Kündigung der Lebensversicherung

Kündigung der Lebensversicherung

Das sollten Sie beachten


Eine Lebensversicherung macht keine Freude mehr. Die Zinsen sind niedrig und die Überschussbeteiligung sinkt ständig. Zudem wurde auch noch die Beteiligung an den Bewertungsreserven stark beschränkt. Bei Kündigung in den ersten Jahren der Vertragslaufzeit ist der Rückkaufswert meistens niedriger als die eingezahlten Beiträge.

Wie sieht es steuerlich bei der Kündigung der Lebensversicherung aus? Ist etwas zu versteuern? Und können Sie einen eventuellen Verlust bei der Steuer absetzen? Hier kommt es auf das Alter des Versicherungsvertrages an.

Altverträge mit Vertragsabschluss vor 2005

Kündigen Sie eine eine „alte“ Lebensversicherung nach 12 Jahren, so ist dies steuerunschädlich. Sie müssen darauf keinerlei Steuern zahlen.

Doch bei Kündigung innerhalb von 12 Jahren nach Vertragsabschluss müssen Sie die Zinsen stets versteuern. Zu versteuern sind sowohl die rechnungsmäßigen Zinsen (garantierten Zinsen) auf die Sparanteile als auch die außerrechnungsmäßigen Zinsen, d.h. die Überschussbeteiligung. Von diesem Betrag behält Ihr Versicherungsunternehmen die Abgeltungsteuer von 25 Prozent ein.

Liegt die ausgezahlte Versicherungsleistung (Rückkaufswert) unter den eingezahlten Beiträgen? Dann ist der „Verlust“ der Vermögensebene zuzuordnen. Folglich können Sie diesen nicht als Werbungskosten bei der Steuer geltend machen (OFD Frankfurt vom 04.11.2008, Urteil des BFH, Aktenzeichen VIII B 40/13).

Auch wenn kaum zu glauben ist: Die Zinsen und Überschüsse sind auch dann steuerpflichtig, wenn ein Verlust entstanden ist und dieser nicht abgezogen werden darf. Obwohl Sie mehr eingezahlt haben als Sie ausgezahlt bekommen, müssen Sie die Zinsen versteuern (Niedersächsisches Finanzgericht, Aktenzeichen 12 K 10521/05).

Neuverträge mit Vertragsabschluss ab 2005

Bei Lebensversicherungen, die ab 2005 abgeschlossen wurden, ist im Fall der Kündigung der Unterschiedsbetrag zwischen dem Rückkaufpreis und der Summe der gezahlten Versicherungsbeiträge steuerpflichtig. Und zwar

  • in voller Höhe, wenn Ihnen die Versicherungsleistung vor dem 60. Lebensjahr (bei Vertragsabschluss ab 2012: 62. Lebensjahr) oder vor Ablauf von 12 Jahren ausgezahlt wird. Ihr Versicherungsunternehmen behält die Abgeltungsteuer von 25 Prozent ein.
  • nur zur Hälfte, wenn Ihnen die Versicherungsleistung erst nach dem 60. bzw. 62. Lebensjahr und nach Ablauf von 12 Jahren seit Vertragsabschluss ausgezahlt wird. In diesem Fall behält das Versicherungsunternehmen die Kapitalertragsteuer von 25 Prozent immer auf den vollen Unterschiedsbetrag ein. Deshalb müssen Sie den halben Unterschiedsbetrag in der Steuererklärung angeben und mit dem individuellen Steuersatz versteuern. Die einbehaltene Kapitalertragsteuer wird auf Ihre Steuerschuld angerechnet. So beträgt die Steuer selbst bei höchstem Steuersatz nur 21 Prozent des Unterschiedsbetrages.

Falls bei frühzeitiger Kündigung die Versicherungsleistung niedriger als die eingezahlten Beiträge ist, können Sie den  negativen Unterschiedsbetrag als negative Einnahmen – nicht als Werbungskosten – aus Kapitalvermögen steuermindernd absetzen (BMF-Schreiben vom 01.10.2009, Tz. 56, 60).

Was Sie tun sollten

Im ersten Fall (Auszahlung vor dem 60. Lebensjahr oder vor Ablauf von 12 Jahren) sollten Sie freiwillig den Differenzbetrag als negative Einnahmen aus Kapitalvermögen in der Steuererklärung in der „Anlage KAP“ geltend machen. Hierzu verlangen Sie vom Versicherungsunternehmen eine Verlustbescheinigung. Die Bescheinigung legen Sie der Steuererklärung bei.

Im zweiten Fall (60/12-Lebensversicherung) besteht für Sie eine Verpflichtung zur Angabe in der Steuererklärung. Deshalb ist hier die normale Verlustverrechnung für negative Einkünfte möglich: Der negative Differenzbetrag wird zunächst mit positiven Kapitalerträgen und darüber hinaus mit positiven Einkünften aus anderen Einkunftsarten verrechnet.

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