Firmenwagen ÔÇô Besteuerung in der Corona-Krise

So k├Ânnen Sie doch noch Steuern sparen


Safety first ÔÇô das gilt aktuell mehr denn je. Und deshalb entscheiden sich immer mehr Unternehmen, ihre Mitarbeiter zum Schutz aller ins Homeoffice zu schicken. Doch viele stellen sich nun die Frage, ob sie auch dann Steuern f├╝r ihren Firmenwagen zahlen m├╝ssen, wenn sie ihn z. B. f├╝r die Fahrt ins B├╝ro deutlich weniger nutzen. Lesen Sie hier, welche M├Âglichkeiten Sie in der Corona-Krise haben.

Homeoffice wegen Corona ÔÇô was passiert mit dem Firmenwagen?

Leider gibt es derzeit keine besondere Steuererleichterung f├╝r den Firmenwagen, die das vermehrte Arbeiten im Corona-Homeoffice ber├╝cksichtigt. Nach den bestehenden steuerlichen Regelungen gibt es daher eine gute, aber auch eine schlechte Nachricht.

Die schlechte Nachricht: Die private Nutzung eines Firmenwagens muss wie bisher besteuert werden. Bekannt ist dies vor allem als die 1-Prozent-Regelung. Genaueres dazu erfahren Sie auch weiter hinten im Artikel.

Die gute Nachricht: Zus├Ątzlich zu den 1 Prozent f├╝r die reine Privatnutzung erhebt der Fiskus auch f├╝r den Arbeitsweg bei einer pauschalen Regelung noch 0,03 Prozent des Fahrzeugpreises pro Kilometer.

Nur wenn Sie nachweislich einen ganzen Kalendermonat nicht zur Arbeit fahren, kann diese Besteuerung f├╝r diesen Monat unter Umst├Ąnden ganz unterbleiben. Sind Sie nun aber doch nur tageweise im Homeoffice und B├╝ro, k├Ânnen Sie vielleicht trotzdem ein Teil der Steuern sparen. Nachfolgend zeigen wir Ihnen wie.

Einzelbewertung f├╝r Wenig-Fahrer

Soweit Sie kein Fahrtenbuch f├╝hren und der Arbeitsweg daher mit der 0,03 Prozent Monatspauschale besteuert wird, k├Ânnen Sie sich ├╝berlegen auf eine Einzelbewertung der tats├Ąchlich durchgef├╝hrten Fahrten mit 0,002 Prozent umzusteigen. Sinn macht das, wenn Sie monatlich weniger als 15 Tage (15 ├Ś 0,002 Prozent = 0,03 Prozent) oder j├Ąhrlich weniger als 180 Tage (12 ├Ś 15 Tage) ins B├╝ro fahren. Arbeiten Sie derzeit wegen Corona im Homeoffice, k├Ânnte das bei Ihnen aktuell der Fall sein.

Ausnahmsweise kann auch bei weniger als 180 Tagen, die Sie zur Arbeit fahren, die 0,03-Prozent-Methode g├╝nstiger sein. Und zwar dann, wenn die Besteuerung f├╝r ganze Monate unterbleibt.

Bei einer Einzelbewertung notieren Sie die genauen Fahrten. Aus den Aufzeichnungen m├╝ssen sich unter Angabe des Kalenderdatums die Tage ergeben, an denen der Firmenwagen zu Fahrten ins B├╝ro tats├Ąchlich genutzt wurde. Die Aufzeichnungen nimmt Ihr Arbeitgeber dann als Beleg zum Lohnkonto.

Die tats├Ąchlich gefahrenen Entfernungskilometer werden dann nicht mit 0,03 Prozent, sondern mit 0,002 Prozent des Bruttolistenpreises multipliziert ÔÇô und das kann eine deutlich geringere Steuerbelastung ergeben.

