Bogen rund

Inhalt einer Rechnung

Was fordert das Finanzamt?


Haben Sie sich selbststĂ€ndig gemacht und sollen fĂŒr Ihren ersten Kunden eine Rechnung schreiben? Das könnte doch so einfach sein, wĂŒrde das Finanzamt nicht hohe Anforderungen an den Inhalt stellen.

Es gibt viele Angaben, die mĂŒssen unbedingt sein und andere, die sollten sein. Nur wenn alle vom Finanzamt geforderten Angaben gemacht werden, kann der Kunde als Unternehmer die Vorsteuer aus der Rechnung gegenĂŒber dem Finanzamt geltend machen.

Richtige Eingangsrechnungen

Als Unternehmer sollten Sie darauf achten, dass Ihre Eingangsrechnungen den Erfordernissen des Finanzamts entsprechen. Denn fehlerhafte Rechnungen fĂŒhren dazu, dass Ihnen der Vorsteuerabzug verloren gehen kann. In manchen FĂ€llen kann Ihnen das Finanzamt Kosten als Betriebsausgaben nicht anerkennen. Dann erhalten Sie nicht nur die Vorsteuer von meist 19 Prozent nicht zurĂŒck, sondern Ihre Einkommensteuer erhöht sich zusĂ€tzlich.

Notwendige Angaben in der Rechnung

Eine Rechnung muss nach dem Umsatzsteuergesetz folgende Angaben enthalten:

  1. den vollstÀndigen Namen und die vollstÀndige Anschrift des leistenden Unternehmers,
  2. den vollstÀndigen Namen und die vollstÀndige Anschrift des LeistungsempfÀngers,
  3. die Steuernummer oder die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des leistenden Unternehmers,
  4. das Ausstellungsdatum,
  5. die fortlaufende Rechnungsnummer, die jede Rechnung identifiziert,
  6. die Menge und die Art (handelsĂŒbliche Bezeichnung) der gelieferten GegenstĂ€nde oder den Umfang und die Art der sonstigen Leistung,
  7. den Zeitpunkt der Lieferung oder der sonstigen Leistung,
  8. den Zeitpunkt, zu dem der Unternehmer das Entgelt erhalten hat, wenn die Lieferung oder die Leistung erst spÀter erbracht wird,
  9. das nach Steuersatz und Steuerbefreiung aufgeschlĂŒsselte Entgelt,
  10. jede im Voraus vereinbarte Minderung des Entgelts, sofern sie nicht schon im Entgelt berĂŒcksichtigt ist,
  11. den Steuersatz und den Steuerbetrag oder den Hinweis auf eine Steuerbefreiung und
  12. einen Hinweis auf die Aufbewahrungspflicht von zwei Jahren, wenn die Leistungen fĂŒr Privatpersonen erbracht werden oder an den nichtunternehmerischen Bereich eines Unternehmers.
Eine Übersicht der Pflichtangaben können Sie sich hier herunterladen.

Kann eine Rechnung aus mehreren Dokumenten bestehen?

Ja, eine Rechnung kann auch aus mehreren Dokumenten bestehen.

Vereinbarte Entgeltsminderungen

Unter Rechnungen ist oft ein Hinweis zu lesen, dass sich der Rechnungsbetrag mindert, wenn bis zu einem bestimmten Tag die Rechnung bezahlt wird. Dies ist zum Beispiel eine im Voraus vereinbarte Entgeltsminderung.

Kleinunternehmer-Rechnung

Unternehmer, die die Kleinbetragsregelung in Anspruch nehmen, mĂŒssen in Ihrer Rechnung einen Hinweis auf diese Steuerbefreiung geben. Hier genĂŒgt zum Beispiel der Satz: „Umsatzsteuer weise ich als Kleinunternehmer nach § 19 UStG nicht aus“.

Ein Kleinunternehmer darf in einer Rechnung keine Umsatzsteuer ausweisen. Tut er es fÀlschlicherweise doch, schuldet er dem Finanzamt den ausgewiesenen Betrag. Gleichzeitig hat sein Kunde trotz des Ausweises der Umsatzsteuer nicht die Möglichkeit sich die Vorsteuer beim Finanzamt zu holen. Denn nur der berechtigte Ausweis von Umsatzsteuer ermöglicht den Vorsteuerabzug.

Diese Regelung betrifft nicht nur Kleinunternehmer. GrundsĂ€tzlich muss jede Umsatzsteuer, die ausgewiesen wird, an das Finanzamt abgefĂŒhrt werden. Vorsteuer kann nur geltend gemacht werden, sofern der Ausweis gerechtfertigt ist.

Achtung bei GeschÀftsessen

Falls Sie ein GeschĂ€ftsessen als Betriebsausgaben mit Vorsteuerabzug geltend machen wollen, achten Sie darauf, dass Sie eine Rechnung mit all den genannten Angaben erhalten, wenn der Gesamtbetrag von 150 Euro ĂŒberschritten wird. Nur wenn das GeschĂ€ftsessen den Betrag von 150 Euro nicht ĂŒbersteigt, gelten Vereinfachungen. Denn es handelt sich jetzt um eine Kleinbetragsrechnung.

Kleinbetragsrechnungen

Nicht alle hier genannten Angaben finden sich auf Kassenbons wieder und trotzdem besteht die Möglichkeit die Vorsteuer aus diesen Rechnungen zu ziehen. Das ist zumindest dann möglich, wenn der Gesamtbetrag 150 Euro nicht ĂŒbersteigt. Dann handelt es sich um eine Kleinbetragsrechnung.

Diese muss den vollstĂ€ndigen Namen und die vollstĂ€ndige Adresse des leistenden Unternehmers, das Ausstellungsdatum, die Menge und die Art der Lieferung oder den Umfang und die Art der sonstigen Leistung, das Entgelt und den Steuerbetrag in einer Summe, den Steuersatz oder den Hinweis auf die Steuerbefreiung enthalten. Falls Sie als Unternehmer im Supermarkt eine Anschaffung tĂ€tigen, die 150 Euro ĂŒbersteigt, verlangen Sie eine Rechnung mit den oben genannten vollstĂ€ndigen Angaben. Denn auch hier gelten die gleichen Regeln wie bei Ihrem GeschĂ€ftsessen.

Gutschriften

Gutschriften, mit denen der EmpfĂ€nger der Leistung mit dem Erbringer ĂŒber die erbrachte Leistung abrechnet, sind Rechnungen. Der Leistende muss die Gutschrift nur anerkennen. Dann bleibt dem Leistenden das Schreieben einer Rechnung erspart. Neu ist in diesen FĂ€llen, dass diese Gutschriften als solche bezeichnet werden mĂŒssen. Eine Gutschrift muss explizit die Angabe „Gutschrift“ aufweisen.

Hinweis zu Gutschriften

Bei Rechnungen vom Ausland und ins Ausland mĂŒssen meist zusĂ€tzliche Regelungen beachtet werden.

 

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