Aufwandsspenden für Vereine

Aufwandsspenden für Vereine

Weniger Bürokratie bei Verzichtserklärung


Viele Menschen engagieren sich ehrenamtlich in Vereinen und Verbänden, in Organisationen und Kirchen. Das gilt für Vorstandsmitglieder, Vereinsmitglieder, freie Mitarbeiter und sonstige Dienstleister. Sie setzen nicht nur unentgeltlich ihre Zeit und Arbeitskraft ein, sondern tragen damit zusammenhängende Aufwendungen auch noch selbst.

Wenn Sie dann auf Ihre Aufwendungen verzichten und somit eine Aufwandsspende leisten, können Sie vom Verein dafür eine Spendenbescheinigung bekommen. Wenn Sie diese mit der Steuererklärung einreichen, gibt’s vom Finanzamt eine Steuererstattung.

Verzicht auf den Ersatzanspruch

Um auf die selbst getragenen Aufwendungen verzichten zu können, müssen Sie einen Ersatzanspruch gegenüber dem Verein haben. Dieser Ersatzanspruch muss ernsthaft eingeräumt sein. Er darf nicht unter der Voraussetzung vereinbart werden, dass Sie darauf verzichten. Wesentliche Indizien für die Ernsthaftigkeit sind, dass die Verzichtserklärung zeitnah zur Fälligkeit des Anspruchs erfolgt und der Verein finanziell in der Lage ist, den vereinbarten Aufwandsersatz tatsächlich zu leisten.

Alle drei Monate verzichten?

Neu ist seit 2015, dass die „zeitnahe“ Verzichtserklärung bei einmaligen Ansprüchen innerhalb von drei Monaten und bei regelmäßigen Tätigkeiten alle drei Monate abgegeben werden muss. Gerade die Bedingung der wiederholten Verzichtserklärung alle drei Monate ist eine außerordentliche bürokratische Hürde und erweist sich als neuer Unfug.

Das bedeutet nämlich: Ein Dirigent, der ehrenamtlich ohne Honorar für einen Musikverein tätig ist und mit dem Vorstand eine Erstattung seiner Fahrtkosten vereinbart hat, muss alle drei Monate erklären, dass er auf die Erstattung zugunsten einer Spendenbescheinigung verzichtet.

Nur noch einmal im Jahr

Nun haben schon nach zehn Monaten auch die Finanzminister diesen Unfug erkannt: Am 22.10.2015 hat die Finanzministerkonferenz beschlossen, die Dreimonatsfrist bei regelmäßigen Tätigkeiten zu streichen und stattdessen eine Verzichtserklärung nur noch einmal pro Jahr zu verlangen.

Die rheinland-pfälzische Finanzministerin Doris Ahnen begrüßte den Beschluss: „Es geht darum, das Engagement ehrenamtlich tätiger Menschen in unserer Gesellschaft zu würdigen und zu unterstützen. Wir sind gemeinsam in der Pflicht, der Ausübung von Ehrenämtern keine Steine in den Weg zu legen. Dies bedeutet auch, bestehende bürokratische Hürden in diesem Bereich so weit als möglich abzubauen. Zu eng gefasste Dokumentationspflichten bei der steuerlichen Anerkennung von Aufwandsspenden können die Motivation verringern, sich ehrenamtlich zu engagieren. Eine Jahresfrist für die Verzichtserklärungen ist völlig ausreichend, erhöht die Praxistauglichkeit der Regelung und stärkt deren Anwenderfreundlichkeit“.

Bleibt nur die Frage: Weshalb kommt man eigentlich auf eine solch abstruse Idee und überlegt sich die Folgen nicht vorher…

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