Zur Verdeutlichung haben wir ein kleines Beispiel f├╝r Sie:

Sie haben seit 2020 einen Firmenwagen, den Sie auch privat nutzen. Der Bruttolistenpreis zum Zeitpunkt der Erstzulassung betr├Ągt 30.000 Euro. Die Entfernung zwischen Ihrer Wohnung und Ihrem B├╝ro betr├Ągt 20 km. Ein Fahrtenbuch f├╝hren Sie nicht. Im M├Ąrz haben Sie durch h├Ąufiges Arbeiten im Homeoffice das B├╝ro nur an vier Tagen aufgesucht. Sie legen dem Lohnb├╝ro eine entsprechende Erkl├Ąrung vor. Bei der Lohnabrechnung f├╝r April 2020 wird der Firmenwagen dann wie folgt versteuert:

Geldwerter Vorteil f├╝r die eigentliche Privatnutzung: 30.000 Euro x 1 Prozent = 300 Euro

Zuschlag f├╝r Fahrten zwischen Wohnung und erster T├Ątigkeitsst├Ątte:

Alternative 1: 0,03 Prozent Monatspauschale:
30.000 Euro x 0,03 Prozent x 20 km = 180 Euro

Alternative 2: 0,002 Prozent Tagespauschale:
30.000 Euro x 0,002 Prozent x 20 km x 4 Fahrten = 48 Euro

Die 0,002 Prozent Tagespauschale w├╝rde hier f├╝r April 2020 zu einem g├╝nstigeren Ergebnis f├╝hren. Au├čerdem kann der Arbeitgeber den geldwerten Vorteil f├╝r die Fahrten zum B├╝ro bis zur H├Âhe der Entfernungspauschale (0,30 Euro pro Entfernungskilometer) mit 15 Prozent pauschal zu versteuern.

Ganzjahresbetrachtung

Es gibt jedoch einen Haken: Ein Wechsel der Besteuerungs-Methode ist unterj├Ąhrig nicht zul├Ąssig. Entscheiden Sie sich f├╝r die Einzelbewertung, m├╝ssen Sie diese das ganze Jahr machen. Das gilt auch r├╝ckwirkend f├╝r die vergangenen Monate. Sie sollten sich also nur dann f├╝r eine Einzelbewertung entscheiden, wenn Sie das ganze Jahr wenige Fahrten zum Arbeitsplatz haben.

Die Einzelbewertung k├Ânnen Sie auch noch in Ihrer Steuererkl├Ąrung beantragen. Dann wissen Sie auch, ob Sie tats├Ąchlich weniger als 180 Tage ins B├╝ro gefahren sind. F├╝r das Finanzamt m├╝ssen Sie hierzu die Fahrten mit Datum aufzeichnen, an denen Sie tats├Ąchlich ins B├╝ro fahren. Zudem m├╝ssen Sie belegen, dass in der Lohnabrechnung mit der 0,03 Prozent Monatspauschale besteuert wurde.

Wenn Sie die 0,002 Prozent Tagespauschale allerdings erst in Ihrer Steuererkl├Ąrung beantragen, ├Ąndern sich die Sozialversicherungsbeitr├Ąge dadurch nicht mehr. Diese bleiben so hoch wie sie in der Lohnabrechnung berechnet wurden.

Corona, Firmenwagen und Privatfahrten?

Nutzen Sie Ihren Firmenwagen viel privat und haben bisher durch die 1-Prozent-Regelung Steuern gezahlt? Daran wird sich leider auch in der Corona-bedingten Homeoffice-Phase nichts ├Ąndern. Immerhin k├Ânnen Sie Ihren Firmenwagen nach wie vor privat nutzen. Schlie├člich ist die 1-Prozent-Regelung ein pauschaler Ansatz, der auf das individuelle Nutzungsverhalten eines Einzelnen keine R├╝cksicht nimmt. Sie kommt zum Tragen, wenn Sie kein Fahrtenbuch gef├╝hrt haben.

Fahren Sie Ihren Firmenwagen ohnehin wenig privat und im Moment steht er fast ausschlie├člich nur vor der Haust├╝r? Dann lohnt sich in Ihrem Fall vielleicht das Fahrtenbuch. Im folgenden Abschnitt erfahren Sie mehr dazu.

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So versteuern Sie Ihren Firmenwagen grunds├Ątzlich

Sobald Sie Ihren Firmenwagen privat nutzen d├╝rfen, entsteht f├╝r Sie ein finanzieller Vorteil, auf den Sie Steuern zahlen m├╝ssen. Das gilt auch dann, wenn Sie den Wagen neben den beruflichen Fahrten nur f├╝r den Weg zur Arbeit nutzen. Denn auch der Arbeitsweg gilt als Privatfahrt. F├╝r die Besteuerung haben Sie grunds├Ątzlich zwei M├Âglichkeiten: die pauschale Regelungen (1 bzw. 0,03 oder 0,002 Prozent) oder das Fahrtenbuch.

