Wann ist die Zweitwohnung der Lebensmittelpunkt?

Wann ist die Zweitwohnung der Lebensmittelpunkt?

Neues zur doppelten Haushaltsführung


Unterhalten Sie aus beruflichen Gründen am Arbeitsort eine zweite Wohnung neben Ihrer Hauptwohnung? Dann haben Sie eine grundsätzlich steuerlich absetzbare doppelte Haushaltsführung. Die entstandenen Kosten mindern als Werbungskosten Ihre Steuer – egal, aus welchen Gründen die doppelte Haushaltsführung beibehalten wird und wie lange sie dauert.

Nur nachgewiesene Kosten können Sie absetzen

Bei doppelter Haushaltsführung können Sie folgende Kosten der Zweitwohnung bis zu einem Höchstbetrag von 1.000 Euro pro Monat absetzen:

  • Miete inklusive Nebenkosten der Wohnung
  • Reinigung und Pflege der Wohnung
  • Rundfunkbeitrag
  • Renovierungskosten
  • Miete für einen Kfz-Stellplatz

Wann ist die Zweitwohnung der neue Lebensmittelpunkt?

Doch aufgepasst: Die Zweitwohnung darf nicht zum neuen Lebensmittelpunkt werden, denn sonst endet die doppelte Haushaltsführung. Doch wann liegt dies vor? Der Bundesfinanzhof gab nun bekannt, dass dies anhand einer Gesamtwürdigung aller Umstände im spezifischen Einzelfalls zu beurteilen ist (Beschluss des Bundesfinanzhofes, Aktenzeichen VI B 66/17).

Indizien können beispielweise sein:

  • Wie oft und wie lange halten Sie sich in Ihrer Zweitwohnung auf?
  • Wie oft und wie lange halten Sie sich in Ihrer Hauptwohnung auf?
  • Wie ist die Ausstattung beider Wohnungen?
  • Welche Größe haben beide Wohnungen?
  • Wie lange halten Sie sich am Beschäftigungsort auf?
  • Wie weit ist die Entfernung beider Wohnungen zueinander?
  • Wie oft fahren Sie von Ihrer Zweitwohnung zur Hauptwohnung?
  • Zu welchem Wohnort bestehen die engeren persönlichen Beziehungen? (z.B. Art und Intensität der sozialen Kontakte, Vereinszugehörigkeiten und andere Aktivitäten)

Wenn sich der Lebensmittelpunkt verlagert

Doch der Lebensmittelpunkt kann sich auch während Ihrer doppelten Haushaltsführung von Ihrer Hauptwohnung auf Ihre Zweitwohnung verlagern, beispielsweise wenn

  • die Familie an den Beschäftigungsort umzieht und Sie damit die Hauptwohnung aufgeben oder nur noch für Besuchszwecke vorhalten.
  • der Familienhaushalt zwar weiterbesteht, dieser aber nicht mehr Ihren Lebensmittelpunkt darstellt. Das ist anzunehmen, wenn Sie sich von Ihrem Ehepartner getrennt haben und mit einer Lebensgefährtin in der Zweitwohnung zusammenziehen.
  • die Zweitwohnung in Größe und Ausstattung die Hauptwohnung übertrifft. Dann spricht vieles dafür, dass die eigentliche Haushaltsführung und der Lebensmittelpunkt an den Beschäftigungsort verlegt wurden. Ist die Zweitwohnung mehr als doppelt so groß wie die Hauptwohnung, ist von einer Verlegung des Lebensmittelpunktes auszugehen.
  • Eheleute, Lebenspartner oder Lebensgefährten in der Zweitwohnung am auswärtigen Beschäftigungsort zusammenleben. Dann nämlich müssen die Beamten besonders prüfen, ob die Hauptwohnung noch der Lebensmittelpunkt ist.

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