Leasing bei Firmenwagen

Wie werden Sonderzahlungen berĂŒcksichtigt?


Viele Unternehmen leasen mittlerweile die Fahrzeuge, die sie ihren Mitarbeitern als Firmenwagen ĂŒberlassen. Welche Regeln dabei fĂŒr Sonderzahlungen gelten.

Leasing hat viele Vorteile

Leasing schont die LiquiditÀt, gewÀhrleistet eine sichere Kalkulation, ermöglicht die steuerliche Absetzbarkeit der Leasingraten und der Leasing-Sonderzahlung, die zu Beginn des Leasingvertrages zu zahlen ist.

FĂŒr die private Nutzung muss der Arbeitnehmer einen geldwerten Vorteil versteuern. Dieser kann berechnet werden nach der Ein-Prozent-Pauschalmethode oder nach der Fahrtenbuchmethode.

Was gilt bei Sonderzahlung?

Nach geltender Rechtslage kann die Sonderzahlung im Jahr der Zahlung in voller Höhe als Betriebsausgaben abgesetzt werden. Fall der private Nutzungswert nach der Fahrtenbuchmethode ermittelt wird, gehört die Sonderzahlung im ersten Jahr in voller Höhe zu den Gesamtkosten des Fahrzeugs. Dies fĂŒhrt zu einem höheren Kilometer-Kostensatz und dementsprechend zu einem höheren privaten Nutzungswert (Urteil des Bundesfinanzhofs, Aktenzeichen VI R 100/93).

Auch wenn dieses Urteil sich auf Arbeitnehmer bezieht, die als Leasingnehmer auftreten und fĂŒr die deshalb das Zu- und Abflussprinzip gilt, so wird es auch auf Unternehmen angewandt, wenn diese Leasingnehmer sind. Dies wollte ein Unternehmer jedoch nicht akzeptieren.

Kosten auf Laufzeitdauer verteilen

Nun hat das Finanzgericht Berlin-Brandenburg dem Unternehmer Recht gegeben. Es entschied, dass im Fall der Fahrtenbuchmethode die Leasing-Sonderzahlung bei einem Unternehmen, das Leasingnehmer fĂŒr ein Fahrzeug ist, nicht im ersten Jahr in voller Höhe in die Gesamtkosten des Fahrzeugs eingeht. Stattdessen ist die Sonderzahlung auf die Laufzeit des Leasingvertrages zu verteilen.

Zahlung zeitanteilig berĂŒcksichtigen

Daher sei die Sonderzahlung im ersten Jahr lediglich zeitanteilig zu berĂŒcksichtigen. Die Zahlung stelle wirtschaftlich betrachtet eine Mietvorauszahlung dar, die periodengerecht abzugrenzen sei. Aus Sicht des Arbeitnehmers mache es auch keinen Unterschied, ob der Arbeitgeber eine Sonderzahlung geleistet hat oder nicht (Urteil des FG Berlin-Brandenburg, Aktenzeichen 9 K 9224/10, Revision VI R 27/14).

Ein-Prozent-Methode oder Fahrtenbuch?

Wird der private Nutzungswert nach der Ein-Prozent-Pauschalmethode ermittelt, spielt die steuerliche Behandlung der Leasing-Sonderzahlung keine Rolle. Grundlage ist hier stets der Listenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung.

Doch bei der Fahrtenbuchmethode ergibt sich aufgrund des neuen Urteils mit “Verteilung der Sonderzahlung” im ersten Jahr ein geringerer Betrag an Gesamtkosten und somit ein geringerer Wert, der zu versteuern ist. Im zweiten und dritten Jahr sind die Gesamtkosten hingegen höher als nach bisheriger Praxis. Aber dann kann man ja die Alternative der Ein-Prozent-Pauschalmethode prĂŒfen. Die Besteuerungsmethode kann nĂ€mlich jedes Jahr neu gewĂ€hlt werden.

Aber: Das letzte Wort hat jetzt der Bundesfinanzhof.

 

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