1-Prozent-Regelung vs. Fahrtenbuch

Welche dieser M├Âglichkeiten f├╝r Sie die Richtige ist, h├Ąngt davon ab, wie hoch Ihre private Nutzung ist und welchen Aufwand Sie betreiben m├Âchten.

Nutzen Sie Ihren Firmenwagen h├Ąufig auch privat, lohnt sich oft die 1-Prozent-Regelung. Dabei m├╝ssen Sie monatlich auf 1 Prozent des Listenpreises Ihres Firmenwagens Steuern zahlen. Zus├Ątzlich zahlen Sie auch einen Zuschlag f├╝r die Fahrten zwischen Ihrer Wohnung und Ihrem Arbeitsplatz. Dazu m├╝ssen Sie f├╝r jeden Entfernungskilometer monatlich 0,03 oder t├Ąglich 0,002 Prozent des Listenpreises versteuern. In Ihrer Steuererkl├Ąrung d├╝rfen Sie Ihre Fahrten zur Arbeit jedoch als Werbungskosten auch wieder absetzen.

Nutzen Sie Ihren Firmenwagen kaum f├╝r Privatfahrten, lohnt sich das Fahrtenbuch. Hier dokumentieren Sie alle privaten und betrieblichen Fahrten. Am Ende zahlen Sie also nur auf die tats├Ąchlich gefahrenen privaten Kilometer Steuern. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in dem Beitrag Geldwerter Vorteil. Allerdings muss Ihr Fahrtenbuch vollst├Ąndig und l├╝ckenlos sein und zeitnah ausgef├╝llt werden ÔÇô andernfalls kann das Finanzamt es ablehnen und Sie m├╝ssen doch nach der 1-Prozent-Regelung versteuern.

Fahrtenbuch

Das Fahrtenbuch sollte folgende Posten enthalten:

Bei Dienstfahrten:

  • Datum der Fahrt
  • Kilometerstand zu Beginn und am Ende der Fahrt
  • Ziel und Zweck der Reise

Bei Privatfahrten:

  • Datum und Kilometerangabe
  • F├╝r Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz gen├╝gt ein kurzer Vermerk mit Datum der Fahrt
Unter bestimmten Voraussetzungen werden Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge vom Staat gesondert gef├Ârdert. Denn es sollen die h├Âheren Anschaffungskosten gegen├╝ber Verbrennungsmotoren ausgeglichen werden.

Nur Fahrten zur Arbeit?

Es kann sein, dass Ihr Chef nur die Fahrten zwischen Ihrer Wohnung und Ihrem Arbeitsplatz erlaubt. In diesem Fall sind Sie von der 1-Prozent-Regelung ausgenommen. Trotzdem z├Ąhlt Ihr Arbeitsweg als Privatvergn├╝gen ÔÇô und Sie m├╝ssen pro Entfernungskilometer monatlich 0,03 oder t├Ąglich 0,002 Prozent des Listenpreises bzw. via Fahrtenbuch versteuern.

Wann ist mein Firmenwagen nicht zu versteuern?

Grunds├Ątzlich gilt: f├╝r die berufliche Nutzung m├╝ssen Sie keine Steuern zahlen. D. h. also, sobald Ihr Arbeitgeber Privatfahrten vollst├Ąndig verbietet, ist auch der Firmenwagen nicht zu versteuern. Doch Achtung: Nat├╝rlich d├╝rfen Sie den Wagen dann auch nicht benutzen, um zu Ihrem Arbeitsplatz zu gelangen.

Firmenwagen f├╝r Selbstst├Ąndige

Sie sind ihr eigener Chef? Wenn Sie sich einen Firmenwagen kaufen, gilt f├╝r Sie grunds├Ątzlich das Gleiche, wie f├╝r Ihre Angestellten. Sie k├Ânnen den Firmenwagen privat nutzen, m├╝ssen auf diesen Nutzungsanteil aber ebenfalls Steuern zahlen. Kosten f├╝r das Auto, wie Anschaffungs-, Inspektions- oder Reparaturkosten, k├Ânnen Sie als Betriebsausgaben steuerlich absetzen.

