Früher in die Rente

Früher in die Rente

Was gilt bei Ausgleichszahlungen des Arbeitgebers?


Den Tagesablauf selbst bestimmen, mehr Zeit für sich und die Familie haben – wer in den Ruhestand eintritt, bevor er die Regelaltersgrenze erreicht hat, kann das ein wenig schneller genießen. Wären da nur nicht die Rentenabschläge. Allerdings können Sie diese abfedern: Durch gesonderte Beitragszahlungen im Vorfeld. Und daran kann sich sogar der Arbeitgeber mit steuer- und sozialversicherungsfreien Zuschlägen beteiligen.

Arbeitgeber kann sich beteiligen

Für jeden Monat, den Sie früher in Rente gehen wird ein Abschlag von 0,3 Prozent fällig. Setzen Sie sich bereits mit 63 statt mit 67 Jahren zur Ruhe, müssen Sie eine Minderung von dauerhaft 14,4 Prozent hinnehmen.

Doch wer bereits vorab Geld zur Seite legen kann, muss sich vor Abschlägen nicht fürchten. Denn mit sogenannten Ausgleichszahlungen in die Rentenversicherung können die Abschläge abgemildert werden. Seit 01.07.2017 gilt in der Regel der 50. Geburtstag als frühestmöglicher Einzahlungstermin.

Dabei müssen die Versicherten nicht unbedingt aus eigenen Mitteln die Zahlungen leisten, denn auch der Arbeitgeber kann sich daran beteiligen. Werden die Ausgleichsbeiträge vom Arbeitgeber übernommen, dann gilt:

  • 50% der Beiträge steuerfrei;
  • für die übrigen 50% kommt die sogenannte Fünftel-Regelung in Betracht.

Haben Sie sich dazu entschieden, Ausgleichszahlungen zu leisten, müssen Sie der deutschen Rentenversicherung gegenüber erklären, dass Sie später eine vorzeitige Rente mit Abschlägen in Anspruch nehmen wollen. Daraufhin erstellt die Versicherung dann eine „besondere Rentenauskunft“, aus der die voraussichtliche Minderung Ihrer Rente hervorgeht.

Erste Tarifverträge räumen den Beschäftigten zudem einen monatlichen Anspruch auf Arbeitgeberleistungen zur Finanzierung von Ausgleichsbeiträgen ab dem vollendeten 50. Lebensjahr ein.

Auch wenn Sie bereits Ausgleichsbeiträge überweisen, sind Sie deshalb nicht verpflichtet, auch tatsächlich vorzeitig in Rente zu gehen.

Arbeitgeber-Beiträge als Abfindung 

In der Vergangenheit wurde die zweite Hälfte der vom Arbeitgeber übernommenen Zahlungen als Entschädigung bei Jobverlust betrachtet. Auch die Sozialversicherungsträger vertreten diese Auffassung, sodass diese 50 Prozent der Ausgleichszahlungen gänzlich nicht zum Arbeitsentgelt nach § 14 SGB IV zu zählen sind, da sie den Entschädigungen für den Wegfall künftiger Verdienstmöglichkeiten aufgrund des Verlustes des Arbeitsplatzes gleichzusetzen sind, die nicht zum Arbeitsentgelt gehören. Es fallen demnach keine Sozialversicherungsbeiträge an.

Doch den Sozialversicherungsträgern kamen Zweifel, ob dies so noch richtig ist. Denn mit dem Flexi-Rentengesetz wurde der frühestmögliche Zeitpunkt für die Zahlung der Ausgleichsbeiträge um fünf Jahre vorgezogen. Damit verlängert sich die Zeit von der frühestmöglichen Beitragszahlung bis zum tatsächlichen Anspruch auf eine Altersrente mit Abschlägen auf einen Zeitraum von 13 bis 17 Jahren.

Finanzierung der Ausgleichszahlung ist beitragsfrei

Steuerrechtlich bleibt es dabei, dass die Ausgleichszahlungen durch einen Arbeitgeber als Entschädigung behandelt werden. Es genügt eine Erklärung des Beschäftigten gegenüber einem Rentenversicherungsträger, 13 bis 17 Jahre später eine vorgezogene Altersrente in Anspruch nehmen und daher Ausgleichsbeiträge zahlen zu wollen. Es wird mithin die Absicht zu unterstellt, das Dienstverhältnis auch entsprechend vorzeitig beenden zu wollen. Eine schriftliche Vereinbarung über die vorzeitige Beendigung des Dienstverhältnisses wird nicht gefordert.

Auch beitragsrechtlich Arbeitnehmer und ihre Arbeitgeber können auch aufatmen. Die Sozialversicherungsträger sind übereingekommen, ihre rechtlichen Bedenken zurückzustellen und weiterhin der steuerrechtlichen Auffassung zu folgen. Demnach wird die Finanzierung der Ausgleichszahlung durch den Arbeitgeber grundsätzlich als Entschädigung für den Wegfall künftiger Verdienstmöglichkeiten wegen Jobverlust angesehen. Diese ist im vollen Umfang beitragsfrei. Eine konkrete Vereinbarung über eine vorzeitige Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses sei nicht zwingend erforderlich.

Eine Beitragszahlung durch den Arbeitgeber als Gehaltsumwandlung ist schädlich, heißt: Sie führt weder zur Steuer- noch zur Beitragsfreiheit.

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