Pflanzen für den neuen Garten

Pflanzen für den neuen Garten

Mit der grünen Oase Umsatzsteuer sparen


Eine neue Buchenhecke hier, zarte Gräser dort drüben und ein Blauregen darf auch nicht fehlen – ein schmucker Garten soll her. Wer seinen Garten neugestalten lassen möchte, wird sicherlich nicht sofort an die Umsatzsteuer denken. Doch bei aufwendigeren Arbeiten ist es hilfreich zu wissen, ob auf die Arbeiten eines Garten- und Landschaftsbauers der ermäßigte oder der volle Umsatzsteuersatz anfällt. Denn letztlich geht es für den Auftraggeber um die Frage, ob sich die Arbeiten um 12 Prozent verteuern.

Unterschiedlicher Steuersatz bei Gartenarbeit und Pflanzenlieferung

Grundsätzlich gilt:

  • Die Arbeiten eines Garten- und Landschaftsbauers unterliegen dem vollen Steuersatz von 19 Prozent.
  • Die Lieferung von Pflanzen für den Garten unterliegt nur dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 Prozent.

Doch wenn ein Garten- und Landschaftsbauer die Neugestaltung des Gartens übernimmt und dabei auch gleich die Pflanzen beschafft, wird es kompliziert.

Bei einheitlicher Leistung wird es teurer

Mit seinem Urteil vom 14.02.2019 hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass die Lieferung von Pflanzen mit den Gartenbauarbeiten eine einheitliche komplexe Leistung bildet, wenn auf der Grundlage eines Gesamtkonzepts eine Gartenanlage geschaffen wird. Folge: Die gesamte Leistung, also auch die Beschaffung der Pflanzen, fällt unter den Steuersatz von 19 Prozent (Az.: V R 22/17).

Der entschiedene Fall

Ein Garten- und Landschaftsbaubetrieb sollte einen Barockgarten errichten. Im Preis zunächst nicht enthalten war die Lieferung der einzusetzenden Pflanzen. Diese sollte der vom Bauherr zur Verfügung stellen. Allerdings einigte man sich später doch darauf, dass der Garten- und Landschaftsbauer die Pflanzen liefert. Laut Schlussrechnung entfielen auf die Pflanzenlieferung rund 129.000 Euro. Diese sollten nach Ansicht des Unternehmers nur einer Umsatzsteuer von 7 Prozent unterliegen. Das Finanzamt und letztlich auch der BFH unterwarfen die Pflanzenlieferung aber dem vollen Steuersatz.

Mit der Gartenanlage sei etwas Eigenständiges, Neues geschaffen worden. Die Pflanzenlieferung und die Gartenbauarbeiten seien daher einheitlich zu beurteilen. Eine Trennung in zwei Leistungen und damit die Anwendung von zwei unterschiedlichen Steuersätzen komme nicht in Betracht.

Warum einfach, wenn es kompliziert geht

Werden Pflanzen in einer Baumschule gekauft und von dieser anschließend auch eingepflanzt, sieht die Sache anders aus: Das bloße Einpflanzen und die entsprechende Lieferung der Pflanzen können jeweils selbständige Leistungen sein, sodass auf den Pflanzenverkauf der ermäßigte Steuersatz anzuwenden ist (BFH-Urteil vom 25.6.2009, V R 25/07, BStBl 2010 II S. 239). Solange also keine Neugestaltung des Gartens vorliegt, bleibt es bei dem Steuersatz von 7 Prozent für die Pflanzen.

Tipp

Im aktuellen Fall handelt es sich um eine große und aufwendige Gartenanlage. Daher kann es empfehlenswert sein, die Pflanzen separat, also von einem anderen Betrieb zu erwerben. Dann bliebe es insoweit bei dem ermäßigten Steuersatz und nur die reine Leistung des Garten- und Landschaftsbauers wäre mit 19 Prozent zu versteuern.

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