Die 0,002 Prozent Tagespauschale gilt f├╝r Selbst├Ąndige allerdings nicht. Auch wenn Sie monatsweise selten zum Betrieb fahren, bleibt es bei der 0,03 Prozent Monatspauschale.

Steuerberatung?

Einzelfragen zu Ihrer Steuererkl├Ąrung darf leider nur ein Steuerberater beantworten. Wir freuen uns jedoch ├╝ber Lob und Kritik und nehmen Ihre Anregungen gerne f├╝r zuk├╝nftige Beitr├Ąge auf.
├ťbrigens: In unserer Steuer-Software finden Sie eine ausf├╝hrliche Hilfe und Tipps zu allen Themen rund um Ihre Steuererkl├Ąrung.

22 Kommentare

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  1. 1
    Thomas

    Ist denn schon etwas bekannt ob bei Leuten mit Fahrtenbuch dieses Jahr eventuell die 50% Mindest-Firmenfahrten Grenze wegf├Ąllt damit das Fahrzeug weiterhin als Firmenwagen gef├╝hrt werden kann?

    • 2
      Jochen Breunig

      Guten Tag Thomas,

      leider darf ich Sie aus rechtlichen Gr├╝nden steuerlich nicht beraten. Grunds├Ątzlich gilt aber: Wurde der betriebliche Nutzungsumfang des Kfz einmal dargelegt, geht das Finanzamt auch f├╝r die Zukunft von diesem Nutzungsumfang aus. Weitere Einzelheiten zur Besteuerung eines betrieblichen Kfz und der 50% Grenze finden Sie im BMF-Schreiben vom 18.11.2009 unter der Randziffer 4 ff.

      Viele Gr├╝├če
      Jochen Breunig
      Tax Specialist bei steuernsparen

  2. 3
    Henning Fr├Âschle

    Hallo,
    ich bin auch in Kurzarbeit und voraussichtlich noch bis Ende September. Ich arbeite zu 90% von zu Hause und ben├Âtige deshalb nicht meinen Firmenwagen. Kann ich meinen Firmenwagen f├╝r die n├Ąchsten volle Monate zur├╝ckgeben? Dann m├╝sste ich die die 1% und Fahrten nicht versteuern. Ich w├╝rde das Auto bei der Firma in die Tiefgarage stellen und es mir schriftlich vom Arbeitgeber best├Ątigen lassen. Geht das?

    • 4
      Jochen Breunig

      Guten Tag Herr Fr├Âschle,

      leider darf ich Sie aus rechtlichen Gr├╝nden steuerlich nicht beraten. Grunds├Ątzlich wird die 1 Prozent Monatspauschale auch dann angesetzt, wenn das Fahrzeug zur Verf├╝gung steht aber nur gelegentlich zu Privatfahrten genutzt wird. Wenn das Fahrzeug aber nachweislich einen ganzen Kalendermonat privat nicht genutzt wird, kann die Besteuerung f├╝r diesen Monat ggf. ganz unterbleiben. Weitere Einzelheiten zur Firmenwagen-Besteuerung finden Sie im BMF-Schreiben vom 4.4.2018 (siehe hier insbesondere Randziffer 13 und 16 ff).

      Vielen Dank und Gr├╝├če
      Jochen Breunig
      Tax Specialist bei steuernsparen

  3. 5
    Andreas

    Hallo,

    ich habe ein Firmenwagen nutze diesen privat und f├╝r den Weg zur Arbeit.
    Private Nutzung wird mit 1% versteuert und der Arbeitsweg mit 0,03 %. Nun sind wir ab Mai umgezogen und ich nutze den Firmenwagen nicht mehr f├╝r den Arbeitsweg, sondern nur noch privat. Ich fahre zuk├╝nftig nur noch mit den ├Âffentlichen Verkehrsmitteln, da es dort keine Parkm├Âglichkeiten gibt. Nun wird laut PA aber bis Ende des Jahres mit 0,03 % abgerechnet, mit den Hinweis eine ├änderungen ist innerhalb eines Jahren auf 0,002 % nicht m├Âglich. Ist das richtig so, ich fahre doch gar nicht mehr mit dem Wagen zur Arbeit, dann macht auch ein Versteuerung von 0,002 % und f├╝hren eine Fahrtenbuches keinen sind, da ich gar nicht mehr fahre. Auch hat sich die Entfernung zur Arbeitsst├Ątte ge├Ąndert und ist nun wesentlich k├╝rzer. Kann das auch erst zum Jahreswechsel mit der Lohnabrechnung angepasst werden oder kann ich das nur in der Steuererkl├Ąrung geltend machen?

