Kinderbetreuungskosten absetzen

Kinderbetreuungskosten absetzen

So machen Sie die Ausgaben steuerlich geltend


Was sind Kinderbetreuungskosten?

Zu den absetzbaren Kinderbetreuungskosten gehören alle Kosten, die Sie für die Behütung Ihres Kindes bezahlen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Betreuung bei Ihnen zu Hause oder in einem Kindergarten, einer Kindertagesstätte oder einer ähnlichen Institution erfolgt.

Ein Arbeitsverhältnis ist nicht erforderlich; so ist auch der Auslagenersatz, z. B. Fahrtkostenersatz, im Rahmen einer unentgeltlichen Betreuung abzugsfähig.

Keine Kinderbetreuungskosten sind Kosten für die Verpflegung, für sportliche Aktivitäten und Freizeitgestaltungen und den Nachhilfeunterricht. Anerkannt werden können aber Ausgaben anlässlich der Betreuung in Kindertagesstätten spielerisch vermittelte Fremdsprachenkenntnisse (Urteil des Bundesfinanzhofs, Aktenzeichen III R 29/11).

Kosten, die sowohl für die Kinderbetreuung als auch für andere Tätigkeiten gezahlt werden, müssen Sie per Schätzung aufteilen. Dies gilt auch, wenn Kinder gemeinsam betreut werden, die die persönlichen Voraussetzungen erfüllen und nicht erfüllen.

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Ausnahme: Elternbeiträge für eine Nachmittagsbetreuung in der Schule, die neben der Kinderbetreuung auch eine Hausaufgabenbetreuung, Nachhilfe oder bestimmte Kurse umfasst, müssen Sie exakt aufteilen.

Voraussetzungen für den steuerlichen Abzug

Die oben genannten Kinderbetreuungskosten können Sie nur als Sonderausgaben absetzen. Voraussetzung für den Abzug ist, dass

  • Ihr betreutes Kind das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder
  • sich unabhängig vom Alter wegen einer vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetretenen Behinderung (bei Behinderungseintritt vor 2007: vor Vollendung des 27. Lebensjahres) nicht selbst unterhalten kann,
  • ein Kindschaftsverhältnis zu Ihnen besteht und
  • das Kind in Ihrem elterlichen Haushalt lebt.

Wenn Oma und Opa die Kinder hüten

Lassen Sie die Betreuung Ihres Kindes von Angehörigen (z.B. den Großeltern) gegen Bezahlung durchführen? Dann können Sie Ihre Ausgaben abziehen – aber nur, wenn den Leistungen klare und eindeutige Vereinbarungen zugrunde liegen.

Laut Fiskus müssen diese zivilrechtlich wirksam zustande gekommen sein, inhaltlich dem zwischen Fremden Üblichen entsprechen und tatsächlich so auch durchgeführt werden. Mehr dazu lesen Sie hier.

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Höhe der abziehbaren Kosten

Kinderbetreuungskosten werden zu zwei Drittel anerkannt, insgesamt jedoch maximal bis zu 4.000 Euro pro Kind und Jahr.

Auch wenn die Voraussetzungen für den Kostenabzug nicht das ganze Jahr vorgelegen haben (z. B. bei Geburt eines Kindes), ist der Höchstbetrag in voller Höhe anzusetzen. Zu berücksichtigen sind jedoch nur die Kosten, die im Zeitraum angefallen sind, in dem die Voraussetzungen erfüllt sind (taggenaue Aufteilung).

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Wer bezahlt darf absetzen

Bei nicht verheirateten, dauernd getrennt lebenden oder geschiedenen Eltern darf die Kosten grundsätzlich nur derjenige absetzen, der die Kosten tatsächlich bezahlt hat. Haben beide Eltern Kinderbetreuungskosten gezahlt, beträgt der anteilige Höchstbetrag grundsätzlich für jeden Elternteil 2.000 Euro pro Kind und Jahr.

Sie können jedoch einvernehmlich eine andere Aufteilung des Höchstbetrages beantragen. Das nicht abziehbare Drittel der Aufwendungen ist entsprechend dem Anteil an den Gesamtaufwendungen auf Sie aufzuteilen.

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Wählen Sie die Einzel- oder die Zusammenveranlagung, spielen der Name auf der Rechnung und das Abflusskonto keine Rolle. Bei einer Zusammenveranlagung werden die vom Ehemann und von der Ehefrau getragenen Kosten gemeinsam in einer Summe abgezogen. Bei einer Einzelveranlagung werden sie auf gemeinsamen Antrag jeweils zur Hälfte beim Ehemann wie auch bei der Ehefrau berücksichtigt, wenn nur einer von beiden die Aufwendungen übernommen hat; haben beide Kosten übernommen, darf jeder seine Kosten zu zwei Dritteln bis zum hälftigen Höchstbetrag von 2.000 Euro absetzen.

Hat bei einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft nur ein Elternteil den Betreuungsvertrag abgeschlossen und die Kosten gezahlt, kann der andere Elternteil keine Kinderbetreuungskosten absetzen.

Die Kosten müssen – allerdings nur noch auf Verlangen des Finanzamts – über eine Rechnung und die Zahlung über einen Kontoauszug oder über einen Überweisungsträger nachgewiesen werden.

1 comment

eigener Kommentar
  1. 1
    Till

    Guten Tag,

    ich habe eine Frage zu absetzbaren Kosten im Zusammenhang mit der Kinderbetreuung:
    Sind auch die Kosten Für die Suche nach einer Kinderfrau in irgendeiner Form steuerlich absetzbar?
    Nachdem die Stadt Köln für unseren Sohn keinen Betreuungsplatz zur Verfügung stellen konnte, haben wir über das Portal betreut.de nach einer Kinderfrau gesucht und sind dort auch fündig geworden. Die Kinderfrau ist mittlerweile in unserem Haushalt angestellt. Die Kosten für das erforderliche Premium-Abo bei betreut.de betrugen € 49,-/Monat.

    Herzlichen Dank für Ihre Antwort

    Beste Grüße

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