der Steuererklärung ansetzen?

Maßnahmen zur Heilung oder Linderung einer Krankheit können als außergewöhnliche Belastungen steuermindernd geltend gemacht werden. Aufwendungen für Präventionsmaßnahmen hingegen nicht. Sportliche Aktivitäten, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Erkrankungen des Bewegungsapparats vorzubeugen, sind Privatsache.

Im Falle einer bestehenden Erkrankung können Aufwendungen außergewöhnliche Belastungen im Sinne des Steuerrechts sein. Es entstehen zwangsläufig Kosten zur Heilung der Krankheit oder Linderung der Beschwerden. Soweit Ausgaben hierfür notwendig und angemessen sind, handelt es sich um außergewöhnliche Kosten.

Zu diesen Kosten zählen auch Zuzahlungen, soweit sie nicht von der Krankenkasse übernommen werden.

Wichtig

Eine genaue Einzelverordnung und das Betreiben des Sports unter Verantwortung des Arztes, des Heilpraktikers oder einer sonst zur Ausübung der Heilkunde zugelassenen Person gilt als Nachweis, dass der Sport betrieben wird, um eine Krankheit zu heilen, zu lindern oder zu bessern.

Die Richter des sächsischen Finanzgerichts haben mit Urteil vom 24.01.2011 (Aktenzeichen: 8 K 1403/09) entschieden, dass eine einfache Empfehlung des behandelnden Arztes nicht ausreicht, damit die Aufwendungen steuermindernd angesetzt werden können. Dies ist auch der Fall, wenn, infolge eines körperlichen Leidens, der Sport besonders dringlich notwendig oder ratsam ist.

Sport- und  Gymnastikkurse sind grundsätzlich so konzipiert, dass Krankheiten vorgebeugt werden soll. Auf die Leiden des Einzelnen im Falle einer Erkrankung einzugehen, dafür sind sie nicht geeignet. Die Kursgebühren mindern die Steuerlast nicht.

Der Leistungsanspruch gegen eine Krankenkasse besteht, wenn eine medizinisch notwendige und ausreichende Versorgung gegeben ist. Kein Anspruch besteht, wenn die Zwangsläufigkeit erloschen ist. Dies weist darauf hin, dass die Kosten nicht zu den außergewöhnlichen Belastungen gehören.

Tipp:Die Teilnahme an gesundheitsfördernden Kursen können vom Arbeitgeber steuerfrei gefördert werden. Übernimmt der Arbeitgeber, zusätzlich zum geschuldeten Arbeitslohn, z.B. die Kosten für die Teilnahme an einem Rückenschulungskurs, so müssen diese Kosten nicht als Arbeitslohn versteuert werden. Die Höchstgrenze für die steuerfreie Leistung liegt bei 500 EUR jährlich.

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