    • 6
      Jochen Breunig

      Guten Tag Andreas,

      leider darf ich Sie aus rechtlichen Gr├╝nden steuerlich nicht beraten. Grunds├Ątzlich ist die 0,03 Prozent Pauschale f├╝r den Arbeitsweg kalendermonatlich f├╝r jeden Entfernungskilometer anzusetzen.

      Wenn das Fahrzeug aber nachweislich f├╝r den Arbeitsweg nicht mehr genutzt wird, sollte die Besteuerung ganz unterbleiben k├Ânnen. Im Rahmen des Lohnsteuer-Jahresausgleichs oder der Steuererkl├Ąrung kann der Jahresbruttoarbeitslohn korrigiert werden. Programmseitig werden Sie in der Anlage N hierbei im Rahmen der Lohnsteuerbescheinigung unter ÔÇ×Weitere Angaben und KorrekturenÔÇť unterst├╝tzt.

      Das Finanzamt kann als Nachweis der Nichtnutzung und bisherigen Besteuerung entsprechende Unterlagen verlangen (z. B. eine arbeitsvertragliche oder andere arbeits- oder dienstrechtliche Rechtsgrundlage sowie Lohnabrechnungen). Weitere Einzelheiten zur Besteuerung der Fahrten zur Arbeit finden Sie im BMF-Schreiben vom 4.4.2018 unter den Randziffern 6 ff.

      Vielen Dank und Gr├╝├če
      Jochen Breunig
      Tax Specialist bei steuernsparen

  4. 7
    Kirstin

    Hallo, wir arbeiten derzeit alle seit 6 Wochen im HO – Ende offen, daher m├╝├čte die Entfernungspauschale f├╝r den Firmenwagen entfallen. Mu├č der Arbeitgeber dies bei der Gehaltsabrechnung k├╝rzen? Unser Arbeitgeber versteuert nach wie vor alles wie bisher und hat uns angewiesen, diese 0,03% f├╝r die Zeit im HO dann beim Lohnsteuerjahresausgleich selbst zur├╝ckzuholen. Ist das rechtens? M├╝├čte nicht der Arbeitgeber dies in der Gehaltsabrechnung rausnehmen f├╝r die Dauer des Arbeiten im HO? Wenn ja, was ben├Âtigen wir dann f├╝r den Lohnsteuerausgleich? Vielen Dank vorab!

    • 8
      Jochen Breunig

      Guten Tag Kirstin,

      leider darf ich Sie aus rechtlichen Gr├╝nden steuerlich nicht beraten. Grunds├Ątzlich ist die 0,03 Prozent Pauschale f├╝r den Arbeitsweg kalendermonatlich f├╝r jeden Entfernungskilometer anzusetzen. Urlaub oder Krankheit sind dabei bereits pauschal ber├╝cksichtigt.

      Wenn das Fahrzeug aber nachweislich einen ganzen Kalendermonat f├╝r den Arbeitsweg nicht genutzt wird, sollte die Besteuerung f├╝r diesen Monat ganz unterbleiben k├Ânnen. Bei der Steuererkl├Ąrung kann der Jahresbruttoarbeitslohn in der Anlage N nach unten korrigiert werden. Programmseitig werden Sie hierbei im Rahmen der Lohnsteuerbescheinigung unter ÔÇ×Weitere Angaben und KorrekturenÔÇť unterst├╝tzt.

      Das Finanzamt kann als Nachweis der Nichtnutzung und bisherigen Besteuerung entsprechende Unterlagen verlangen (z. B. eine arbeitsvertragliche oder andere arbeits- oder dienstrechtliche Rechtsgrundlage und Lohnabrechnungen). Weitere Einzelheiten zur Besteuerung der Fahrten zur Arbeit finden Sie im BMF-Schreiben vom 4.4.2018 unter den Randziffern 6 ff.

      Vielen Dank und Gr├╝├če
      Jochen Breunig
      Tax Specialist bei steuernsparen

  5. 9
    Brunhilde

    Guten Tag, werte Damen und Herren,
    ich bin selbstst├Ąndig und mein Auto ist im Betriebsverm├Âgen und ich wende in der Abrechnung die 1%- Reglung an.
    Momentan habe ich sehr wenig Auftr├Ąge, die ich auch per Telefon erledige.
    Wie sieht es da mit der 1% Regelung aus.
    Kann diese gek├╝rzt werden, da ich auch privat kaum mit dem Auto unterwegs bin.
    Mit freundlichen Gr├╝├čen

    • 10
      Jochen Breunig

      Guten Tag,

      leider darf ich Sie aus rechtlichen Gr├╝nden steuerlich nicht beraten. Grunds├Ątzlich wird die 1 Prozent Monatspauschale auch dann angesetzt, wenn das Fahrzeug nur gelegentlich zu Privatfahrten genutzt wird. Wenn das Fahrzeug aber nachweislich einen ganzen Kalendermonat privat nicht genutzt wird, kann die Besteuerung f├╝r diesen Monat ggf. ganz unterbleiben. Im ├ťbrigen wird die Pauschalversteuerung auf die Gesamtkosten des Fahrzeugs begrenzt (Kostendeckelung).

      Vielen Dank und Gr├╝├če
      Jochen Breunig
      Tax Specialist bei steuernsparen

  6. 11
    Georg Schneider

    Hallo Herr Breuning,
    Ihre Antwort hat mir sehr geholfen. Haben Sie noch einen Tipp wo in dem Buhl Steuerprogramm Tax2020 ich diese Einstellung auf die 0,002% Versteuerung einstellen kann. Das konnte ich bisher nicht finden.

    Vielen Dank!
    Viele Gr├╝├če
    Georg Schneider

    • 12
      Jochen Breunig

      Hallo Herr Schneider,

      sch├Ân zu h├Âren, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte. Wenn die 0,002 Prozent Methode g├╝nstiger ist, dann muss der Unterschiedsbetrag zur 0,03 Prozent Methode errechnet und in der Anlage N der Jahresbruttoarbeitslohn entsprechend nach unten korrigiert werden. Programmseitig werden Sie hierbei im Rahmen der Lohnsteuerbescheinigung unter ÔÇ×Weitere Angaben und KorrekturenÔÇť unterst├╝tzt.

      Vielen Dank und Gr├╝├če
      Jochen Breunig
      Tax Specialist bei steuernsparen

  7. 13
    Georg Schneider

    Vielen Dank f├╝r diesen super Artikel. Mein Arbeitgeber weigert sich leider umzustellen auf die Einzelbewertung weil es ihm zu viel Aufwand sei. Ich solle das in meiner Lohnsteuererkl├Ąrung selbst machen. Ist das so ohne weiteres m├Âglich? Was muss ich dabei beachten? Viele Gr├╝├če Georg Schneider

    • 14
      Jochen Breunig

      Guten Tag Herr Schneider,

      leider darf ich Sie aus rechtlichen Gr├╝nden steuerlich nicht beraten. Grunds├Ątzlich ist es aber so, dass die Besteuerungs-Methode in der Lohnabrechnung unterj├Ąhrig leider nicht gewechselt werden darf.

      Wenn Sie Ihre Steuererkl├Ąrung erstellen, k├Ânne Sie dann aber die f├╝r Sie g├╝nstigere Methode w├Ąhlen (z. B. 0,002 Prozent Tagespauschale). Sie sind dabei also nicht daran gebunden, welche Methode Ihr Arbeitgeber gew├Ąhlt hat. F├╝r das Finanzamt m├╝ssen hierzu die Fahrten mit Datum aufgezeichnet werden, an denen man tats├Ąchlich ins B├╝ro f├Ąhrt. Zudem muss belegt werden, dass in der Lohnabrechnung mit der 0,03 Prozent Monatspauschale besteuert wurde.

      Vielen Dank und Gr├╝├če
      Jochen Breunig
      Tax Specialist bei steuernsparen

    • 16
      Jochen Breunig

      Hallo MD,
      vielen Dank f├╝r den Hinweis und das aufmerksame Lesen des Beitrags.
      Ich habe die Berechnung umgehend angepasst.
      Viele Gr├╝├če,
      Jochen Breunig
      Tax Specialist bei steuernsparen

  8. 17
    Thorbj├Ârn

    Guten Tag,

    wie verh├Ąlt es sich, wenn ich derzeit komplett im Home Office arbeite? Vorher habe ich 1%+0,03% gezahlt. Da ich derzeit nicht ins B├╝ro fahre, entf├Ąllt meines Erachtens der Betrag der 0,03%. (Nat├╝rlich nur f├╝r ganze Monate.) Hier kann ich dann auch keine 30cent in der Steuererkl├Ąrung (f├╝r diese Monate) geltend machen. Mein Arbeitgeber sagt jetzt, das der Betrag der gleiche ist, und sich daher f├╝r mich nichts ├Ąndert.
    Ist dies richtig?
    Bei welcher Variante habe ich mehr? Ohne die 0,03% und ohne Werbungskosten oder mit 0,03% und mit Werbungskosten?
    Mit freundlichen Gr├╝├čen

    • 18
      Jochen Breunig

      Guten Tag Thorbj├Ârn,

      leider darf ich Sie aus rechtlichen Gr├╝nden steuerlich nicht beraten. Pauschal kann aber nicht gesagt werden, dass sich der 0,03 Prozent Zuschlag und die Werbungskosten mit 0,30 Euro rechnerisch die Waage halten. Denn die 0,03 Prozent Monatspauschale bemisst sich u.a. nach dem Bruttolistenpreis des Fahrzeugs. Je h├Âher der Bruttolistenpreis ist desto mehr ist also zu versteuern. Die Werbungskosen hingegen bemessen sich nach den Entfernungskilometern; ein h├Âherer Bruttolistenpreis f├╝hrt also nicht zu mehr Werbungskosten.

      Weitere Einzelheiten zur Besteuerung der Fahrten ins B├╝ro finden Sie im BMF-Schreiben vom 4.4.2018 unter den Randziffern 6 ff.

      Viele Gr├╝├če,
      Jochen Breunig
      Tax Specialist bei steuernsparen

  9. 19
    Matthias

    Guten Tag,

    ich habe die 1% Regel und arbeite jede zweite Woche im Au├čendienst. Zurzeit sind wir nur jede zweite Woche im B├╝ro und die Au├čendienstwoche entspricht Kurzarbeit. Ist der Nachweis bei Kurzarbeit schon ausreichend um Kosten zu senken?

    • 20
      Carina Hagemann

      Hallo Matthias,

      Auch wenn Sie f├╝r einen gewissen Zeitraum in Kurzarbeit sind, m├╝ssen Sie einzeln f├╝r diese Tage dokumentieren, dass Sie das Dienstfahrzeug nicht f├╝r die Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb genutzt haben.
      Der Nachweis ├╝ber die Kurzarbeit kann dabei hilfreich sein, diese Dokumentation zu erstellen.
      Ohne zus├Ątzliche und tagegenaue Dokumentation wird der Nachweis ├╝ber die Kurzarbeit allein allerdings vermutlich nicht ausreichen.

      Viele Gr├╝├če,
      Carina Hagemann von steuernsparen

  10. 21
    Karl Hei├č

    Wie wird dann verfahren, wenn man z.B. ein gewisser Teil vom Arbeitgeber f├╝r Privatfahrten vom Gehalt einbehalten bekommt z.B. 200 ÔéČ. Wird dann weiterhin die 1% versteuert oder verringert sich der 1%-Betrag um den Einbehalt?

    • 22
      Carina Hagemann

      Sehr geehrter Herr Hei├č,

      Grunds├Ątzlich mindert sich der Nutzungswert, den Sie versteuern m├╝ssen, wenn Sie selbst ein Entgelt f├╝r die Privatnutzung an den Arbeitgeber zahlen.
      Etwas anderes gilt, wenn eine Entgeltumwandlung vorliegt. D. h. Sie verzichten auf einen Teil Ihres Barlohns. Dieser Teil wird vom Arbeitgeber als Nutzungsentgelt einbehalten.
      In diesem Fall kann der Nutzungswert nicht gemindert werden.
      Eine ausf├╝hrliche Darstellung der Regelungen im Fall eines Nutzungsentgelt finden Sie im BMF-Schreiben unter den Randziffern 49 ff.

      Viele Gr├╝├če,
      Carina Hagemann von steuernsparen

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